Phoenix - Change Or Die Tv Fernsehen ZDFneo Streamen online Mediathek Video on Demand DVD kaufen
© ZDF/Nicolas Velter

Phoenix – Change Or Die

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„Phoenix – Change Or Die“ // Deutschland-Start: 19. April 2026 (ZDFneo)

Inhalt / Kritik

Eigentlich hatte sich Hans Frankenheimer (Benno Fürmann) das so richtig schön vorgestellt, als er mit den anderen Unternehmenschefs in Annecy eintrifft. Dort wollen sie ihr Projekt „Ice Back“ vorstellen, bei dem es um die Rettung der Gletscher gehen soll. Eine tolle Sache also. Oder nicht? Kritiker bemängeln, dass dies reine Show ist, ein typisches Greenwashing von umweltschädlichen Konzernen, die sich anders zu verkaufen versuchen. Die Aktivistengruppe Phoenix will bei diesem verlogenen Treiben nicht länger tatenlos zusehen. Matthias Boissel (Léo Legrand), seine Schwester Éloïse (Marie Colomb), Alma Castera (Catalina del Rosario), Nina Lehdale (Alva Schäfer), James Willis (Will Attenborough) und Elias Bochatay (Gaël Langouët) greifen deshalb zu verzweifelten Mitteln und entführen die Kinder der besagten Bosse, um sie so dazu zu zwingen, endlich mehr für die Umwelt zu tun …

Kampf gegen die bösen Bosse!

Wenn es um neue Serien geht, ist ZDFneo sicher einer der aktivsten aktuellen Sender. Neben rein deutschen Produktionen werden dabei auch Titel aus dem Ausland gezeigt. Die inhaltliche Abwechslung ist dabei groß. Da war beispielsweise der tragikomische Roadtrip How to Kill Your Sister aus Belgien um eine Frau, die ihre todkranke Schwester auf einer Reise in die Vergangenheit begleitet. Der niederländische Thriller The Kollective handelt von einem unabhängigen journalistischen Netzwerk, das einer düsteren Geschichte auf die Spur kommt. Aus Norwegen wiederum kommt das von einer wahren Geschichte inspirierte Drama After Benjamin über den rassistischen Mord an einem Jugendlichen. Mit Phoenix – Change Or Die bringt der Sender nun eine weitere Serie, die sich mit gesellschaftlichen Themen befasst und dabei die eine oder andere unangenehme Frage stellt.

So sieht das hier erst danach aus, als würde die Serie die unlauteren Machenschaften von Unternehmen anprangern wollen, die ungeniert die Umwelt zerstören und sich durch PR-Maßnahmen freizukaufen versuchen. Sonderlich nuanciert werden diese Konzernbosse nicht dargestellt. Sie sind typisch antagonistische Figuren, nahe an einer Karikatur, gierig, überheblich und unbelehrbar. Wenn jemand gegen diese vorgeht, dann sind die Sympathien eigentlich eindeutig verteilt. Nur dass in Phoenix – Change Or Die die Heldenseite Kinder entführt, die nichts für die Verbrechen der Eltern können und in diesen Kampf hineinziehen. Dass das moralisch mindestens fragwürdig ist, ist klar. Die Serie selbst macht das auch deutlich, da wird niemand nach dem Motto „Der Zweck heiligt die Mittel“ aus der persönlichen Verantwortung entlassen.

Spannend und ambivalent

Das ist gleich in mehrfacher Hinsicht spannend. Zum einen ist da der klassische Genreanteil, der mit einer solchen Entführung einhergeht. Wenn einige der mächtigsten Wirtschaftsbosse deine Feinde sind, ist klar, dass die keine Kosten und Mühen scheuen, um dich zu jagen. Da besteht auf mehreren Seiten Gefahr. Vor allem aber die moralische Komponente ist es, die Phoenix – Change Or Die sehenswert macht. So nachvollziehbar das Ziel der Gruppe sein mag, ist die Aktion an sich nur schwer zu rechtfertigen. Aber man darf sich doch fragen: Wie weit wäre ich bereit zu gehen, um etwas zu erreichen, das wichtig ist? Ist das noch eine gute Sache, wenn Unschuldige darunter leiden müssen? Wie sieht es aus, wenn das tatsächlich das Einzige ist, um den notwendigen Wandel zu erzwingen?

Zu diskutieren gibt es in der Serie also einiges. Das wird auch tatsächlich getan, zumal die Figuren im Laufe der Zeit auch einen Wandel durchmachen. Während die Gegenseite wie gesagt eher schematisch bleibt, wurde zumindest bei den Aktivisten und Aktivistinnen versucht, sie zu Menschen zu machen, nicht zu einer Ansammlung von Ideologien. Zuweilen braucht Phoenix – Change Or Die ein bisschen zu lange, um auf den Punkt zu kommen, oder verheddert sich in irgendwelchen persönlichen Dramen. Beim Finale machte man es sich auch ein bisschen einfach. Dennoch, in der Summe ist die französisch-belgisch-deutsche Coproduktion sehenswert, nimmt ein aktuelles Thema und nähert sich diesem aus verschiedenen Perspektiven an.

Credits

OT: „Phoenix“
Land: Frankreich, Belgien, Deutschland
Jahr: 2025
Regie: Franck Brett
Drehbuch: Matthieu Bernard, Louis Aubert
Musik: Anne-Sophie Versnaeyen, Hugo Gonzalez-Pioli
Kamera: Magali Silvestre de Sacy
Besetzung: Will Attenborough, Catalina del Rosario, Alva Schäfer, Pauline Pollmann, Gaël Langouet, Matéo Paitel, Jules Porier, Benno Fürmann, Jonathan Nyati, Jacqueline Corado, Arnaud Viard, Adrian Can, Léo Legrand, Marie Colomb

Bilder

Trailer

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Phoenix – Change Or Die
fazit
In „Phoenix – Change Or Die“ entführt eine Aktivistengruppe die Kinder von Konzernbossen, um einen ökologischen Wandel zu erzwingen. Das ist sowohl als klassischer Genrebeitrag wie auch als Diskussionsgrundlage spannend, wie weit der Kampf um die gute Sache gehen darf. Zwischendurch verrennt sich die Serie aber ein bisschen.
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