Dan Sommerdahl Tödliche Idylle Heiratsschwindler TV Fernsehen ZDF Mediathek
© ZDF/Mike Kollöffel

Dan Sommerdahl – Tödliche Idylle: Heiratsschwindler

Dan Sommerdahl Staffel 1
„Dan Sommerdahl – Tödliche Idylle: Heiratsschwindler“ // Deutschland-Start: 27. September 2020 (ZDF) // 13. November 2020 (DVD)

Inhalt / Kritik

Als Ursula Jørgensen in der Markthalle in den Tod stürzt, sieht alles nach Mord aus. Schließlich hatte die Frau kurz zuvor bei der Lotterie eine ordentliche Summe gewonnen. Das reicht für ein Motiv. Bei ihren Ermittlungen fühlen Dan Sommerdahl (Peter Mygind) und Flemming Torp (André Babikian) nicht nur der Familie auf den Zahn, die von dem neuen Reichtum profitieren würden. Auch Erik Östenfeldt (Paw Henriksen), Mitarbeiter der Lottozentrale, steht im Verdacht, etwas mit der Geschichte zu tun zu haben. Währenddessen hat Dan noch ganz andere Sorgen, da seine Frau Marianne (Laura Drasbæk) nun endgültig die Scheidung will …

Ehedrama mit etwas Mördersuche

Dass das Berufliche und das Private in Krimis zuweilen kollidieren, das ist in dem Genre keine Seltenheit mehr. Viele Filme und Serien aus dem Bereich charakterisieren ihre Hauptfiguren maßgeblich, zum Teil ausschließlich, dadurch, dass sie so sehr für die Arbeit leben, dass das Privatleben darunter leidet. Die Ehen geraten immer wieder in die Krise, auch das Verhältnis zu den Kindern kann schwierig sein. Bei der dänisch-deutschen Coproduktion Dan Sommerdahl – Tödliche Idylle geht man noch einen Schritt weiter. Wo andere nur am Rand sowie nach und nach diese Probleme thematisieren, da ging man bei der ZDF-Reihe schon mit der ersten Folge Die Tote am Strand in die Vollen. Beim zweiten Film Heiratsschwindler knüpfte man nahtlos an diesen Handlungsstrang an.

Tatsächlich rückt der Film die Schwierigkeiten zwischen Dan und Marianne so sehr und oft in den Vordergrund, dass man irgendwann zu vergessen neigt, dass das hier ja eigentlich ein Krimi sein soll. Jede Begegnung der beiden endet im Streit. Und dann wird irgendwann auch noch Tochter Laura (Laura Kjær) in das alles hineingezogen. Natürlich können Streitigkeiten in den besten Familien vorkommen, Scheidungen sind keine Seltenheit. Dan Sommerdahl – Tödliche Idylle: Heiratsschwindler verpasst es aber, daraus etwas Interessantes zu machen. Vielmehr sind die ständigen Konflikte langweilig, zuweilen nervig. Weder taugen sie dazu, einem die Figuren näherzubringen, die wir außerhalb dieser Probleme gar nicht als Menschen kennenlernen durften. Noch werden sie auf nennenswerte Weise in den Fall integriert.

Zu wenig zum Rätseln

Der Krimi selbst ist dabei nicht wirklich besser. Grundsätzlich passt das natürlich schon, wenn da ein dubioser Tod eingetreten ist und mehrere Leute in Frage kommen, etwas damit zu tun zu haben. Dan Sommerdahl – Tödliche Idylle: Heiratsschwindler macht aber nie wirklich mehr als das Nötigste. Die von den Romanen von Anna Grue inspirierte Reihe ist leider grundsätzlich nicht gerade eine Sternstunde des TV-Krimis. Der zweite Teil ist da keine Ausnahme. Zwar gibt es die eine oder andere Wendung. Gerade wenn man meint, die endgültige Lösung zu hören, kommt es wieder anders. Ist das Ergebnis aber so lieblos zusammengewürfelt wie hier, bringt das recht wenig. Fast schon mit einem Schulterzucken wird zum Schluss verraten, wer für den Tod verantwortlich ist, so als würde es eigentlich niemanden interessieren.

Dafür gibt es wieder hübsche Bilder. Dan Sommerdahl – Tödliche Idylle: Heiratsschwindler nimmt uns immer wieder mit ans Wasser, wo unser Titelheld in seinem Boot lebt – er darf ja nicht mehr in das Haus, in dem er 25 Jahre gelebt hat. Das ist doof für ihn, moralisch fragwürdig im Hinblick auf Marianne. Das Publikum darf sich auf diese Weise aber freuen, wieder an die frische Luft zu dürfen. Oder zumindest so zu tun als ob. Wem diese Mischung aus schönen Aufnahmen, Familiendrama und Minimalkrimi reicht, kann sich auf die filmische Reise einlassen. Es gibt nur keinen wirklich guten Grund, dafür ist in dem Bereich einfach die Konkurrenz zu groß.

Credits

OT: „Sommerdahl Murders“
Land: Dänemark, Deutschland
Jahr: 2020
Regie: Kenneth Kainz
Drehbuch: Lars K. Andersen, Mette Sø
Vorlage: Anna Grue
Musik: Jeppe Kaas, Anders-Peter Andreasen, Jan Thielsen
Kamera: Jesper Tøffner
Besetzung: Peter Mygind, Laura Drasbæk, André Babikian, Lotte Andersen, Mathias Käki Jørgensen, Peter Gantzler, Laura Kjær, Elias Munk, Paw Henriksen

Bilder

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Dan Sommerdahl – Tödliche Idylle: Heiratsschwindler
Fazit
„Dan Sommerdahl – Tödliche Idylle: Heiratsschwindler“ kombiniert wie schon der erste Teil der Krimireihe einen Mordsfall mit einem Familiendrama rund um die Scheidung des Protagonisten. Interessant ist aber keiner der beiden Bestandteile, die Kombination ist es ebenso wenig.
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