Das Geheimnis der gestohlenen Maske
© Steffen Junghans

Das Geheimnis der gestohlenen Maske

„Das Geheimnis der gestohlenen Maske“ // Deutschland-Start: 29. Oktober 2026 (Kino)

Inhalt / Kritik

Die 11-jährige Johanna (Muiné Keune) bekommt Besuch aus Tansania. Ihr Großvater Kito (Komi Mizrajim Togbonou) ist nach Leipzig gekommen, um seine Enkelin endlich kennenzulernen. Er geht mit ihr in das Ethnologische Museum der Stadt, wo er in einer Vitrine eine Maske der Makonde sieht. Er ist sich sicher, dass sie während der deutschen Kolonialherrschaft aus seinem Heimatdorf gestohlen wurde und verlangt ihre Rückgabe. Doch Frau Dr. Fischer (Claudia Michelsen), die Ostafrika-Spezialistin des Museums, wiegelt ab und verlangt Beweise. Kurz darauf beobachtet Johanna bei einem zweiten Museumsbesuch, wie ein Dieb mit verhülltem Gesicht die Maske stiehlt und davoneilt. Nun wird ihr Opa verdächtigt. Johanna tut sich mit ihrem Klassenkameraden Anton (Morris Mayer) zusammen, um auf eigene Faust zu ermitteln.

Eine Enkelin ermittelt im Museum

In Museen der westlichen Welt lagern unzählige Kunstwerke und Artefakte aus früheren afrikanischen Kolonien. Es wird sogar geschätzt, dass sich bis zu 90 Prozent der alten afrikanischen Kunst in Europa und den USA befinden. Das Bewusstsein, dass es sich um Raubkunst handelt, hat sich nur zögernd durchgesetzt, doch mittlerweile stoßen die Forderungen afrikanischer Länder nach Herausgabe ihres Kulturerbes vermehrt auf Gehör. So gab Deutschland bereits einen Teil der Benin-Bronzen an Nigeria zurück und behält die anderen nur als Leihgaben. Nun nimmt sich auch ein Kinderfilm der aktuellen Thematik an, um das junge Publikum für den richtigen Umgang mit dem kolonialen Erbe zu sensibilisieren.

Das von Nancy Mac Granaky-Quaye nach einem Drehbuch von Anna Maria Praßler und Eva Lezzi inszenierte Detektivabenteuer entstand mit Hilfe der Initiative „Der besondere Kinderfilm“. Sie fördert originäre Stoffe, die nicht auf Marken oder literarischen Werken basieren und für Vielfalt und Realitätsbezug im Genre sorgen sollen. Die Hauptfigur Johanna erfährt auch viel über die eigene Familiengeschichte und setzt sich mit Fragen über ihre Identität auseinander. Das Publikum erfährt am Beispiel des Großvaters, dass es in der ehemaligen DDR afrikanische Studierende gab, die danach das Land verlassen mussten. Johannas Vater Marco nimmt es seinem Vater übel, dass er nach der Wiedervereinigung nicht wiederkam. Der Film setzt auch auf unaufdringliche Weise ein Zeichen gegen Rassismus und für Diversität. So nennt der Großvater seine Gründe und zugleich wird gezeigt, dass Johannas Familie seit Generationen in der Stadt verwurzelt ist.

Mit einer Drohne der Polizei voraus

Johanna, ihre Freundin Sweta und ihr Klassenkamerad Anton sind Kinder mit verschiedenen Interessen und Talenten wie Tanzen, Klettern oder Computer- und Drohnentechnik. Mit ihnen dürfte sich das junge Publikum in seiner Lebenswelt recht gut repräsentiert fühlen. Man merkt auch, dass ihre Darsteller*innen mit Spaß bei der Sache sind. Es gibt witzige Details, die aus dem Leben gegriffen wirken. So errät Anton das Passwort für Mutters Computer, indem er seinen Kosenamen eingibt. Die detektivische Suche nach dem Maskendieb führt Johanna und Anton nicht gleich auf die richtige Fährte, wodurch die Spannung geschürt wird.

Aber ein paar Schwachpunkte schmälern das Vergnügen an diesem interessanten Film. So wirkt die Handlung mit der Zeit etwas langatmig. Und einige erwachsene Figuren geben sich tumber und einfältiger, als es einem Kinderpublikum im Schulalter gefallen dürfte. Denn dieses will ja ernst genommen werden. Die Museumsexpertin Fischer kann zuweilen kindisch agieren und ein Polizei-Duo erinnert gar peinlich an Kaspertheater oder „Dick und Doof“. Mehr Spaß bereitet es wieder, wenn Johanna den Mitschüler*innen ihre Cousine aus Tansania vorstellt und alle über die Musik zusammenfinden.

Credits

OT: „Das Geheimnis der gestohlenen Maske“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Nancy Mac Granaky-Quaye
Drehbuch: Anna Maria Praßler, Eva Lezzi
Musik: Dominik Giesriegl
Kamera: Namche Okon
Besetzung: Muiné Keune, Morris Mayer, Greta Kasalo, Komi Mizrajim Togbonou, Malick Bauer, Peri Baumeister, Caroline Hanke, Claudia Michelsen, Franz Dinda, Anna Mateur, Julian Janssen

Bilder

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Das Geheimnis der gestohlenen Maske
fazit
Zwei Kinder machen sich in Leipzig detektivisch auf die Suche nach einem Museumsdieb, der eine wertvolle afrikanische Maske entwendet hat. Das unterhaltsame Abenteuer überzeugt vor allem wegen seines Realitätsbezugs. Interessant ist dabei neben der Auseinandersetzung einer jungen Leipzigerin mit ihrer deutsch-tansanischen Familiengeschichte auch das Thema koloniale Raubkunst
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