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Pokémon Pokopia

„Pokémon Pokopia“ // Deutschland-Start: 5. März 2026

Inhalt / Kritik

30 Jahre sind inzwischen vergangen, seitdem Pokémon: Rot / Blau erst Japan und später die ganze Welt im Sturm eroberte. Und noch immer werden regelmäßig neue Games produziert. Fans wissen dabei, dass nur ein Teil davon dem bewährten Spielprinzip folgt, bei dem Monster gefangen werden, die sich anschließend in Kämpfen bewähren müssen. Schon früh gab es begleitende Spin-offs, die die bekannten Figuren in anderen Kontexten auftreten ließen. Manche dieser Spin-offs hatten zumindest verwandte Spielmechanismen, siehe etwa die legendären Colosseum-Spiele, in denen die Pixelwesen ganz groß auftrumpfen durften. Andere haben mit den Originalen praktisch nichts zu tun, darunter Meisterdetektiv Pikachu kehrt zurück, eine Art Detektivspiel. Und auch der neueste Streich Pokémon Pokopia ist nur schwer mir dem vergleichbar, was man aus diesem Franchise kennt.

Auf der Suche nach Lebensräumen

Und doch ist das Ergebnis so stimmig, dass man sich im Nachhinein fragt, warum man nicht schon sehr viel früher etwas Vergleichbares angeboten hat. Genauer handelt es sich hier um eines dieser Spiele, bei denen man nach Belieben etwas aufbauen kann. Solche haben sich in den letzten Jahren großer Beliebtheit erfreut. Das bekannteste Beispiel ist natürlich Minecraft. Aber auch andere Games geben dem Publikum die Möglichkeit, Materialien einzusammeln, Sachen zu bauen und sich dabei nach ganz Belieben auszutoben. Eines davon war Dragon Quest Builders 2, eine weitere Franchise-Neuinterpretation eines japanischen Rollenspielklassikers. Offensichtlich war man bei Nintendo sehr angetan von dem Spiel, weshalb dessen Entwickler Omega Force auch bei Pokémon Pokopia zeigen durfte, dass es sich auf dieses Genre versteht, ohne dabei einfach das Erfolgsrezept zu kopieren.

So gibt es etwas überraschend bei der Pokémon-Variante keine Kämpfe. Dann und wann gibt es zwar Verweise darauf, dass sich diese Wesen gern miteinander messen. Im Spiel selbst ist davon aber nichts zu sehen. Dafür wird bei Pokémon Pokopia auf Vielfalt gesetzt. Zum einen haben viele der Pokémon wie in den Hauptspielen besondere Eigenschaften, die einem in Spiel helfen können. Beispielsweise können Feuer-Pokémon Feuerstellen errichten oder Metalle schmelzen, andere bewässern Böden, hacken Holz oder fungieren als Baumeister. Aus diesem Grund ist es hier ebenso wie bei der Vorlage wichtig, möglichst viele dieser Taschenmonster zu finden. Sie unterscheiden sich aber auch in ihren Vorlieben. Während manche gern am Wasser leben, ziehen andere dunkle Höhlen vor. Und das ist wichtig, da das Hauptspielprinzip gar nicht so sehr das Errichten von Gebäuden ist, sondern das Schaffen von geeigneten Lebensräumen, in denen sich die Pokémon wohlfühlen.

Überwältigend und überraschend melancholisch

Das bedeutet extremes Micromanagement: Nicht nur, dass es unzählige Materialien gibt, die man einsammeln kann. Auch bei deren Verwendung sind keine Grenzen gesetzt. Ob man nun Häuser baut, Möbel, Spielzeuge undDekos anfertigt oder versucht, die Stadt etwas aufzumotzen und individueller zu gestalten, man könnte hiermit Jahre verbringen und doch nicht alles ausprobiert haben. Das kann – im Zusammenspiel mit hunderten von Pokémon, die sich finden lassen – dazu führen, dass Pokémon Pokopia einen ziemlich überwältigen kann. Wer unbedingt alles zu 100 Prozent sammeln muss, wird hier schon extrem gefordert. Aber es macht eben Spaß, zumal die Suche nach weiteren Figuren, Designs und Materialien mit einem schönen Erkundungsgefühl verbunden ist. Ist man anfangs damit beschäftigt, ein kleines Gebiet aufzubauen, kommen mit der Zeit weitere hinzu, die für Abwechslung sorgen: Wir sind in unterirdischen Minen unterwegs, auf einem Kreuzfahrtschiff oder in der Natur.

Diese Entdeckerlust und Aufbruchsstimmung ist zugleich mit ein wenig Melancholie verbunden. Denn da ist auch noch die Hintergrundgeschichte: Man schlüpft in die Rolle des wandelbaren Ditto, der nicht nur Städte aufbauen muss, sondern auch herausfinden, was da eigentlich geschehen ist. Wo früher Menschen und Pokémon in Harmonie zusammenlebten, sind nur noch Ruinen übrig. Während wir durch diese streifen, finden wir Hinweise auf vergangene Zeiten, etwa alte Tagebucheinträge. Diese sind für das Gameplay unerheblich. Es ist nicht einmal so, dass am Ende alle Fragen beantwortet sind und wir genau wissen, was da passiert ist. Es bleibt bei Anspielungen und Fragmenten, aus denen man sich ein eigenes Bild zusammenbaut. Während es sicher einige geben wird, die diesen Aspekt ignorieren, trägt er doch sehr zu der Atmosphäre bei, wenn wir hier auf den Spuren einer untergegangenen Zivilisation wandeln. Auch das trägt dazu bei, dass Pokémon Pokopia ein ganz besonderes Spiel ist, das nicht nur Fans gefallen wird. Es ist sogar vielen Teilen der Hauptreihe überlegen und ein echtes Highlight des aktuellen Videospieljahres.

Credits

OT: „Pokémon Pokopia“
Land: Japan
Jahr: 2026
Director: Shigeru Ohmori, Takuto Edagawa
Artist: Marina Ayano
Texte: Masao Taya
Musik: Hiromu Akaba, Jieun Kim
Publisher: Nintendo
Entwickler: Game Freak, Omega Force
Plattformen: Nintendo Switch 2

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Pokémon Pokopia
fazit
In „Pokémon Pokopia“ sammeln wir Pokémon und Materialien, während wir eine vergangene Zivilisation rekonstruieren. Das Spiel kombiniert dabei grenzenlose Gestaltungsmöglichkeiten mit Entdeckerlust und einer gewissen Melancholie. Auch wenn man zuweilen etwas überwältigt wird von den exzessiven Elementen, ist das Ergebnis doch ein ganz besonderes Game und eines der besten dieses Franchises.
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