Der Exorzismus von Emily Rose
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Der Exorzismus von Emily Rose

Der Exorzismus von Emily Rose
„Der Exorzismus von Emily Rose“ // Deutschland-Start: 24. November 2005 (Kino) // 23. Mai 2006 (DVD)

Inhalt / Kritik

Als Anwältin hat Erin Bruner (Laura Linney) schon so einiges erlebt. Doch der neue Fall bringt sogar sie an ihre Grenzen. So vertritt sie Pater Richard Moore (Tom Wilkinson), dem vorgeworfen wird, auf fahrlässige Weise den Tod der Studentin Emily Rose (Jennifer Carpenter) verursacht zu haben. Dieser erwidert, die 19-Jährige, die vorher wegen Psychosen und Epilepsie in medizinischer Behandlung war, sei in Wahrheit von einem Dämon besessen gewesen und nur ein Exorzismus hätte sie noch retten können. Doch eben dieses Ritual endete tödlich. Vor Gericht will er schildern, was geschehen ist – sehr zum Missfallen der Kirche, die keinen Skandal will. Während Bruner alles dafür tut, um ihren Klienten im Prozess zu unterstützen, macht sie zunehmend selbst eigenartige Erfahrungen …

Zwischen Glaube und Beweis

Es gibt Regisseure, die zwar in mehreren Genres unterwegs waren, die man aber trotzdem vor allem mit Horror in Verbindung bringt. Zu diesen zählt sicherlich auch Scott Derrickson. Im Laufe seiner Karriere hat er mehrere sehr sehenswerte Genrevertreter gedreht. Ob sein Found-Footage-Albtraum Sinister (2012) oder The Black Phone – Sprich nie mit Fremden (2025), wo ein entführter Junge mittels eines Telefons zum Jenseits aus einem Keller entkommen muss, der US-Amerikaner hat sein Talent bewiesen. Doch nicht jeder Eintrag in seiner Filmografie überzeugt. So war Der Exorzismus von Emily Rose 2005 zwar kommerziell ein absoluter Überraschungshit, bei einem Budget von 19 Millionen US-Dollar spielte er 145 Millionen wieder ein. Die Kritiken fielen jedoch recht gemischt aus.

Dabei ist das Grundkonzept tatsächlich interessant. Zwar erzählt der Film, wie der Titel bereits vorwegnimmt, von einem Exorzismus. Ein Subgenre also, das bis heute regelmäßig bedient wird. Anstatt sich aber auf diesen zu fokussieren, wird er mit einem Gerichtsdrama gekreuzt. So bildet der Prozess in Der Exorzismus von Emily Rose den Rahmen, nur durch Erzählungen und Flashbacks werden die letztendlich tödlichen Ereignisse geschildert. Der Film nutzt diese doppelte Erzählstruktur, um mit Kontrasten zu arbeiten. So geht es immer wieder um Glauben im Gegensatz zum empirisch Beweisbaren. Es sollen Zweifel gesät werden, was geschehen ist. Hat da jemand fahrlässig einen Menschen für Blödsinn getötet oder hatte doch ein Dämon seine Hände im Spiel?

Nicht sehr spannend

Um diese Zweifel noch weiter zu stärken, lässt Derrickson, der auch am Drehbuch mitgeschrieben hat, seine Protagonistin unerklärliche Erfahrungen machen. Die Idee: Wenn eine toughe, geradlinige und rationale Person ins Wanken gerät, dann ist da vielleicht doch mehr an der Sache. Der Gedanke ist zwar schon nachvollziehbar, letztendlich aber ein bisschen plump. Anstatt wirklich neutral an die Sache zu gehen und mit Ambivalenz zu arbeiten, ist Der Exorzismus von Emily Rose letztendlich doch mit einer klaren Tendenz ausgestattet. Diesen Glauben darf man natürlich haben. Ein bisschen ärgerlich ist es aber schon, wie das Publikum hier offensichtlich nicht ernstgenommen wird.

Das ließe sich vermutlich verschmerzen, wenn die Umsetzung denn spannend geworden wäre. Aber auch in der Hinsicht lässt der Film zu wünschen übrig. So sind die eigentlichen Exorzismus-Szenen zwar schon ordentlich, aber auch nicht so ungewöhnlich, dass sie in dem überlaufenen Umfeld hervorstechen würden. Die Szenen vor Gericht sind ebenfalls ziemlich konventionell geworden, da hat Derrickson sich nur an das Bewährte gehalten. Nervenkitzel gibt es da keine, ebenso wenig tatsächlich herausfordernde inhaltliche Auseinandersetzungen. So originell es zweifelsfrei ist, einen Horrorfilm mit einem Justizdrama verbinden zu wollen, Der Exorzismus von Emily Rose ist letztendlich ein nur mittelmäßiges Werk geworden, das deutlich schwächer ist als die späteren Genrebeiträge des Regisseurs. Gesehen haben muss man das Frühwerk des Filmemachers nicht unbedingt.

Credits

OT: „The Exorcism of Emily Rose“
Land: USA
Jahr: 2005
Regie: Scott Derrickson
Drehbuch: Scott Derrickson, Paul Harris Boardman
Musik: Christopher Young
Kamera: Tom Stern
Besetzung: Bernadette Heerwagen, Marcus Mittermeier, Alexander Held, Eva Karl Faltermeier, Michele Cuciuffo, Beatrice Richter, David Zimmerschied, Tilman Vellguth, Leander Lesotho

Bilder

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Der Exorzismus von Emily Rose
fazit
In „Der Exorzismus von Emily Rose“ wird einem Pater vorgeworfen, fahrlässig den Tod einer Studentin verursacht zu haben. Die Mischung aus Horrorfilm und Justizdrama ist sicherlich ungewöhnlich. Wirklich überzeugend ist das Ergebnis aber nicht: Die Auseinandersetzungen sind oberflächlich, Spannung kommt auch nicht wirklich auf.
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