The Art of War
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The Art of War

The Art of War
„The Art of War“ // Deutschland-Start: 16. November 2000 (Kino) // 15. September 2022 (Blu-ray)

Inhalt / Kritik

Als Geheimagent im Dienst der Vereinten Nationen ist Neil Shaw (Wesley Snipes) ständig im Einsatz, obwohl es ihn offiziell gar nicht gibt. Seine aktuelle Mission ist dabei besonders heikel. So ist das geplante Handelsabkommen zwischen den USA und China in Gefahr, als ein Schiffscontainer voll toter Vietnamesen am Hafen New Yorks entdeckt wird. Shaws Chefin Eleanor Hooks (Anne Archer) setzt ihn daraufhin auf den Botschafter Wu (James Hong) an, der Spion soll ein Auge auf ihn haben. Dann fällt dieser jedoch während eines Banketts des Moguls David Chan (Cary-Hiroyuki Tagawa) einem Anschlag zum Opfer. Zwar nimmt Shaw noch die Verfolgung des Attentäters auf, scheitert jedoch ebenso wie seine Teammitglieder. Und als wäre das nicht schon schlimm genug, wird er sogar selbst verhaftet, weil er im Verdacht steht, der Mörder zu sein …

Der gescheiterte Anfang eines Thriller-Franchises

Die 1990er und 2000er waren so etwas wie die Hochphase für Spionagethriller, zumindest in kommerzieller Hinsicht. Ob nun James Bond, Mission: Impossible oder die Reihe um Bourne, sie alle sorgten in dieser Zeit für pralle Kinokassen. Ein Selbstläufer war das Genre jedoch nicht, wie das Beispiel The Art of War zeigt. Zwar wollte man schon mit den großen Jungs spielen. Ein Budget von 60 Millionen US-Dollar, das war schon ordentlich. Hauptdarsteller Wesley Snipes war seinerzeit auch noch ein echter Star, der in einer Reihe von Hits zu sehen war. Sein Ausflug ins Agentenmilieu war aber von weniger Erfolg gekrönt. In den Kinos floppte der Thriller, die Kritiken waren verheerend. Zwar gab es tatsächlich noch zwei Nachfolger, bei einem von diesen war Snipes auch dabei. Dabei handelte es sich jedoch um Direct-to-Video-Produktionen.

Tatsächlich muss man den Film hier auch nicht unbedingt gesehen haben. Die Reihe ist nicht zu Unrecht inzwischen begraben und in Vergessenheit geraten. Interessant ist der starke Fokus auf China. Nicht nur dass der Titel The Art of War Bezug nimmt auf das berühmte chinesische Buch Die Kunst des Krieges, ein Strategieratgeber, das um 500 v. Chr. entstanden sein soll. Die Geschichte ist zudem stark auf das heutige China bezogen. Interessant ist, wie vor mehr als zwanzig Jahren das schlechte Verhältnis zwischen den beiden Großmächten thematisiert wird. Zum Teil ist der Film natürlich ein Produkt seiner Zeit. Zum Teil ist es aber auch recht aktuell, man könnte sich vorstellen, dass die Geschichte auf ähnliche Weise auch bei einer Produktion aus den 2020ern so erzählt würde. Wobei heute die Chinesen vermutlich schlechter wegkommen würden, wo seinerzeit noch ein bisschen die Aussöhnung gesucht wurde.

Passable Action, langweiliger Rest

Inhaltlich sollte man aber sowieso nichts erwarten. The Art of War ist einer dieser Genrebeiträge, die sich stark auf Klischees und Konventionen ausruhen und letztendlich wenig Eigenes bieten. Die Geschichte wird dafür dann richtig umständlich erzählt. Da wird dann unnötig um eine paar Ecken hinweg konstruiert und damit die Laufzeit in die Länge gezogen. Knapp zwei Stunden dauert der Film, was völlig überdimensioniert ist. Obwohl ständig etwas passiert, seien es Kämpfe, Verfolgungsjagden oder irgendwelche Intrigen, bleibt dabei schnell die Spannung auf der Strecke. Wo man bei den anderen Kollegen im Idealfall mitfiebert, wandert hier der Blick schon ziemlich oft auf die Uhr.

Die Actionszenen sind dabei noch recht passabel geworden. Zwar sollte man keine ausgefeilten Choreografien erwarten, in der Hinsicht hätte man sich gern mehr an chinesischen Vorbildern orientieren dürfen. Aber das erfüllt doch alles seinen Zweck und hält einen phasenweise bei Laune, Wesley Snipes ist da ganz in seinem Element. Es ist nur nicht genug, um den ganzen Rest auszugleichen. Der kanadische Regisseur Christian Duguay hat mit den Dramen Ein Sack voll Murmeln und Zoe & Sturm inszenatorisches Feingefühl bewiesen. Sein Actionbeitrag The Art of War lässt dieses jedoch vermissen, der Agententhriller ist laut, hektisch und doch wenig mitreißend.

Credits

OT: „The Art of War“
Land: USA, Kanada
Jahr: 2000
Regie: Christian Duguay
Drehbuch: Wayne Beach, Simon Barry
Musik: Normand Corbeil
Kamera: Pierre Gill
Besetzung: Wesley Snipes, Anne Archer, Maury Chaykin, Marie Matiko, Cary-Hiroyuki Tagawa, Michael Biehn, Donald Sutherland

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The Art of War
fazit
„The Art of War“ wollte an die erfolgreichen Agententhriller aus den 1990ern anschließen, scheiterte aber an der Aufgabe. Auch wenn die Actionszenen passabel sind, sehenswert ist das Ergebnis kaum. Die Geschichte schwankt zwischen einfallslos und umständlich, die zwei Stunden ziehen sich schon sehr.
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