
Lange haben sich Deb Brighton (Morgana O’Reilly) und Mihi Renata (Roimata Fox) nicht mehr gesehen. Schließlich liegt ihre Beziehung bereits acht Jahre zurück. Umso größer ist die Überraschung, als die beiden Polizistinnen nun zusammenarbeiten und in der Kleinstadt Waitote Verbrechen aufklären sollen. Ihr Umfeld soll von der gemeinsamen Vergangenheit nichts wissen. Vor allem nicht ihr Mann Milan Haddad (Arlo Green), mit dem Mihi inzwischen zusammen ist und der nichts von ihrer Bisexualität ahnt. Viel Zeit für privaten Trubel haben die beiden ohnehin nicht. Dafür haben sie bei der Arbeit zu viel zu tun, wenn ständig neue Fälle gelöst werden müssen, die einen größer, die anderen kleiner. Und dafür müssen sie sich aufeinander verlassen können, selbst wenn es dabei kompliziert wird …
Abwechslungsreiche Krimiszenarien
Krimifans wissen es natürlich: Am späten Sonntagabend zeigt das ZDF Reihen und Serien aus diesem Genre, die im Ausland produziert wurden. Unter anderem laufen auf diesem Programmplatz dann Dauerbrenner wie Inspector Barnaby oder Kommissar Beck. Die meisten Beiträge stammen dabei entweder aus Großbritannien oder Skandinavien, die üblichen Verdächtigen also. Mit Back Up: Auf Streife mit der Ex steht nun eine neue Serie an, die sich anschickt, das hiesige Publikum für sich zu gewinnen. Dieses Mal steht Neuseeland auf dem Reiseprogramm, das ZDF hat die Geschichte mitproduziert. Zum Auftakt gibt es dabei in der ersten Staffel sechs Folgen, die jeweils rund 50 Minuten lang sind.
Die einzelnen Fälle sind dabei voneinander unabhängig, es muss also alles innerhalb einer Episode abgearbeitet sein. Dass das eine Herausforderung ist, zeigen die diversen Krimiserien, die das ZDF hierzulande dreht. Sehr komplex können die Geschichten da nicht sein. Aber das muss nicht automatisch verkehrt sein. Bei Back Up: Auf Streife mit der Ex setzt man auf ein höheres Tempo, um die Laufzeit gering zu halten. Actionszenen gibt es dabei kaum, brenzlige Situationen sind die Ausnahme. Spannung ergibt sich dabei eher aus der Frage nach der Tatperson, im klassischen Whodunit-Stil. Wobei hier ausnahmsweise nicht nur Morde auf dem Programm stehen, sondern auch andere Verbrechen. Das sorgt während der Staffel für etwas Abwechslung, wenn die Szenarien sich deutlicher unterscheiden als bei anderen Krimis.
Zwischen Humor und Privatchaos
Das kann dann auch mal mit ein bisschen Humor einhergehen. Wenn in einer Folge ein Junggesellinnenabschied auf ungünstige Weise endet, dann darf das schon komischer werden und erinnert an die Landsleute von Back Up: Auf Streife mit der Ex. Ganz so schräg wie dort wird es hier zwar nicht. Und es wird auch nicht so klamaukig, wie der etwas peinliche deutsche Untertitel befürchten lässt. Aber es ist doch oft ganz amüsant. Die Serie lebt dabei auch von der Dynamik zwischen den Figuren. Ob man so weit gehen muss, das Ganze als Buddy-Cop-Serie zu bezeichnen, wie es das ZDF tut, darüber lässt sich streiten. Spaß macht es schon, den beiden Kolleginnen zuzusehen, wie sie Fälle lösen müssen und dabei nicht zu sehr im Privaten gefangen zu werden.
Auf das große Drama wird dabei dankenswerterweise verzichtet. Etwas unnötig ist, wie im weiteren Verlauf persönliche Bezüge zum Fall ausgebaut werden. Da die Folgen aber wie gesagt kurz sind, bleibt das die Ausnahme. Die frühere Beziehung spielt auch eine geringere Rolle, als man es bei dem Szenario hätte erwarten können. Insgesamt ist Back Up: Auf Streife mit der Ex ein ganz unterhaltsamer Einstieg geglückt, die Serie gehört zu den besseren Sonntagabendprogrammierungen. Wie gut diese angenommen wird, bleibt abzuwarten, sowohl wegen des sommerlichen Sendetermins wie auch der queeren Thematik. Aber es wäre schade, wenn es kein Wiedersehen mit den beiden Polizistinnen geben sollte, angesichts der zahlreichen deutlich schwächeren Konkurrenz, die jahrein jahraus fortgesetzt wird.
OT: „Bust Up“
Land: Neuseeland, Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Max Currie, Awanui Simich-Pene
Drehbuch: Donna Malane, Paula Boock, Holly Hudson, Tahitahi Fifield
Musik: Claire Cowan
Kamera: Tammy Williams, Maria Inés Manchego
Besetzung: Morgana O’Reilly, Roimata Fox, Tatum Warren-Ngata, Caleb Nazzer, Aaron McGregor, Nicola Kawana, Josh Thomson, Kura Forrester, Renee Sheridan, Kate Ward-Smythe, Arlo Green
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