Poolman
© Paramount Pictures

Poolman

Poolman
„Poolman“ // Deutschland-Start: 4. Juli 2024 (digital/Video on Demand(

Inhalt / Kritik

Wenn er nicht gerade damit beschäftigt ist, Schwimmbäder zu reinigen oder Briefe an sein großes Idol Erin Brockovich zu schreiben, arbeitet Darren (Chris Pine) an einem Dokumentarfilm. Der Inhalt: er selbst, während er dafür kämpft, Los Angeles zu einem besseren Ort zu machen. Als eines Tages June (DeWanda Wise) bei ihm auftaucht und ihn auf die schmutzigen Machenschaften von Stephen Toronkowski (Stephen Tobolowsky) hinweist, lässt er sich tatsächlich auf die Geschichte ein. Fest entschlossen, die Wahrheit aufzudecken, beginnt er mit seiner detektivischen Arbeit. Dabei ahnt er aber noch nicht, was ihm da blüht, denn seine Gegner sind mit allen Wassern gewaschen …

Mit dem Regiedebüt baden gegangen

Als Schauspier hat es Chris Pine natürlich zu einigem Ruhm gebracht, Filme wie Star Trek oder Wonder Woman machten ihn zu einem weltweiten Star. Aber wie so vielen seiner Kollegen und Kolleginnen war ihm das irgendwann nicht mehr genug. Er wollte auch eigene Geschichten erzählen und Regie führen. 2023 war es dann so weit und der US-Amerikaner präsentierte mit Poolman sein Regiedebüt. Ein Einstand nach Maß war das Ergebnis aber kaum. Die Kritiken waren seinerzeit verheerend, an den Kinokassen ging die Krimikomödie baden. Sofern der Film überhaupt in den Lichtspielhäusern gezeigt wurde. Hierzulande etwa gab es nur einen kleinen, geradezu versteckten digitalen Release. Es hat nicht einmal mehr für eine DVD-Veröffentlichung gereicht.

Das ist insofern überraschend, weil Pine natürlich als Star, der er ist, allerlei Prominenz um sich herum versammeln konnte. Da sind beispielsweise Annette Bening und Danny DeVito, welche die Eltern verkörpern, oder Jennifer Jason Leigh in der Rolle der Freundin. Auch für kleine Nebenrollen fanden sich irgendwelche Berühmtheiten. Grundsätzlich kann man dem Ensemble auch nicht viel vorwerfen, mangelnder Einsatz ist sicherlich nicht das Problem von Poolman. Und zumindest einige der Figuren machen auch schon irgendwie Spaß, da sind diverse schrägen Gestalten unterwegs. Angefangen bei dem Protagonisten, der irgendwie Poolreiniger, Detektiv, Weltverbesserer und Dokumentarfilmen in einem ist. Aus dieser Konstellation hätte man also schon etwas machen können.

Langweilig vor sich hin geplätschert

Leider ist Pine, der gemeinsam mit dem Novizen Ian Gotler das Drehbuch geschrieben hat, letztendlich aber gar nicht so wahnsinnig viel eingefallen. Zumindest nichts, was es unbedingt wert gewesen wäre, dass man es erzählt. Dabei ist es nicht so, dass der Film unbedingt mehr Tiefgang gebraucht hätte. Wenn es in Poolman um Themen wie Korruption geht, bietet sich das zwar an, eine wirkliche Aussage zu treffen. Ein Muss ist das aber nicht. Eine Komödie kann sich auch einfach nur lustig machen über solche Abgründe. Alternativ hätte man sich so etwas wie Under the Silver Lake gut vorstellen können, also einen Film, der extrem in die Mystery-Richtung geht und aus der Suche nach der Wahrheit eine abstruse Schnitzeljagd macht, bei der man nie sagen kann, was nun ernst gemeint ist und was nicht.

Irgendwie macht Poolman aber nichts davon – und auch sonst nicht sehr viel. Das größte Problem bei der Krimikomödie, die auf dem Toronto International Film Festival Weltpremiere hatte: Das ist alles eher langweilig geworden. Man wartet hier die ganze Zeit darauf, dass entweder etwas Spannendes oder etwas Witziges passiert, gern auch beides. Stattdessen gibt es nichts davon, der Film plätschert lange vor sich hin, bis er dann irgendwann einmal vorbei ist. Und man sich fragt: Wozu war das jetzt alles? So sehr man sich für Chris Pine freuen darf, dass er sich mal so richtig ausprobieren und etwas Neues machen konnte, so sehr werden sich die meisten wohl wünschen, dass er es hätte bleiben lassen. Dann doch lieber selbst anderthalb Stunden an einem Pool verbringen, das wäre wenigstens vielleicht entspannend geworden anstatt öde.

Credits

OT: „Poolman“
Land: USA
Jahr: 2023
Regie: Chris Pine
Drehbuch: Chris Pine, Ian Gotler
Musik: Andrew Bird
Kamera: Matthew Jensen
Besetzung: Chris Pine, Annette Bening, DeWanda Wise, Stephen Tobolowsky, Clancy Brown, John Ortiz, Ray Wise, Juliet Mills, Jennifer Jason Leigh, Danny DeVito

Trailer

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Poolman
fazit
In „Poolman“ beweist ein Schwimmbadreiniger detektivisches Talent, als er einer dubiosen Geschichte nachgeht. Das klingt eigentlich schön schräg. Stattdessen ist die Krimikomödie überwiegend langweilig. Da kann auch das hochkarätige Ensemble nicht mehr viel retten.
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