The Devils Light Prey for the Devil
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The Devil’s Light

The Devils Light Prey for the Devil
„The Devil’s Light“ // Deutschland-Start: 3. November 2022 (Kino)

Inhalt / Kritik

Schwester Ann (Jacqueline Byers) ist eine von vielen Krankenpflegerinnen, die an einer speziellen Schule für angehende Exorzisten tätig sind. Dort kümmert sie sich um die diversen Patienten und Patientinnen, die von Dämonen besessen sein sollen, darunter auch die junge Natalie (Posy Taylor). Wenn es nach ihr ginge, wäre sie jedoch viel lieber mehr als das und würde die Priester bei dem Kampf gegen das Böse unterstützen. Aber das ist ein Vorrecht, das den Männern vorbehalten ist. Als sie bei einem Exorzismusversuch anwesend ist und dabei eine besondere Verbindung zu Natalie aufbaut, wird beschlossen, für sie eine Ausnahme zu machen. So soll sie bei Vater Quinn (Colin Salmon) Unterricht erhalten, zusammen mit den diversen Priestern. Doch je tiefer sie in die Materie einsteigt, umso größer werden auch die Gefahren für sie …

Zu Besuch in einer Exorzismusschule

Dass Horrorfilme zu Halloween erscheinen, ist nicht wirklich außergewöhnlich. Viele Verleihe und Vertriebe haben erkannt, dass sich in der Zeit mit düsteren Stoffen besonders gut Geld machen lässt. Dass ein Horrorfilm aber ein paar Tage nach Halloween ins Kino kommt, ist schon etwas eigenartig. Umso mehr, wenn der Film eigentlich Monate früher schon hätte herauskommen sollen und er längst fertig war für eine Veröffentlichung. Diese Verspätung hängt bei The Devil’s Light natürlich mit dem entsprechenden Kinostart in den USA zusammen. Irgendwie passt die Unschlüssigkeit aber auch zu einem Film, der prinzipiell schon nach den Regeln des Genres gefertigt wurde, bei dem es an vielen Stellen aber einfach nicht ausreicht und bei dem man sich mehr Konsequenz gewünscht hätte.

Die Grundidee ist dabei gar nicht so schlecht. Exorzismusfilme gibt es natürlich nicht zu knapp, in dem Genre wimmelt es momentan wieder davon. Manche sind interessant, etwa Agnes – Face Your Demons. Die meisten langweilen jedoch. The Devil’s Light versucht dabei durchaus, aus dem oft etwas gleichförmigen Subgenre mehr zu machen. Da wäre die witzige Idee eigener Exorzismusschulen. Warum die auf einmal in der Gegenwart nötig sind, wird zwar nicht so richtig erklärt. Sie spielen streng genommen auch keine wirkliche Rolle. Als Setting ist das aber mal etwas anderes, wenn Hightech auf Tradition trifft. Damit verbunden ist eine feministische Note, wenn – typisch katholische Kirche – Frauen nur schmuckes Beiwerk sein dürfen, die nichts zu sagen haben. Die eigentliche Arbeit machen Männer. Dass das nicht so bleibt, nicht bleiben darf, ist klar. Wenig überraschend wird sich die Protagonistin beweisen und darf es den Männern so richtig zeigen.

Licht und Schatten

Das ist dann auch etwas, das sich allgemein auf den Film übertragen lässt. Immer wieder gibt es eine interessante Vorlage, die dann nicht genutzt werden. Neue Wege führen zu alten Konventionen. Es wirkt oft dann auch nicht wirklich durchdacht oder irgendwie konstruiert. Themen wie Trauma oder psychische Störungen verkommen zu einem Vorwand. Alles gehört irgendwie zusammen und ergibt doch kein schlüssiges Ganzes. Bei der Figurenzeichnung ist ohnehin nichts zu holen. The Devil’s Light arbeitet mit Figuren, die im besten Fall Stereotype sind. Oft reicht es nicht einmal dafür. Vater Dante (Christian Navarro), der gemeinsam mit Ann an der Schule ist, wird als zweite Hauptfigur aufgebaut, entwickelt dabei aber nie eine Persönlichkeit. Er ist nicht einmal wirklich wichtig für die Handlung.

Wenn denn wenigstens die Horrormomente an sich überzeugen würden. Das tun sie aber nur gelegentlich. An manchen Stellen gelingt dem deutschen Regisseur Daniel Stamm (Der letzte Exorzismus, Them) etwas tatsächlich Unheimliches. An anderen gibt es nur den üblichen 08/15-Standard aus der Exorzismus-Fibel. So richtig spannend ist das Ergebnis nicht. Dann und wann hat man zwar den Eindruck, aus The Devil’s Light hätte tatsächlich etwas werden können. Aber mehr als Durchschnitt ist nicht daraus geworden. Der große Verlust ist es deshalb nicht, wenn der Film zu Halloween nicht zur Verfügung steht. Da gibt es lohnendere Möglichkeiten, den Abend des kollektiven Schreckens zu verbringen.

Credits

OT: „Prey for the Devil“
Land: USA
Jahr: 2022
Regie: Daniel Stamm
Drehbuch: Robert Zappia
Musik: Nathan Barr
Kamera: Denis Crossan
Besetzung: Jacqueline Byers, Posy Taylor, Colin Salmon, Christian Navarro, Lisa Palfrey, Nicholas Ralph, Ben Cross, Virginia Madsen

Bilder

Trailer

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The Devil’s Light
fazit
Oft verschoben ist „The Devil’s Light“ ein letztendlich maximal durchschnittlicher Horrorfilm geworden. Dann und wann ist zwar mal ein interessanter inhaltlicher oder inszenatorischer Einfall dabei. Aber nichts, weswegen man unbedingt die Geschichte um eine Schwester in einer Exorzismus-Schule gesehen haben müsste.
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