(„Lavalantula“ directed by Mike Mendez, 2015)

Lavantula

„Lavalantula – Angriff der Feuerspinnen“ ist seit 1. März auf DVD und Blu-ray erhältlich

Es sah schon mal besser für Colton West (Steve Guttenberg) aus. Früher, ja, da war er ein gefeierter Actionfilmstar. Zwei Jahrzehnte später ist davon aber kaum mehr etwas übrig, stattdessen muss sich der in die Jahre gekommene Schauspieler mit Rollen in B-Horror-Movies begnügen. Der wahre Horror, der beginnt für ihn jedoch außerhalb des Studiogeländes: Durch einen Vulkanausbruch gelangen feuerspeiende Spinnen an die Erdoberfläche, welche drohen, ganz Los Angeles in Schutt und Asche zu legen. Im Schlepptau seines selbsternannt größten Fans Chris (Patrick Renna) bleibt Colton nichts übrig, als seine theoretischen Kampfkenntnisse in die Praxis umzusetzen, während er sich auf den Weg zu seiner Frau Olivia (Nia Peeples) und Sohn Wyatt (Noah Hunt) macht.

Ob Mike Mendez als Kind einmal eine traumatische Erfahrung mit Spinnen gemacht hat? Auffällig ist es zumindest, dass sich der amerikanische Regisseur und Ko-Autor zwei Jahre nach Big Ass Spider erneut dem vielgefürchteten Krabbelvieh zuwendet. Und es heißt ja, man solle sich offensiv seinen Ängsten stellen, um diese zu überwinden. Ein Stoff für Alpträume ist Lavalantula jedoch weniger, dafür nimmt der Film weder sich noch seine Protagonisten ernst genug.

Schon der Hauptdarsteller lässt einen stutzig werden: Steve Guttenberg? Etwa DER Steve Guttenberg? Ja, Mendez gelang es tatsächlich, den in den 80ern Jahren durch Komödien so überaus populären, später eher in Vergessenheit geratenen Schauspieler einen abgehalfterten Schauspieler mimen zu lassen. Und mehr noch, auch diverse ehemalige Mitstreiter der Police Academy-Reihe – Michael Winslow, Marion Ramsey und Leslie Easterbrook – sind ebenfalls mit von der Partie. Ein Zufall ist das monströse Klassentreffen natürlich nicht, vielmehr wird die Spinnenepidemie als Vorwand genutzt, um kräftig an den Nostalgiker in uns zu appellieren und allerlei Anspielungen auf vergangene und heutige Filmperlen aneinanderzureihen.

Die Spezialeffekte scheinen ebenfalls aus der Zeit zu stammen, zumindest wenn man deren technische Qualität zum Maßstab nimmt. Während die Spinnen mit ein bisschen Wohlwollen, alternativ auch ein paar Flaschen Bier, akzeptabel werden, ist das Feuer so schlecht und billig, dass man es schlimmer nicht hinbekommen würde, selbst wenn man es versucht. Und das kann bei einem Film, in dem andauernd etwas brennt, schon zu einem kleinen Problem werden. Andererseits passt das dann auch wieder zu einem Streifen, der sehr gezielt die Trashecke ins Visier nimmt.

Gut ist der TV-Film, der hierzulande seine Premiere auf den Fantasy Filmfest White Nights feierte, deshalb natürlich nicht, will es letzten Endes auch gar nicht sein. Die Figuren stammen aus einem Klischeebuch, das so abgegriffen ist, dass einem die einzelnen Blätter schon entgegenfliegen, Überraschungen sind nach der Einführung der schön unsinnigen Spinnen ebenfalls Mangelware. Leidlich unterhaltsam ist Lavalantula aber schon, das richtige Ambiente und die richtige Begleitung vorausgesetzt, sowie eine gewisse Neigung zu Retro-Trash. Selbst dann wird man jedoch Besseres finden, der selbstironische Horror ist immer eine Spur zu bemüht, um über Genredurchschnitt hinauszukommen.

Lavalantula – Angriff der Feuerspinnen
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Lavalantula – Angriff der Feuerspinnen
Spinnen, die Feuer speien? Klar ist das Trash, soll auch gar nichts anderes sein. Der selbstironische, mit vielen Anspielungen versehene Creaturehorror-Streifen ist manchmal dann auch recht unterhaltsam, gerade auch für Nostalgiker, trotz der schön bescheuerten Grundidee am Ende aber nur Genredurchschnitt.
5von 10

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