
Nachdem sie es geschafft hat, einen ihrer Verfolger zu töten, wähnt sich Maya (Madelaine Petsch) in Sicherheit. Doch ihre Ruhe währt nicht lange, denn neben den beiden noch lebenden maskierten Killern (Gabriel Basso, Ella Bruccoleri) scheint es auch der örtliche Sheriff (Richard Brake) auf sie abgesehen zu haben. Tatsächlich dauert es nicht lange, bis ihre Angreifer zu ihr aufgeschlossen haben und sie überwältigen. Abermals muss Maya um ihr Überleben kämpfen, jedoch steht noch weitaus mehr auf dem Spiel, denn ihre Schwester ist auf der Suche nach ihr ebenfalls in Venus, Oregon eingetroffen. Die Mörder, die bereits Mayas Freund umgebracht haben, haben längst ein Auge auf die Neuankömmlinge geworfen, sodass Maya handeln muss.
Parallel erfahren wir mehr über die Geschichte der beiden Verfolger, die bereits seit vielen Jahren ihr Unwesen in Venus treiben. Richtete sich ihre Mordlust anfangs auch gegen Menschen aus dem Ort, konzentrieren sie sich seit vielen Jahren auf Besucher der Kleinstadt. Ihr Treiben scheint den Bewohnern bekannt zu sein, wird jedoch verschwiegen – denn alle Versuche, dem Morden ein Ende zu setzen, werden im Keim erstickt.
Sophisticated
Da The Strangers: Chapter 1 negative Reaktionen bei Publikum und Kritik hervorrief, wurden Teile der beiden folgenden Kapitel der Horrorreihe nachgedreht. Darüber hinaus bemühten sich die Beteiligten – beispielsweise Hauptdarstellerin Madelaine Petsch – um Schadensbegrenzung und erklärten, das Urteil, man habe einen unfertigen Film vor sich, berücksichtige nicht die eigentliche Intention der Macher. Man könne die Geschichte erst nach The Strangers: Chapter 3 vollständig bewerten, da dieser unter anderem das letzte Kapitel der Entwicklung ihrer Figur enthalte. Darüber hinaus existiere noch eine Fassung von The Strangers, die aus allen drei Teilen zusammengeschnitten sei und dank derer man sich sicherlich ein Gesamtbild von der Geschichte sowie den Figuren und ihrer Entwicklung machen könne. Jedoch wird weder dieser dritte Teil noch der erwähnte Zusammenschnitt dieser im Grunde überflüssigen Neuinterpretation des Originalfilms von 2008 einen anderen Gesamteindruck hinterlassen.
In ihrem Statement sagt Petsch außerdem, viele Zuschauer hätten hohe Erwartungen und Ansprüche an Horrorfilme. Es mag durchaus sein, dass man kein Meisterwerk erwarten darf, wenn bereits die Vorlage keines war, jedoch gibt es Fälle – auch im Horrorgenre –, in denen eine vielleicht mittelmäßige Vorlage durch ein Remake oder eine Neuinterpretation aufgewertet wurde. Man denke nur an Filme wie Das Ding aus einer anderen Welt oder Die Fliege. Auf diesem Niveau bewegt sich The Strangers: Chapter 3 jedoch zu keiner Zeit – ebenso wenig wie die beiden Teile zuvor. Dabei geht es keineswegs darum, dass ein Film mit dem Zusatz „Chapter“ als „unfertig“ abgekanzelt wurde, auch wenn der ein oder andere Rezensent dies angemerkt haben mag.
Vielmehr ist es so, dass die Zusätze, die Regisseur Renny Harlin sowie das Drehbuch von Alan R. Cohen und Alan Freedland der Geschichte hinzufügen, unausgegoren wirken oder im Sande verlaufen. Die scheinbare Enthüllung, dass die ganze Gemeinde Venus von den Machenschaften der „Fremden“ weiß und diese schützt, deutete sich bereits an, als Maya und ihr Freund im ersten Kapitel das Diner betreten. Ihre Wandlung hingegen mag zwar überraschende Wendungen bereithalten, doch diese wirken eher verwirrend, irritierend oder gar unlogisch, sodass ihr Status als Überlebende, der im zweiten Teil noch etabliert wurde, Stück für Stück aufgelöst wird. In anderen Szenen hingegen scheint sie sich dieser Entwicklung wieder bewusst zu werden, wie im Finale, dessen letzter Moment im negativen Sinne unfassbar ist.
Wenn Fremde zu Freunden werden
Über allem steht, dass The Strangers: Chapter 3 – wie schon in Teil 2 angekündigt – die Todsünde des Horrorgenres begeht. Der Reiz der Geschichte und ihre Spannungsdramaturgie speisen sich aus der Idee, dass komplett Fremde Menschen überfallen. Die Verbrechen geschehen aus reiner Willkür und sind frei von jedem Motiv, sodass eine Psychologisierung der Taten nicht funktioniert. Diese recht simple Prämisse macht sich Bryan Bertinos The Strangers zunutze, wodurch sie zur großen Stärke des Films wird. In Renny Harlins Filmreihe werden die Fremden jedoch mehr und mehr zu Bekannten mit Gesichtern, die sich nicht länger hinter Masken verstecken müssen. Das bietet zwar schauspielerisch einige Möglichkeiten, doch diese versickern im Sande, wenn keinerlei Anstalten gemacht werden, die Hintergründe der Antagonisten sinnvoll zu erzählen. Darüber hinaus wirken einige Szenen recht unbeholfen, was auch der mangelnden Chemie der Darsteller – insbesondere zwischen Petsch und Basso – geschuldet ist. Einzig der genreerfahrene Richard Brake hat einige interessante Momente, die er seiner Figur abringen kann.
OT: The Strangers: Chapter 3
Land: USA
Jahr: 2026
Regie: Renny Harlin
Drehbuch: Alan R. Cohen, Alan Freedland
Kamera: José David Montero
Musik: Justin Caine Burnett, Òscar Senén
Besetzung: Madelaine Petsch, Gabriel Basso, George Young, Ema Horvath, Ella Bruccoleri, Richard Brake, Rachel Shenton, Pedro Leandro
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