
Eigentlich hat Teri (Aylin Tezel) bereits in ihrem Alltag genug zu kämpfen, leidet ihre Tochter Luca (Hanna Heckt) doch an einer schwerwiegenden Immunkrankheit. Da hat es ihr gerade noch gefehlt, als sie bei ihrem Job als Putzfrau unfreiwillig Zeugin eines Mordes wird. Dass damit auch ihr Leben vorbei sein wird, ist klar. Schließlich darf es keine Mitwisser geben. Doch sie überzeugt Vincent Karanz (Stefan Gorski) davon, dass sie ihnen dank ihrer beruflichen Kenntnisse dabei helfen kann, alle Spuren zu verwischen. Zögernd lassen sich die anderen darauf ein und müssen erkennen, dass dieses Talent ihnen tatsächlich nützlich sein kann. Während Teri auf diese Weise immer tiefer in die Welt des Verbrechens hineingezogen wird, stellt sie fest, dass diese Kriminellen ihr vielleicht auch bei dem Ziel helfen können, das Leben ihrer Tochter zu retten …
Deutsche Adaption eines argentinischen Thrillers
Etwas unbemerkt von der großen Öffentlichkeit bringt ZDFneo regelmäßig neue Serien heraus. Darunter befinden sich neben lizenzierten Titeln auch europäische Coproduktionen wie der Krimi This Is Not a Murder Mystery über einen Mord unter surrealen Künstlern, die sich auf einem Landsitz treffen, oder der Thriller Phoenix – Change Or Die, der von einer Aktivistengruppe handelt, die für ihre Zwecke die Kinder von Unternehmern entführt. Dann und wann sind aber auch rein deutsche Werke im Angebot. Gerade erst wurde SPYON veröffentlicht, eine Komödie über eine chaotische Truppe, die beim Bundesnachrichtendienst anfangen will. Richtig ernst wird es hingegen bei Serial Cleaner, einer weiteren deutschen Serie des Senders, die einen Tag später im TV zu sehen ist.
Wobei die Wurzeln der Geschichte in Argentinien liegen. Genauer handelt es sich hier um eine Adaption der Serie La chica que limpia aus dem Jahr 2017. Manche könnte der Inhalt auch aus einem anderen Grund bekannt vorkommen: Schon 2022 folgte mit The Cleaning Lady eine US-Fassung des Stoffs, die es auf immerhin vier Staffeln und 46 Folgen brachte. Ob der deutschen Version eine ähnliche Langlebigkeit vergönnt sein wird, bleibt abzuwarten. Eigentlich endet Serial Cleaner auf eine Weise, die eine Fortsetzung nicht gerade zwingend macht. Aber auch qualitativ liefert die Serie nicht genügend Gründe, um weitere Staffeln wünschenswert zu machen. Denn über Durchschnitt kommt das hier alles nicht hinaus, phasenweise liegt das sogar noch unter diesem.
Viel los, wenig dran
Das Szenario könnte einen an die deutsche Kultserie Der Tatortreiniger erinnern. Wirklich vergleichbar sind sie aber nicht. Denn während der Kollege in erster Linie eine Komödie war, die von den sonderbaren Erfahrungen und kuriosen Begegnungen des Protagonisten lebte, da ist Serial Cleaner betont düster. Die Serie verfolgt dabei mehrere Themen. Da ist auf der einen Seite die Sache mit dem schwerkranken Kind, welche die Mutter zu immer verzweifelteren Taten veranlasst. Bis zum Ende ging vor einigen Wochen in eine ähnliche Richtung, auch dort überschritt die Mutter Grenzen, um ihr Kind zu retten. So wie dort darf man auch hier keine höheren Erwartungen an die Glaubwürdigkeit haben. Teilweise ist das hier schon arg überzogen und damit unfreiwillig komisch, was in einem starken Kontrast zur bleischweren Ernsthaftigkeit steht.
Andere Themen betreffen eher das Zwischenmenschliche. So kommt es im Laufe der Zeit zu Streitereien zwischen der Protagonistin und ihrer Schwester. Auch bei der Familie des Gangsters liegt einiges im Argen, wenn beispielsweise Vincents Bruder Christian (Rick Okon) für Stress sorgt. Dafür bändeln die Reinigungskraft und der Gangster an, wobei nicht ganz klar ist, ob das echte Gefühle sind oder doch nur das Stockholmsyndrom. Auf jeden Fall ist da schon einiges unnötiges Drama drin. Dann mischen noch eine Ärztin mit, aber auch die Polizei, die hinter der Verbrecherfamilie her ist. Man kann Serial Cleaner also nicht vorwerfen, dass nicht genug los ist. Da passiert eigentlich schon einiges. Es ist nur alles nicht sehr interessant geworden. Tatsächlich langweilt die Thrillerserie trotz diverser brenzliger Situationen eher, manchmal nervt sie auch. Da gab es schon bessere Eigenproduktionen bei ZDFneo.
OT: „Serial Cleaner“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Andreas Menck
Drehbuch: Andreas Gutzeit, Swantje Oppermann, Florian Puchert
Musik: Paul Eisenach, Maddalena Barbieri, Jonas Valentin Hofer
Kamera: Lars Petersen
Besetzung: Aylin Tezel, Stefan Gorski, Rick Okon, Hanna Heckt, Deleila Piasko, László I. Kish, Jana Julia Roth, Martina Klier, Sven Daniel Buhler, Dārta Daneviča
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