The Protégé – Made for Revenge
© Leonine

The Protégé – Made for Revenge

Inhalt / Kritik

The Protege Made for Revenge
„The Protégé – Made for Revenge“ // Deutschland-Start: 22. Oktober 2021 (DVD/Blu-ray)

Als Kind musste Anna (Maggie Q) mitansehen, wie ihre Familie brutal ermordet wurde. Und so nahm sich Moody (Samuel L. Jackson) ihrer an, zog sie wie eine eigene Tochter auf und bildete sie dabei zu einer gefürchteten Auftragskillerin aus, die mit ihm zahlreiche Einsätze absolviert. Doch auch er wird ihr genommen und fällt seinerseits einem Anschlag zum Opfer. Für Anna, die inzwischen einen Buchladen führt, ist klar, dass sie die Sache nicht einfach so auf sich beruhen lassen kann. Sie muss herausfinden, wer dafür verantwortlich ist und an demjenigen Rache üben. Einfach wird das nicht, zumal ihre Wege sich immer wieder mit denen von Rembrandt (Michael Keaton) kreuzen, der selbst in kriminelle Machenschaften verwickelt ist …

Der kleine Auftritt der großen Stars

Auch wenn die Corona-Pandemie ein wenig an diesem Automatismus gerüttelt hat: Wenn ein Film hierzulande, der mit einigen Stars für sich Werbung macht, nur fürs Heimkino erscheint und die großen Lichtspielhäuser auslässt, dann darf man misstrauisch sein. So auch bei The Protégé – Made for Revenge. Regie führte immerhin Martin Campbell. Der hat zwar viel Belangloses bis Schlechtes gedreht, aber eben auch GoldenEye und Casino Royale, zwei der besten „moderneren“ James Bond Filme. Wenn der einen Actionthriller über eine Auftragsmörderin inszeniert, wird man hellhörig. Umso mehr, da auch noch die beiden Veteranen Michael Keaton und Samuel L. Jackson tragende Rollen spielen. Dennoch, am Ende sprang hierzulande nur eine Auswertung auf DVD und Blu-ray heraus.

Ist das ein Verlust? Jein. Der Film ist sicherlich besser als ein Gros der Direct-to-Video-Produktionen, gerade auch im Umfeld der Actionthriller. Da wird bekanntlich viel Schrott zusammengepfuscht, der einem wenig aufmerksamen Publikum untergejubelt wird. Tatsächlich gut ist The Protégé dabei aber nicht. Ein Problem dabei: Der Actionthriller ist nur zum Teil ein Actionthriller. Und auch wenn der hinzugefügte „deutsche“ Untertitel Made for Revenge eine reine Rachegeschichte vermuten lässt, so stimmt das doch nur zum Teil. So spielt beispielsweise die Beziehung zwischen Anna und Rembrandt eine überraschend große Rolle.

Zwischen Liebe und Tod

Überraschend ist das auch deshalb, weil der Altersunterschied schon beträchtlich ist. Klar, das kommt häufiger mal in Hollywood vor. Ältere Männer mit jüngeren Frauen? Ist und war Standard. Trotzdem ist es eigenartig, da Rembrandt praktisch dasselbe Alter hat wie Moody, bei dem sehr viel Wert auf die (pseudo-)väterliche Beziehung gelegt wird. Das passt dann nicht so recht. Dass die Romanze so eigenartig wirkt, hängt aber auch damit zusammen, dass The Protégé – Made for Revenge die Figuren in einen Zwiespalt drängt. Auf der einen Seite funkt es schon bei der ersten Begegnung kräftig. Gleichzeitig ist aber klar, dass sie eigentlich geschäftlich miteinander zu tun haben. Und geschäftlich bedeutet bei den beiden meistens, dass irgendwer am Ende tot ist. Und so dürfen sich die zwei dann auch mit der richtig schwierigen Frage beschäftigen: knutschen oder abknallen?

Diese Unschlüssigkeit schlägt sich auch im Genre nieder, das irgendwie nie so richtig eindeutig zugeordnet werden kann. Der besagte Actionthriller stimmt zwar schon meistens. Aber eben nicht immer: Zwischendurch ginge der Film auch als Liebeskomödie durch. Hinzu kommt noch das persönliche Drama Annas, die schon früh ihrer Familie beraubt wurde, was sie Jahrzehnte später weiterhin verfolgt. So wirklich entscheiden wollte man sich wohl nicht. Da auch die Geschichte als solche teils etwas unnötig verkompliziert wurde, darf man sich in The Protégé – Made for Revenge immer mal wieder etwas verwirrt am Kopf kratzen und sich fragen: Was genau sollte das dann eben? Häufiger zumindest, als es bei diesen Filmen üblicherweise der Fall ist.

Gut gespielt, aber nicht genug

Relativ eindeutig ist jedoch, dass der Film sehr von der Besetzung profitiert. Jackson fällt zwar nicht sonderlich auf, da er nur eine Variation der Art Figur spielt, wie er sie seit gefühlt 100 Jahren verkörpert. Keaton hinterlässt da schon deutlich mehr Eindruck, wenn er mehr als drei Jahrzehnte nach Batman noch einmal zu seinen Actiontagen zurückkehrt und dabei eine beachtliche Präsenz demonstriert. Vor allem aber Maggie Q empfiehlt sich dafür, doch endlich mal ein paar Stufen auf der Karriereleiter nach oben steigen zu dürfen. Sie war zwar immer mal wieder in größeren Filmen zu sehen, musste sich aber oft mit Nebenrollen begnügen. Dabei zeigt The Protégé – Made for Revenge, dass sie zu mehr imstande gewesen wäre. Dass es auch hiermit nicht klappen wird, ist daher schon recht schade. Sie hätte da einen besseren Film verdient – und das Publikum natürlich auch.

Credits

OT: „The Protégé“
Land: USA
Jahr: 2021
Regie: Martin Campbell
Drehbuch: Richard Wenk
Musik: Rupert Parkes
Kamera: David Tattersall
Besetzung: Maggie Q, David Rintoul, Michael Keaton, Samuel L. Jackson, Patrick Malahide

Bilder

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„The Protégé – Made for Revenge“ folgt einer Auftragskillerin, die den Tod ihres Ziehvaters rächen will. Der Film folgt dabei zwar grundsätzlich schon dem Muster von Actionthrillern, wandelt aber zwischen mehreren Genres hin und her. Das ist aufgrund der Besetzung streckenweise sehenswert, aber nicht in dem Maße, in dem man sich das vorher hatte erhoffen dürfen.
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