Vom 15. bis 19. April 2026 geht das Filmfest Bremen in seine elfte Runde und verwandelt die Hansestadt erneut in einen Treffpunkt für internationales Kino. Aus rund 1.000 Einreichungen wurden 120 Filme aus aller Welt ausgewählt, die in insgesamt sechs Wettbewerben um die Preise des Festivals konkurrieren. Rund 60 Filmteams reisen dafür nach Bremen – ein deutliches Zeichen für die wachsende internationale Bedeutung des Festivals.
Traditionell startet das Filmfest mit einer besonderen Ehrung: In diesem Jahr erhält Vanessa Redgrave den Bremer Filmpreis für ihr Lebenswerk. Die Oscarpreisträgerin wird im Rahmen der Eröffnungsgala im Theater am Goetheplatz ausgezeichnet und steht damit in einer Reihe mit bedeutenden Persönlichkeiten des internationalen Films wie zuletzt Stephen Frears und John Malkovich.
Im Zentrum des Programms stehen erneut die Wettbewerbe, die die inhaltliche und ästhetische Bandbreite des Festivals abbilden. Der Wettbewerb Deutschlandpremieren präsentiert zehn internationale Produktionen erstmals auf deutscher Kinoleinwand. Dazu zählt unter anderem der südkoreanische Mystery-Thriller Sisterhood ebenso wie der Dokumentarfilm Rhino, der von Tom Hardy erzählt wird und eine spektakuläre Umsiedlungsaktion von Nashörnern in Kenia begleitet.
Die Sektion Humor/Satire bleibt ein Markenzeichen des Festivals und setzt auch 2026 auf gesellschaftskritische Stoffe mit Witz und Schärfe. Die Tragikomödie Dreaming of Lions etwa verbindet existenzielle Themen mit unerwarteter Leichtigkeit und stellt zugleich die Frage, welche Rolle Humor in politisch unsicheren Zeiten spielen kann.
Experimenteller wird es in der Reihe Innovation, die sich neuen filmischen Formen widmet. Produktionen wie das Fantasydrama Olivia oder die improvisierte Tragikomödie Brother Verses Brother zeigen, wie vielfältig und unkonventionell modernes Erzählen im Kino heute sein kann.
Seiner regionalen Herkunft bleibt das Festival dennoch treu: Die Sektion Bremen & Umzu versammelt Filme mit Bezug zur Region und verbindet lokale Perspektiven mit globalen Themen. Der Dokumentarfilm Salz und Wasser führt etwa in die Arktis und beschäftigt sich mit den Folgen des Klimawandels, während Thomas Stuber mit Der Frosch und das Wasser eine leise Komödie über zwischenmenschliche Verständigung erzählt.
Mit Gateways to the World – The Power of Ports wird zudem ein thematischer Schwerpunkt fortgeführt, der Bremens maritime Identität aufgreift. Filme wie Wild Waterfront oder Vom Traum, unsinkbar zu sein, gesprochen von Charly Hübner, richten den Blick auf Häfen als Orte des Wandels, der Sehnsucht und der globalen Vernetzung.
Neu im Programm ist 2026 der Wettbewerb Diversity, der Filme in den Fokus rückt, die gesellschaftliche Vielfalt sichtbar machen. Produktionen wie Skiff oder Espina erzählen von Identität, Zugehörigkeit und unterschiedlichen Lebensrealitäten – und erweitern damit das thematische Spektrum des Festivals.
Auch bestehende Preise werden inhaltlich weiter geschärft: Der BAB Nachhaltigkeitspreis legt in diesem Jahr einen Schwerpunkt auf Biodiversität. Filme wie Escape from Extinction: Rewilding, gesprochen von Meryl Streep, oder Tian – Generation Farmfluencer setzen sich mit ökologischen Herausforderungen und möglichen Zukunftsmodellen auseinander.
Eine besondere Neuerung stellt zudem der erstmals vergebene MOMENTUM Award dar. Mit ihm zeichnet das Festival eine herausragende internationale Karriere aus – den Auftakt macht Jason Isaacs, bekannt unter anderem als Lucius Malfoy aus der Harry Potter-Reihe. Isaacs wird persönlich in Bremen erwartet und gibt im Rahmen des Festivals auch eine Masterclass. Diese Preisverleihung findet am Samstag, 18. April, statt.
Mehr Infos und das vollständige Programm findet ihr auf: www.filmfestbremen.com
Unsere Rezensionen zum Filmfest Bremen 2026
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