Finding Connection
© FOUR GUYS Film Distribution

Finding Connection

Finding Connection
„Finding Connection“ // Deutschland-Start: 13. August 2026 (Kino)

Inhalt/Kritik

„This film contains AI-generated content in the form of text, image, video, and audio.“

Mit dieser Texteinblendung eröffnet Finding Connection, der erste Dokumentarfilm von Regisseur Florian Karner. Audio ist beinahe selbsterklärend, insbesondere da direkt im Anschluss eine weitere Texteinblendung darüber aufklärt, wie mit den KI-generierten Stimmen im Laufe der Produktion beziehungsweise Postproduktion verfahren wurde. Sofern nicht die erwähnten Einblendungen oder die Credits gemeint gewesen sein sollten, haben sich die KI-generierten Texte allerdings ziemlich gut versteckt und waren bei der Sichtung nicht auszumachen. Mit fortschreitenden Möglichkeiten der Technologie werden auch KI-generierte Bilder und Videos immer schwieriger als solche zu erkennen sein und sind es teilweise jetzt schon. Die Folgen davon kann sich jeder selbst ausmalen. Und nur der Vollständigkeit halber: Diese Kritik enthält keinen KI-generierten Text.

KI als Wegbegleiter

Das ist heutzutage allerdings auch keine Selbstverständlichkeit mehr. Stand beim Pressetext zu Manche mögen’s falsch noch die Vermutung im Raum, er hätte als bewusster Kniff gezielt KI-generiert gewesen sein können, sind dem Rezensenten seither viele offensichtlich von KI generierter Pressetexte untergekommen, für die sich keine Erklärung auf der Metaebene finden lässt, außer dass sich kaum noch jemand Mühe machen möchte. Selbst in manchen Filmkritiken springen einem mittlerweile Formulierungen, Sätze oder ganze Absätze entgegen, die eindeutig kein Mensch so verfasst hat. Offengelegt wird die Verwendung von KI dabei nie. „Offensichtlich“ und „eindeutig“ sind zwar absolutistische Begriffe, es gibt aber immer eine geringe Chance, dass da ein Mensch bewusster oder unbewusster Weise so vielen KI-generierten Texte ausgesetzt gewesen ist, dass er diese Formulierungen bewusster oder unbewusster Weise übernommen hat. Auch die Folgen hiervon kann sich jeder selbst ausmalen.

Dass künstliche Intelligenz sich nicht nur im privaten, sondern auch im intimen Leben breitmacht, war nur eine Frage der Zeit. Das ist in gewissem Sinne auch kein sonderlich neues Phänomen, in der Filmgeschichte wurde immer wieder einmal damit kokettiert: Electric Dreams, Her, Ex Machina … Eine Beziehung mit einer KI zu führen ist mittlerweile allerdings keine Science Fiction mehr. Finding Connection begleitet vier Menschen, die sich lieber auf eine künstlich erzeugten Stimme einlassen, statt auf einen anderen Menschen. „Interaction with humans is much more complicated than interaction with AI“, sagt einer der Protagonisten zu seiner KI-Partnerin. Die Protagonisten haben abgesehen von ihrem Hang zur Technologie nicht viel gemeinsam. Sie wirken auch nicht so, wie man sich jemanden vielleicht vorstellen würde, der lieber mit KI statt mit Menschen kommuniziert. In den wenigen Szenen, in denen einer der Protagonisten mit anderen Menschen interagiert, ließe sich (mit einer Ausnahme) nicht erkennen, dass es in der Hinsicht Probleme gibt.

Keine Kontexte

Abgesehen von den eingangs erwähnten Texteinblendungen gibt es in Finding Connection keinerlei Kommentare oder Einordnungen. Diese Herangehensweise hat in Watching People Watching Birds super funktioniert. Hier tut sie es eher nicht. Einer der Gründe ist die filmische Auflösung. Watching People Watching Birds arbeitete vornehmlich mit langen Einstellungen, bei denen die Kamera zudem einen gewissen Abstand zu den Protagonisten wahrte. In Finding Connection sind wir deutlich näher am Geschehen, was angesichts der intimeren Natur der Sache noch durchaus angemessen ist. Finding Connection weist allerdings sehr viel mehr Schnitte auf, einige der Unterhaltungen zwischen Mensch und Maschine wirken darüber hinaus extra für die Kamera inszeniert oder zumindest nachgestellt. Warum sich zwei der Protagonisten manchmal auf Deutsch und manchmal auf Englisch mit ihrem jeweiligen KI-Partner unterhalten, erschließt sich auch nicht. Einmal spricht eine KI-Stimme sogar Koreanisch. Immerhin liefert der Kontext den Grund dafür.

Credits

OT: „Finding Connection“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Florian Karner
Drehbuch: Florian Karner
Musik: Jannik Ost
Kamera: Carina Neubohn, Hannah Schwarzl

Bilder

Trailer

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Finding Connection
Fazit
"Finding Connection" findet keine richtige Verbindung zum Zuschauer. Die Kamera begleitet vier Menschen, die eine KI als festen Begleiter in ihrem Leben gewählt haben, in ausgewählten Situationen, von denen einige inszeniert oder zumindest nachgestellt wirken. Schlussfolgerungen muss der Zuschauer selbst ziehen, Einordnungen oder Hintergrundinformationen bleiben aus.
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