
Die Erleichterung ist groß bei Nora Kaminski (Tanja Wedhorn), dass ihr Sohn Kai (Lukas Zumbrock) sich endlich seiner Tablettensucht gestellt hat und sich auch ärztlich helfen lässt. Als sie ihn bei der Reha besucht, kann sie auch gleich ihr Fachwissen anwenden. Und das mehrfach. Nicht nur, dass sich Kai beim Fußballspielen am Knie verletzt hat und sie ihn sofort verarzten kann. Sie lernt auch noch Julia Fechner (Lena Schmidtke) kennen, die Leiterin des Sportprogramms. Diese hat vor Jahren ihre Fußballkarriere beenden müssen nach einer Kopfverletzung und zeigt einige Symptome, die Nora nicht ganz geheuer sind. Zur selben Zeit muss sie sich um den Krebspatienten Anton Zylka (Alexander Weise) kümmern und braucht dafür tierische Unterstützung durch David Mandel (Marco Girnth) …
Endlich Hilfe!
Praxis mit Meerblick und kein Ende. Dieses ist man bei der ARD-Dramareihe ganz besonders produktiv. Ganze sechs Filme wurden für die aktuelle Staffel gedreht, die derzeit im wöchentlichen Abstand ausgestrahlt werden. Letztes Mal ging es in Leinen los um eine alte Frau, bei der Nora einen Schlaganfall vermutet. Davor musste sie in Liebe auf Attest einem jungen Mann helfen, der sowohl an Mumps wie auch Liebeskummer leidet. Mit Praxis mit Meerblick: Treffer ins Glück kommt nun der fünfte Teil der besagten Staffel heraus, es ist der mittlerweile 31. Film der Reihe. Und dieser bietet ziemlich genau das, was man von dieser Mischung aus privatem Inselalltag und kniffligen Krankheitsfällen erwarten kann.
Viele dürften erleichtert aufgeatmet haben, als Kai in der vergangenen Woche sich endlich dazu bereit erklärt hat, vernünftig zu sein und sich behandeln zu lassen. Mit seinem Sturkopf und der fahrlässigen Ignorierung der gesundheitlichen Gefahren trieb er nicht nur seine Eltern zur Weißglut. Als Zuschauer bzw. Zuschauerin ging es einem ganz ähnlich. Dass der junge Mann so uneinsichtig war, war nie ganz nachzuvollziehen. Der plötzliche Sinneswandel ist es auch nicht. Wenn er in Praxis mit Meerblick: Treffer ins Glück auf einmal komplett kooperativ ist, darf man sich schon fragen, warum er ein ganz anderer Mensch ist. Für eine Reihe, die so großen Wert auf die Figuren legt und vor allem die menschliche Seite betont, ist das schon ein bisschen nachlässig erzählt.
Fragwürdiger Humor
Auch an anderer Stelle ist das hier ein gemischtes Vergnügen. So darf einem beispielsweise das Schicksal der früheren Sportlerin, die auf einmal mit einer niederschmetternden Diagnose rechnen muss, schon zu Herzen gehen. Da sind einige emotionale Momente dabei. Aber auch solche, bei denen man mit den Augen rollen darf. Praxis mit Meerblick: Treffer ins Glück schießt sich beispielsweise selbst ins Aus, als auch noch deren Nachbar Olaf Kroll (Vincent Krüger) ins Spiel kommt. Die Krise der Frau ist zwar nachvollziehbar. Und doch wird es dort und im Anschluss ziemlich albern, auch weil Kroll als eine Art Witzfigur eingeführt wird, die es nicht braucht. Etwas besser geglückt ist das mit dem Humor, wenn es um den anderen Strang geht, der sich um einen Krebskranken und dessen Hund dreht.
Eher unfreiwillig komisch ist der medizinische Fall an sich. Das Schicksal selbst ist natürlich nicht zum Lachen. Auch da wird es sogar später richtig traurig. Wie Nora hier aber eine exotische Diagnose nach der anderen raushaut und sich überall bestens auskennt, ist albern. Praxis mit Meerblick: Treffer ins Glück verkommt da zu einer dieser typischen Arztserien, wie man sie im deutschen Fernsehen kennt. Dafür ist das Ganze wieder richtig gut gespielt, was das zuweilen fragwürdige Drehbuch wieder ausgleicht. In der Summe ist das Drama daher schon wieder durchschnittlich, nur eben mit diversen Ausschlägen nach oben und nach unten. Nächstes Mal geht es in Aus heiterem Himmel um eine überraschende Spontangeburt.
OT: „Praxis mit Meerblick: Treffer ins Glück“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Jan Ruzicka
Drehbuch: Michael Vershinin
Musik: Jan Janssons
Kamera: Florian Foest
Besetzung: Tanja Wedhorn, Benjamin Grüter, Morgane Ferru, Anne Werner, Patrick Heyn, Michael Kind, Petra Kelling, Dirk Borchardt, Marco Girnth, Lukas Zumbrock, Maxine Kazis, Lena Schmidtke, Alexander Weise
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