
Die Freude ist groß bei Erik Merz (Christoph Maria Herbst), als er erfährt, dass er einen großen Ehrenpreis erhalten soll. Schon länger hatte er davon geträumt, jetzt ist es endlich so weit. Und diesen besonderen Tag möchte er mit seiner Familie teilen. Das bedeutet zum einen, dass seine Exfrau Anne (Annette Frier) und Sohn Leon (Philip Noah Schwarz) dabei sind. Aber auch deren Umfeld sowie die Eltern von Erik und Anne sind am Start, um mit ihm seinen Triumph schön feiern zu können. Es dauert dann auch nicht lange, bis der Haufen für jede Menge Chaos sorgt. Zumal da diverse Konflikte sind, alte wie neue, die das gemeinsame Wochenende zu einem absoluten Alptraum werden lassen …
Wiedersehen mit der Chaosfamilie
Merz gegen Merz ist inzwischen eine richtige Institution geworden. Los ging es mit der Serie, die es auf drei Staffeln zwischen 2019 und 2021 brachte. Seither wurde der Output geringer, zumindest in Filmform wird die Geschichte um ein auseinanderbrechendes Ehepaar und deren Chaosfamilie immer mal wieder fortgeführt. So stritten die beiden Hauptfiguren 2023 in Hochzeiten um die anstehende Hochzeit des gemeinsamen Sohns. Bei Geheimnisse (2024) stand ein ganzer Haufen Probleme an, der für Streitigkeiten sorgte, sowohl im privaten wie beruflichen Umfeld. Und das gilt dann auch für Geständnisse, den dritten Film, den das ZDF für die Erfolgsserie produziert hat und bei dem der komplett dysfunktionale Haufen erneut zusammenkommt.
Die vorangegangenen Staffeln bzw. Filme sollte man nach Möglichkeit dabei gesehen haben. Zwar ist der Anlass des neuen Titels einer, der für sich steht. Für die Sache mit dem Preis braucht es keinerlei Vorkenntnisse. Nur ist der an und für sich völlig unwichtig, nicht mehr als ein Vorwand, um die ganzen Figuren zusammenzuführen. Und wenn es um die komplizierten Verhältnisse zwischen diesen ganzen Leuten geht, bleibt dann doch einiges unausgesprochen, was zuvor geschehen ist. Gerade bei den Feinheiten bleibt doch einiges auf der Strecke, wenn man sich nur Merz gegen Merz: Geständnisse anschaut und nicht mit den Vorgeschichten vertraut ist.
Unterhaltsam, aber nicht genug Neues
Wobei der Film neben den ganzen bestehenden Problemen – beispielsweise kommt die Demenz von Annes Vater Ludwig (Michael Wittenborn) erneut zur Sprache – noch weitere einführt. So kriselt es diesmal gewaltig zwischen Leon und seiner Frau Soraya (Süheyla Ünlü), weil sich Letztere beruflich verwirklicht, was dem Gatten nicht passt. Und auch die Beziehung von Anne und dem jüngeren Jonas (Nikolaus Benda) gerät auf eine Schieflage. Merz gegen Merz: Geständnisse kombiniert dabei ernste Themen, über die man durchaus sprechen kann und sollte, mit Humor. Dieser entsteht überwiegend durch das Miteinander der Figuren, weil sie alle ihre Macken haben und diese im Zusammenspiel noch stärker wirken. Da sind schon recht komische Leute dabei, gern ein wenig überzeichnet. Wobei man dabei immer auch bemüht ist, trotz allem irgendwie die Bodenhaftung zu bewahren und alltägliche Themen einzubauen.
Das funktioniert dann alles erneut gut, man hat sich hier schon sehr eingespielt und etwas geschaffen, das man immer wieder gern anschaut. Ähnlich zu Familie Bundschuh, einer weiteren Komödienreihe im ZDF, riskiert man inzwischen aber, zu sehr auf der Stelle zu treten. Die angesprochenen neuen Probleme reichen nicht aus, um einen kompletten neuen Film zu rechtfertigen. Ähnliches gilt für das Setting, wenn wir uns diesmal in einem Hotel bewegen. Schade ist zudem, dass einige Figuren nur so wenig Gelegenheit bekommen, sich wirklich zu entfalten. Die bleiben entweder eindimensional oder werden darauf reduziert, zwischendurch für witzige Situationen zu sorgen. Merz gegen Merz: Geständnisse ist immer noch unterhaltsam. Unbedingt gebraucht hätte es den Film aber nicht, da hinterließen andere Teile schon mehr Eindruck.
OT: „Merz gegen Merz: Geständnisse“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Felix Stienz
Drehbuch: Annekathrin Lang, Ralf Husmann
Musik: Alexeï Aïgui
Kamera: Brendan Uffelmann
Besetzung: Christoph Maria Herbst, Annette Frier, Philip Noah Schwarz, Michael Wittenborn, Claudia Rieschel, Bernd Stegemann, Carmen-Maja Antoni, Süheyla Ünlü, Nikolaus Benda, Alexandra von Schwerin
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