
Momentan ist bei dem Ausflugsschiff Queen Danubia irgendwie der Wurm drin. Jemand bricht dort nachts ein, es kommt zu Vandalismus, sogar die Schiffsglocke ist verschwunden. Wer oder was könnte da nur dahinterstecken? Privatdetektiv Ferdinand Zankl (Michael Ostrowski) soll das Ganze aufklären und beginnt daher, das Schiff zu überwachen. Ein lukrativer Job. Aber auch ein schmerzhafter, da er unglücklich stürzt und sich den Kopf anschlägt. Als er anschließend meint, eine Wasserleiche zu sehen, schenkt ihm Kriminalhauptkommissarin Hermine Grill (Xenia Tiling) daher auch keinen Glauben. Da er selbst nicht weiter ermitteln kann, holt er Frederike Bader (Marie Leuenberger) mit ins Boot. Als diese Blut in der Schiffsküche entdeckt und der Kapitän eines benachbart vor Anker liegenden Transportschiffs verschwindet, ahnt auch sie, dass da etwas nicht mit rechten Dingen zugeht …
Wo ist die Leiche?
Seit 2020 wird die ARD-Krimireihe Ein Krimi aus Passau mittlerweile ausgestrahlt, eine treue Fangemeinde von rund fünf Millionen schaut jedes Mal zu. Kein Wunder also, dass weiterhin regelmäßig neue Teile produziert werden. Zwar muss man manchmal etwas länger warten, dafür gab es meistens gleich zwei Filme im wöchentlichen Abstand. Vergangenes Jahr waren es sogar drei Stück, zuletzt erzählte Bis auf den Knochen davon, wie die Protagonistin ihre Tochter aus den Klauen eines Serienmörders befreien muss. Nun meldet sich die Reihe zurück. Zwar gibt es dieses Mal wieder nur zwei Filme, man kehrt also zur vergangenen Veröffentlichungsweise zurück. Dafür war man aber auch unerwartet flott, es verging gerade mal ein Jahr seit dem Trio. So kurz war die Pause bislang noch nie.
Wer deswegen aber einen Schnellschuss befürchtet, darf beruhigt sein. Man hält sich hier auf dem üblichen Niveau der Reihe. Das bedeutet natürlich auch, dass man sich an die bewährten Elemente hält. So handelt es sich bei dem inzwischen zehnten Teil der Reihe prinzipiell schon um einen klassischen Whodunit, bei dem herausgefunden werden muss, wer den Mann getötet hat. Nur lässt Verlorene Seelen. Ein Krimi aus Passau zunächst offen, ob es überhaupt ein Verbrechen gab, da der Ermittler zwar eine Leiche gesehen zu haben glaubt, sich aber nicht wirklich sicher kein kann. Theoretisch ist da also kein Verbrechen. Praktisch natürlich schon. Warum sollte man sonst einen Krimi draus machen? Die Passage mit der Unsicherheit ist dabei wenig originell, funktioniert aber, da man wieder auf den vertrauten Humor setzt, den der Detektiv mitbringt.
Als Krimi mäßig
Reizvoll ist dabei das Setting. So ein Schiff bringt schon eine ganz eigene Atmosphäre mit sich. Und auch wenn die Zuschauer und Zuschauerinnen natürlich wissen, dass es dort nicht wirklich spukt – übernatürliche Elemente finden sich selten in Krimis des öffentlich-rechtlichen Fernsehens –, gelingt es doch gut, eine entsprechende Stimmung zu erzeugen. Allgemein ist Verlorene Seelen. Ein Krimi aus Passau in der Hinsicht gut geglückt, wenn sich Leute rätselhaft verhalten, alles irgendwie unheilvoll ist. Das Wechselspiel aus düsteren und humorvollen Passagen klappt auch, das seit dem ersten Film zusammen ermittelnde Duo ist sowieso eingespielt. Was das drumherum angeht, hat man also vieles richtig gemacht.
Inhaltlich überzeugt der Film jedoch weniger. So ist das Geschehen von Anfang an ziemlich willkürlich, bei den Ermittlungen hat man nicht den Eindruck, dass da wirklich nachgedacht wird. Die Auflösung kommt dann auch ziemlich aus dem Nichts, man gibt dem Publikum keine Chance, von selbst alles aufklären zu können. Hinzu kommt, dass das auch in anderer Hinsicht sehr fragwürdig ist, da darf man schon etwas verärgert sein, wie leicht man es sich da macht. Insgesamt ist Verlorene Seelen. Ein Krimi aus Passau aber schon ganz ordentlich geworden, Fans werden bei dem Ausflug auf das todbringende Schiff auf ihre Kosten kommen.
OT: „Verlorene Seelen. Ein Krimi aus Passau“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Daniel Rübesam
Drehbuch: Michael Vershinin
Musik: David Reichelt, David Schoch
Kamera: Roland Stuprich
Besetzung: Marie Leuenberger, Michael Ostrowski, Nadja Sabersky, Simon Morzé, Alina Danko, Michael Roll, Xenia Tiling, Stefan Rudolf
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