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Playing Gracie Darling – Staffel 1

„Playing Gracie Darling“ // Deutschland-Start: 9. Oktober 2025 (Paramount+)

Inhalt / Kritik

Eigentlich wollten die Mädchen nur ein bisschen Nervenkitzel, als sie mittels eines Ouija-Boards gemeinsam eine Séance starteten. Doch der Versuch endet in einem Desaster, als Gracie Darling, eine der Schülerinnen, einen furchterregenden Anfall erleidet und anschließend spurlos verschwindet. 27 Jahre sind seither vergangen, doch der Vorfall hat seine Spuren hinterlassen. So auch bei Joni Grey (Morgana O’Reilly), eine der vier. Sie arbeitet als Kinder-Psychologin, ist selbst Mutter zweier Töchter. An Beschäftigung mangelt es ihr daher nicht. Als Frankie Darling (Ariel Donoghue), die Nichte von Gracie, selbst nach einer Séance verschwindet, kommt die alte Geschichte noch einmal hoch. Da es zudem Verbindungen zu damals gibt, beschließt Joni, selbst nach Antworten zu suchen …

Okkulte Wahrheitssuche

Sie gehören zu den in Horrorfilmen immer wieder gern verwendeten Objekten: Ouija-Bretter, alternativ auch als Hexenbrett bekannt. Manche machen damit sogar offensiv Werbung, siehe etwa Ouija – Spiel nicht mit dem Teufel und Ouija – Ursprung des Bösen. Insofern wäre es naheliegend, dass Playing Gracie Darling in eine ähnliche Richtung geht. Zumindest der Anfang ist bekannt: Eine Gruppe von Jugendlichen versucht sich am Okkulten und macht dabei schreckliche Erfahrungen. Doch die Paramount+ Serie geht nach diesem Einstieg in eine etwas andere Richtung, wenn sich die eigentliche Geschichte nicht so sehr um diese Séance dreht, sondern Vorkommnisse, die ein Vierteljahrhundert später stattfinden. Vorkommnisse, von denen man gar nicht weiß, ob sie in einem Zusammenhang stehen.

Auch später gibt es vereinzelt Horror-Elemente, da es nicht das letzte Mal bleiben wird, dass sich jemand dem Übernatürlichen zuwendet. Dennoch wäre es nicht passend, die australische Serie unter diesem Genre einzuordnen. Am ehesten würde hier Mystery-Thriller passen, wenn es darum geht, den Verbleib der Jugendlichen herauszufinden. Was ist mit ihr geschehen? Waren dämonische Kräfte im Spiel oder hat ihr Verschwinden irdische Gründe? Dieser Frage gehen in Playing Gracie Darling mehrere Personen parallel nach. Neben der offiziellen polizeilichen Ermittlung ist auch Joni auf Wahrheitssuche. Das Element einer fachfremden Hauptfigur, die auf eigene Faust ein Verbrechen aufklären will, gibt es in Krimis und Thrillern natürlich oft. Hier ist der persönliche Bezug aber noch einmal stärker, da die Protagonistin all die Jahre später noch immer von Schuldgefühlen geplagt ist, hat sie doch damals ihre Freundin in der Hütte zurückgelassen.

Atmosphärischer Genremix

Solche dramatischen Punkte gibt es in der Serie zuhauf. Sie sind sogar so zahlreich, dass auch die Einteilung ins Dramagenre bei Playing Gracie Darling nicht verkehrt wäre. Vor allem die komplizierten zwischenmenschlichen Beziehungen nehmen einen großen Raum ein. Wobei diese Schwierigkeiten wie oft hausgemacht sind, weil nicht genug miteinander gesprochen wird. Tatsächlich spielt später ein Familiengeheimnis eine größere Rolle – und welche Folgen das Schweigen hat. Nicht jedes dieser Elemente dient dabei der Wahrheitsfindung im Bezug auf das Verschwinden der Jugendlichen. Manchmal ist das wohl nur deshalb drin, um die Atmosphäre weiter zu verstärken, die irgendwo zwischen geheimnisvoll und abgründig gehalten wurde.

Diese ist grundsätzlich auch gelungen. Die Kombination aus Drama, einem Kleinstadt-Mystery-Thriller und den diversen übernatürlichen Elementen ist an und für sich auch ganz interessant und hilft dabei, die Serie von anderen abzuheben. Letzten Endes reicht es bei Playing Gracie Darling aber trotz allem nur fürs obere Mittelfeld. Da sind letztendlich doch einfach zu viele austauschbare Geschichten dabei. Und auch wenn die Staffel mit sechs Folgen nicht so wahnsinnig lang ist, dreht sie sich mitunter etwas im Kreis. Konstante Hochspannung sollte man hier daher besser nicht erwarten. Aber es reicht für ein gemütliches Wochenende, bei dem man länger rätseln darf, was genau da eigentlich geschehen ist.

Credits

OT: „Playing Gracie Darling“
Land: Australien
Jahr: 2025
Regie: Jonathan Brough
Drehbuch: Miranda Nation
Idee: Miranda Nation
Musik: Jan Skubiszewski
Kamera: Martin McGrath
Besetzung: Morgana O’Reilly, Harriet Walter, Rudi Dharmalingam, Celia Pacquola, Annie Maynard, Anne Tenney, Chloe Brink

Trailer

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Playing Gracie Darling – Staffel 1
fazit
In „Playing Gracie Darling“ verschwindet eine Jugendliche nach einer Séance, parallel zu ihrer Tante 27 Jahre zuvor. Die Serie verbindet auf interessante Weise einen herkömmlichen Mystery-Thriller mit viel Drama und übernatürlichen Elementen. Das ist ganz atmosphärisch geworden, Hochspannung sollte man aber nicht erwarten.
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