Oasis Dont Look Back in Anger
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Oasis: Don’t Look Back In Anger

Oasis Dont Look Back in Anger
„Oasis: Don’t Look Back In Anger“ // Deutschland-Start: 9. September 2026 (Kino)

Inhalt / Kritik

Mitte der 1990er Jahre war Oasis die größte Band der Welt. Und 2025 war sie es wieder – zumindest für ein paar Monate. Die weltweite Reunion-Tour im vergangenen Jahr elektrisierte die Massen; mehr als 14 Millionen Menschen bewarben sich auf die begehrten Tickets. Nun blickt der Dokumentarfilm Oasis – Don’t Look Back In Anger des Regie-Duos Will Lovelace und Dylan Southern auf diesen denkwürdigen und historischen Konzertsommer zurück.

Der Film beginnt mit einem rasant geschnittenen Schnelldurchlauf aus Archivbildern der Bandgeschichte, von der Gründung 1991 über den rauschhaften Weltruhm Mitte des Jahrzehnts bis hin zur dramatischen Trennung unmittelbar vor einem Konzert im Jahr 2009. Ins Detail wird hier nicht gegangen; offenbar setzt man ein gewisses Grundwissen über die Ereignisse und vor allem die legendäre Dynamik zwischen Sänger Liam sowie Songwriter und Mastermind Noel voraus. 15 Jahre, heißt es, hätten die beiden kein Wort miteinander gewechselt. Dazu muss man sagen, dass die Gallagher-Brüder Meister der PR waren und sind; ihr Dauerstreit stets zentraler Bestandteil der Legendenbildung rund um Oasis. Wie viel davon echt und wie viel immer schon Teil einer PR-Strategie war, wird die Welt wohl nie erfahren. Und auch der sicher von ihnen abgenommene Film muss als Fan-Service und PR-Instrument der Marke „Oasis“ gesehen werden. Die Weltpremiere vor ein paar Tagen bei den Filmfestspielen von Venedig jedenfalls fällt mitten in eine Phase heißer Gerüchte um eine erneute Tournee im kommenden Jahr. Doch auch das Wissen darum tut der emotionalen Wucht des Films erstaunlicherweise keinen Abbruch.

Zwischen Streit und Anbetung

Das liegt auch an der cleveren Dramaturgie des bekannten Drehbuchautoren Steven Knight, der sich einiger Kunstgriffe bedient: So wurden die Aufnahmen der Proben vor dem ersten Auftritt mit fixierten Kameras im Proberaum aufgezeichnet. Diese fly-on-the-Wall-Ästhetik erinnert an Reality TV-Formate, was zu den zurückliegenden Streitigkeiten der Gallaghers natürlich bestens passt. Auch bei den Proben herrscht Anspannung angesichts von 41 Konzerten in 14 Ländern, die der wiedervereinigten Band bevorstehen. Der erste dieser Auftritte, im walisischen Cardiff, wird dann ein Triumph, mit den die Beteiligten selbst nicht gerechnet hatten. Eine Stimmung irgendwo zwischen Volksfest, Fußballspiel und Gottesdienst („It’s like witnessing the rebirth of Christ.“) überträgt sich von der Leinwand in den Kinosaal; getragen von der großartigen Musik und der cleveren Inszenierung. Die Reaktionen gleichen sich, egal ob in England, Brasilien oder Südkorea, und als jemand, der selbst bei einem der Konzerte war, kann ich die Authentizität des Gezeigten bestätigen (noch nie habe ich derart viele Männer weinen sehen).

So folgt der Film Oasis rund um den Globus, von ihrer Heimatstadt Manchester bis nach Buenos Aires und Tokio. Was den Film von herkömmlichen Musikdokumentationen bzw. Bandbiografien unterscheidet, ist der Fokus, der auf die Fans gelegt wird. Auf mehreren Stationen der Tour werden vor Ort Enthusiast:innen porträtiert, die von der Bedeutung berichten, die Oasis für sie und ihr Leben hat. Durch diese persönliche Spiegelung erreicht der Film eine viel größere emotionale Tiefe, als es Konzertaufnahmen allein oder talking heads irgendwelcher Weggefährten vermocht hätten. Es wird deutlich, welch enorme Bedeutung die Musik von Oasis für Millionen Menschen auf der ganzen Welt hat und wie die Fans daraus Selbstbewusstsein ziehen und auch Zugehörigkeit finden – über Landesgrenzen und Sprachbarrieren hinweg. Die Fans, das wird hier ganz klar, sind für das Phänomen Oasis genauso wichtig wie die Band selbst.

Nostalgie und Eskapismus in Krisenzeiten

Bemerkenswert ist, dass die Musik auch sinn- und identitätsstiftend für junge Menschen ist, die zu Hochzeiten der Band vielleicht noch gar nicht geboren waren. Diese neue Generation an Fans erklärt sich auch dadurch, dass das Oasis-Comeback in eine Zeit voller Krisen fällt, in denen sich viele Menschen nach vermeintlich unbeschwerten und simpleren Zeiten zurücksehnen. Oasis symbolisiert und personifiziert diese idealisierte Ära und ist Projektionsfläche für Nostalgie und Eskapismus. Die Musik von Oasis ist eine Zeitkapsel und auch Oasis – Don’t Look Back In Anger selbst greift dies durch sein konsequentes Bildformat von 4:5 auf; sodass Archivaufnahmen und Bilder der aktuellen Tour visuell nicht gegeneinander stehen. Teil des Films ist auch das erste gemeinsame Interview der Brüder seit 15 Jahren. Ganz offenbar sind sie im Reinen mit sich selbst und miteinander. Die Gallaghers blicken versöhnlich zurück – und nicht etwa im Zorn. Zumindest nicht heute.

Credits

OT: „Oasis: Don’t Look Back In Anger“
Land: UK
Jahr: 2026
Regie: Will Lovelace, Dylan Southern
Drehbuch: Steven Knight
Musik: Oasis
Mitwirkende: Liam Gallagher, Noel Gallagher, Paul „Bonehead“ Arthurs

Trailer

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Venedig 2026

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Oasis: Don’t Look Back In Anger
fazit
Clever rekonstruiert „Oasis – Don't Look Back in Anger“ die triumphale Comeback-Tour der britischen Band im Sommer 2025. Dabei kommen nicht nur die Gallagher-Brüder, sondern auch viele Fans zu Wort. Eine nostalgische und emotionale Reise, die von Gemeinschaft und Zugehörigkeit erzählt und nicht nur zurück, sondern auch nach vorne schaut.
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