Ozzy Black Sabbath Back to the Beginning
© Andrew Timms / LUF Kino

Ozzy & Black Sabbath: Back to the Beginning

Ozzy Black Sabbath Back to the Beginning
„Ozzy & Black Sabbath: Back to the Beginning“ // Deutschland-Start: 28. Oktober 2026 (Kino)

Inhalt / Kritik

Über ein Jahr nachdem der eigentlich als unsterblich geltende Heavy-Metal-Urvater Ozzy Osbourne dann doch aufgrund seiner fortgeschrittenen Parkinson-Erkrankung am 22. Juli 2025 mit 76 Jahren in die ewige Finsternis entschwand, kommt sein letztes, großes Hurra auf die Leinwände – in Form eines Konzertfilms, der die zehn Stunden des Back to the Beginning-Benefizkonzerts vom 5. Juli 2025 im Villa Park in Birmingham, der Heimat des „Madman“, auf ca. zweieinhalb Stunden komprimiert und mit Hintergrundinfos, Stimmen der Weggefährten und Kontexten zu den Auftritten anreichert. Dabei geben sich die größten Metal-Bands der Welt, illustre Gestalten der Musikgeschichte und kontemporäre Künstler*innen die Klinke in die Hand, um sich gemeinsam mit 45.000 glücklichen, emotionalen, lautstarken Besucher*innen vor dem Mann zu verneigen, der die meisten ihrer Karrieren durch seine Pionierarbeit erst ermöglicht hat – bis der „Prince of Darkness“ selbst auf einem schwarzen Thron auf die Bühne hochgefahren wird.

„All aboard!“

Zu den aufputschenden Klängen des Ozzy-Solo-Hits „Diary of a Madman“ beginnt die Reise Back to the Beginning – man sieht einen Zusammenschnitt aus Ozzy Osbournes Jugend, aus der gesamten Karriere, womit die Richtung von Anfang an klar ist: Ozzy & Black Sabbath: Back to the Beginning ist kein bloßer chronologischer Recap des monumentalen letzten Konzerts, sondern eine Zelebration des Lebens des dyslexischen Arbeiterkindes aus Birmingham, das zum einflussreichsten Hard & Heavy Musiker der Welt aufstieg. Erzählungen zu Ozzy, zur Organisation des Konzerts (welche Gitarren-Virtuose Tom Morello übernahm) und kleine Geschichten drumherum bilden einen roten Faden, der sich um die Auftritte verschiedenster Bands und in quasi-Supergroups zusammengetrommelten Solo-Acts spannt, bis schließlich Black Sabbath in Originalformation ein letztes Mal die Bühne betreten.

Sämtliche Aufnahmen der Performances versprühen Hochglanz, top Sound und viel Liebe zum Detail; die Präsentation ist wahrlich einer so schillernden Persönlichkeit würdig und verliert trotzdem nichts von der Rauheit der Musik und der Emotionalität des Moments, bei diesem letzten Höhepunkt des Künstlers und der Band dabei sein zu können. Nachdem Ozzys spätere Wiedergabe von „I Don’t Know“ vorweggenommen wird, um mit dem Mittelpunkt der Show sowohl zu starten als auch zu enden, spielt sich eine Rock-/Metal-Extravaganza mit etlichen Stars auf: Metallica, Alice in Chains, Slayer, Guns N‘ Roses, Steven Tyler (Aerosmith) oder Tool, zusätzlich gibt es Gastaufritte von Jack Black und Jason Momoa, aber auch von eher kontroversen Persönlichkeiten wie Phil Anselmo (Pantera), Sammy Hagar oder David Draiman, die hier alle eine Bühne bekommen. Wer allerdings eher weniger eine Bühne bekommt sind Frauen, denn mit Lzzy Hale von Halestorm ist nur eine weibliche Rock-Musikerin zu sehen (neben Opernsängerin Marina Viotti, die Gojira beim Track „Mea Culpa“ aushilft), was abermals das Männlichkeitsproblem im Heavy Metal bestätigt.

„Mama, I’m coming home“

Die Slots der übrigen Bands sind eher kurzgehalten und werden stets mit Bedacht auf Ozzys Bedeutung für ihre Karrieren kontextualisiert, wobei sie sich auch zu den Beweggründen äußern, warum sie eben die Songs spielen, die sie spielen – während des eigentlichen Konzerts performten die Bands zusätzlich ihre größten Hits, doch in dem Film liegt der Fokus auf Ozzy/Black Sabbath Covern. Eine gute Wahl: So bietet sich das Konzert trotz der längeren Laufzeit äußerst stringent und tight dar, wirkt begeisternd und löst gleichzeitig Freude als auch Wehmut aus. Freude darüber, dass Ozzy Osbourne dieses Konzert wahrnehmen konnte (obwohl seine Ärzte zehn Tage davor meinten, er würde es nicht überleben) und wir nun alle daran teilhaben können; Wehmut darüber, dass eine absolute Legende weniger auf der Welt weilt, die, wie Yungblud treffend zusammenfasste, allen „Weird Kids“ als Identifikationsfigur diente.

Ozzy schaffte es auf seine unnachahmlich charismatische, authentische Art, eine Respektperson nicht nur innerhalb der Szene zu bleiben, obwohl es viele Momente (die MTV-Reality-Show The Osbournes, die Fledermausgeschichte, seine Alkohol-, Drogen- und Sexeskapaden) gab, die seinen Ruf hätten ruinieren können – doch nicht mit dem „Prince of Darkness“, dessen Erbe größer als jeder Skandal scheint und der hier nun quasi seine letzten Lebensgeister auf die Bühne beschwört, bevor er 17 Tage nach dem Konzert verstirbt. Nachdem es über die meiste Zeit des Films sozusagen ein Klassentreffen und viele Ozzy-Tributes gab, gehört die letzte halbe Stunde ganz der Metal-Koryphäe, ohne Unterbrechungen, bis zum vielleicht etwas kitschigen, dramaturgisch aber sehr schlau gelösten Ende, das wahrscheinlich auch dem härtesten Kutten-Metaller ein paar Tränchen in die Äuglein treibt.

Credits

OT: „Back to the Beginning: Ozzy’s Final Bow“
Land: USA, UK
Jahr: 2026
Regie: Tim Van Someren, Ben Wainwright-Pearce
Mitwirkende: Ozzy Osbourne, Tony Iommi, Geezer Butler, Bill Ward, Jason Momoa, Zakk Wylde, Tom Morello

Bilder

Trailer

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Ozzy & Black Sabbath: Back to the Beginning
fazit
Mit ganz viel Liebe, ohne viel Schnickschnack, ist „Ozzy & Black Sabbath: Back to the Beginning“ im höheren Bereich der Konzertfilme anzusiedeln. Man kann sich nur vorstellen, was für eine Mammutaufgabe es gewesen sein muss, zehn Stunden an Konzert-Footage plus eine würdige Reminiszenz an Ozzy Osbourne in Filmformat zu pressen, doch es ist den Machern dieses Werks eindeutig gelungen.
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