
Dass ihr Mann tief in kriminelle Machenschaften verwickelt ist, wusste Chloe (Emily Alatalo) natürlich schon. Bislang konnte sie das alles ignorieren. Doch jetzt ist genug, im Rahmen eines Zeugenschutzprogramms will sie mit ihren Kindern ein neues Leben anfangen. Ihr Mann hat jedoch etwas dagegen und hetzt ihr seine Leute hinterher, damit sie die Abtrünnige wieder einfangen. Dabei haben sie nicht damit gerechnet, wie wehrhaft sie ist. So gelingt es ihr, den Angreifern zu entkommen und in einen nahegelegenen Wald zu fliehen. Dort macht sie die Bekanntschaft des Einsiedlers Jake (Tim Rozon), der ihr sofort zur Hilfe eilt und sie vor den Verfolgern beschützt. Aber wer ist dieser Mann? Und was macht er allein in dem Wald?
Jagd durch die Wildnis
Wie lebt es sich eigentlich so als Frau eines Gangsterbosses? In zahlreichen Krimis und Thrillern kommt so eine Figur vor. Meistens beschränkt sich ihre Rolle aber eben darauf, ein schmückendes Dekor zu sein. Eine Trophäe ohne eigene Geschichte und ohne eigenen Antrieb. Bei Hunting Grounds ist das anders. Zwar ist der brutale Gatte durchaus ein Katalysator für das, was geschieht. Und er taucht auch zwischendurch auf, um Chloe direkt zu bedrohen, anstatt die Arbeit nur seinen Häschern zu überlassen. Aber er bleibt in dem Film eine Nebenfigur, ein Schatten, der über allem liegt. Stattdessen konzentriert sich der Actionthriller ganz auf seine Protagonistin sowie Jake, der aus dem Nichts auftaucht und ihr aus der Patsche hilft.
Anfangs meint man noch, es handele sich bei der kanadischen Produktion um einen dieser Genrebeiträge, wo eine Figur durch die Wildnis gejagt wird – zumal auch der Titel in diese Richtung verweist. Kürzlich arbeitete etwa Apex mit einem solchen Szenario. Auch Alone – Du kannst nicht entkommen erzählte eine vergleichbare Geschichte. Hunting Grounds spielt dabei mit den Erwartungen des Publikums, als dann Jake ins Spiel kommt. Dieser wirkt zunächst wie der typische Retter in der Not, der einer Damsel in Distress hilft. Ganz so einfach wird es aber bei Regisseur und Co-Autor Derek Barnes nicht. Das liegt zum einen an der Protagonistin selbst, die deutlich mehr drauf hat und sich zu wehren weiß. Es wäre sogar denkbar gewesen, nur sie in der Geschichte zu haben und auf den Fremden zu verzichten.
Ein ordentlicher B-Movie
Doch es soll eben etwas anderes erzählt werden. Zwar bleibt die Bedrohung durch den Ehemann und dessen Leute bis zum Schluss, schließlich würde dieser alles dafür tun, um seine Frau aufzuhalten – wobei man sich darüber streiten kann, ob das aus Angst vor einer Aussage oder verletzter Eitelkeit geschieht. Dieser Aspekt rückt jedoch mehrfach in den Hintergrund, weil eine noch dringendere Frage in Hunting Grounds geklärt werden muss. Wer ist dieser Jake eigentlich? Ist der so grimmig dreinschauende und kampferfahrene Mann tatsächlich gut oder stellt er selbst eine Gefahr da? Diese Frage beschäftigt nicht nur Chloe, sondern auch das Publikum, das hier von Anfang an darauf gedrängt wird, misstrauisch zu sein.
Der Film wechselt dadurch ein bisschen zwischen Actionfilm und Psychothriller hin und her, was ihn von den vielen anderen ähnlich gelagerten Streifen abhebt. Das ist durchaus unterhaltsam, auch weil das Ensemble gut mitspielt und viel Chemie zwischen ihnen aufkommt. Das Setting ist auch ganz ansehnlich, selbst wenn das hier nicht mit den großen Produktionen mithalten kann. Und zu viel sollte man inhaltlich von Hunting Grounds auch nicht erwarten, die diversen Twists kommen nicht völlig überraschend. Für einen B-Movie ist das aber alles ganz ordentlich geworden, man kann sich hiermit schon anderthalb Stunden lang die Zeit vertreiben.
OT: „Hunting Grounds“
Land: Kanada
Jahr: 2025
Regie: Derek Barnes
Drehbuch: Derek Barnes, James McDougall, James Mark
Musik: Joshua Hemming
Kamera: Rafal Strupinski
Besetzung: Emily Alatalo, Tim Rozon, Jon McLaren, Milton Barnes, Ryan Bainbridge, Mikael Conde, Eman Ayaz
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