
Miguel (Juan Pablo Shuk), Alli (Jessica Rothe) und Callum (Will Close) sind in den Regenwald in Kolumbien gereist, um dort ihr medizinisches Wissen der lokalen Bevölkerung zur Verfügung zu stellen. Ab Bord des Dampfers von Raúl (Jaime Newball) und dessen Tochter Lena (Kiana Madeira) wollen sie den Fluss entlangfahren und die Dörfer mit dringend benötigten Medikamenten zu versorgen. Doch noch bevor es so weit ist, kommt es zu einem Streit zwischen Lena und Shawn Malloy (Jackson Bews), der zur gleichen Zeit dubiosen Geschäften nachgeht. Dieser endet tödlich, Lena und Alli versuchen daraufhin, die Leiche loszuwerden. Doch Brennan (Logan Marshall-Green), der Bruder des Verstorbenen, will das so nicht auf sich beruhen lassen. Und so beginnen er und die anderen, die Teilnehmenden der humanitären Mission zu verfolgen. Dabei ahnen sie nicht, dass in dem Fluss noch etwas anderes auf sie lauert …
Tierhorror mit ökologischer Botschaft
Es gibt kaum ein Tier, das in den Menschen größere Ängste weckt, als eine Schlange. Da ist etwas an diesen Kriechtieren, was vielen absolut unheimlich ist. Das macht sie zu idealen Antagonisten in einem Horrorfilm. Oft reicht es schon, das Tier nur zu zeigen, um bereits für Spannung zu sorgen. Das macht es etwas verwunderlich, dass es vergleichsweise wenige Filme gibt, in denen diese Tiere tatsächlich zum Antagonisten gemacht werden. Zwar gab es letztes Jahr Anaconda Anstatt aber den Horrorhit von 1997 neu aufzulegen, handelte es sich dabei um eine Meta-Komödie, die sich mehr mit dem Filmemachen beschäftigt als mit der Schlange. Das stieß nicht bei allen auf Zustimmung. Aber dafür gibt es jetzt mit Beware Boiúna wieder einen echten Genrebeitrag.
Zum Teil zumindest. So wird zwar früh die im Titel angesprochene Schlange thematisiert. Bis diese aber wirklich auftaucht, vergeht eine ganze Weile. Denn zunächst dreht sich alles um die medizinische Expedition sowie die skrupellosen Leute, mit denen sie es zu tun bekommen. Bereits zu dem Zeitpunkt wird auch eine ökologische Botschaft eingebaut. Denn da geht es, wie so oft bei Filmen, die im Regenwald spielen, um Raubbau. Geht es um einen Raubtierkapitalismus. Originell ist das alles dann natürlich kaum. Bei der Figurenzeichnung macht man es sich auch eher einfach, wenn es um die Einteilung in Gut und Böse geht. Dass unsere gute Gruppe es mit bösen Menschen und einem blutrünstigen Tier gleichzeitig zu tun bekommt, ist auch nicht sonderlich kreativ. Solche doppelten Bedrohungen gibt es hin und wieder. Entsprechend gibt es in Beware Boiúna so manches Déjà-vu-Erlebnis.
Starkes Setting, gute Besetzung, mäßiger Film
Das heißt aber nicht, dass der Film nichts zu bieten hat. Tatsächlich gibt es sogar zwei Stärken. Die eine besteht in dem Setting. So sind die Dschungelaufnahmen schon sehr atmosphärisch geworden. Wo man bei anderen Werken, die mit einem solchen Schauplatz arbeiten, das Gefühl hat, entweder bei einer Tourikaffeefahrt dabei zu sein oder in einer Computersimulation gelandet zu sein, da vermittelt einem der genreerfahrene Regisseur Mike P. Nelson (Silent Night, Deadly Night) schon den Eindruck, dass man es an diesen Ort geschafft zu haben, der so weit weg ist von einer rettenden Zivilisation. Bemerkenswert ist bei Beware Boiúna zudem der Bodycount, der am Ende auch Figuren enthält, von denen man das so nicht erwartet hätte.
Während der Film streckenweise also schon zu überzeugen weiß, ist er an anderen Stellen so katastrophal umgesetzt, dass man kaum glaubt, was man da sieht. Da kommt es zu dilettantischen Anschlussfehlern, Figuren verhalten sich komplett willkürlich, so als würden sie zwischendurch ihre Persönlichkeit wechseln. Auch sonst kann sich der Film immer mal wieder nicht entscheiden, etwa bei der Beurteilung der Schlange selbst. Mal ist sie ein mythisches Wesen, das über den Wald wacht, mal scheint es ihr völlig egal zu sein, wen sie tötet. Beides ist okay, in Kombination ist das ist Beware Boiúna aber unbefriedigend. Zusammen mit den besagten klischeehaften Momenten kommt ein Horrorwerk heraus, das zwar einige richtig gute Ansätze hat und zudem ein gutes Ensemble vorzuweisen hat, am Ende aber enttäuscht. Das hätte alles deutlich besser sein können.
OT: „Beware Boiúna“
Land: USA, Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Mike P. Nelson
Drehbuch: Alan B. McElroy
Musik: Stephen Lukach
Kamera: Nick Junkersfeld
Besetzung: Kiana Madeira, Jessica Rothe, Logan Marshall-Green, Juan Pablo Shuk, Will Close, Jaime Newbal
Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision, ohne dass für euch Mehrkosten entstehen. Auf diese Weise könnt ihr unsere Seite unterstützen.
(Anzeige)





