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Susan … verzweifelt gesucht

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„Susan … verzweifelt gesucht“ // Deutschland-Start: 2. August 1985 (Kino) // 1. April 2020 (DVD)

Inhalt / Kritik

Nach außen hin kann Roberta Glass (Rosanna Arquette) eigentlich nicht klagen: Sie ist mit dem Badewannenverkäufer Gary (Mark Blum) verheiratet und lebt mit diesem in einer Luxusvilla. Nur ist dieses Leben eben sehr langweilig, Roberta sehnt sich nach Abwechslung und ein bisschen Nervenkitzel. Diesen meint sie zu finden, als sie bei der Lektüre von Kontaktanzeigen die Geschichte von Susan (Madonna) und Jim (Robert Joy) verfolgt und ihrer Fantasie freien Lauf lässt. Also beschließt sie, selbst an den Treffpunkt zu gehen, um die beiden zu beobachten Schnell ist sie fasziniert von der selbstbewussten Fremden und ihrer auffälligen Kleidung. So fasziniert, dass sie später die Jacke kauft, die Susan in einem Laden gegen ein Paar Stiefel getauscht hat. Dummerweise führt dies aber zu einer folgenreichen Verwechslung, zumal Roberta in einen Unfall gerät und ihr Gedächtnis verliert …

Die Queen of Pop auf Abwegen

Es ist keine Seltenheit, dass jemand, der Karriere im Musikgeschäft gemacht hat, sich irgendwann an der Schauspielerei versucht. Manche sind auch dabei sehr erfolgreich, siehe etwa Cher oder Bette Midler, die zeitweise sogar eher als Schauspielerinnen bekannt waren. Bei anderen war das mit der zweiten Laufbahn eher schwierig. Madonna ist so ein Fall. Der überwiegende Teil ihrer Filmografie ist schlecht oder ein Flop, des Öfteren auch beides. Aber es gibt sie, die positiven Ausnahmen. Dick Tracy (1990), Eine Klasse für sich (1992) und Evita (1996) wurden jeweils zu Hits. Und auch Susan … verzweifelt gesucht, mit dem sie 1985 ihren ersten kommerziellen Film als Hauptdarstellerin drehte, spielte an den Kinokassen ordentlich Geld ein. Die Kritiken waren ebenfalls gut, was auf wenige Filme mit der Sängerin zutrifft.

Wobei man aber auch sagen muss, dass sich die schauspielerische Arbeit hier eher in Grenzen hält. Denn eigentlich spielt Madonna nur Madonna: eine unangepasste, selbstbewusste Frau in auffälliger Kleidung, irgendwo zwischen Kleinmädchencharme und Sexbombe. Susan … verzweifelt gesucht versucht dann auch nicht wirklich, eine Geschichte über die Protagonistin zu erzählen. Sie ist am Ende des Films dieselbe wie am Anfang. Und die Charakterisierung war da schon dünn. Bei den anderen sieht es nicht so viel besser aus, die meisten sind nur ein Mittel zum Zweck. Die größte Ausnahme ist noch Roberta, die eigentliche Hauptfigur der Komödie. Sie wird zunächst als Träumerin gezeigt, die durch andere ihr langweiliges Leben zu vergessen versucht. Nach einigen Abenteuern hat sie genügend Selbstbewusstsein gesammelt, um ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.

Viel 80er-Jahre-Charme

Wer großzügig ist, darf in dem Film einen feministischen Beitrag zum Thema Selbstbestimmung sehen. Ganz so weit muss man aber nicht gehen, den Anspruch hatte hier wohl niemand. Stattdessen handelt es sich um eine Komödie, die mit verschiedenen Elementen arbeitet. Zum einen ist da natürlich der starke Kontrast zwischen den beiden Frauen, der aber aufgrund fehlender gemeinsamer Szenen nicht wirklich zum Tragen kommt. Einen deutlich größeren Anteil hat da schon die Verwechslung, gepaart mit einer Amnesie, wenn gleich mehrere Leute Roberta für Susan halten – lediglich der Jacke wegen. Susan … verzweifelt gesucht baut dabei zusätzlich einige brenzlige Situationen ein. Das macht aus dem Film zwar noch keine Thrillerkomödie, wie man das manchmal lesen kann. Ein bisschen Action hat aber nicht geschadet.

Dass Susan … verzweifelt gesucht bis heute sehenswert ist, liegt aber auch am 80er-Jahre-Charme. Eine gewisse Unbekümmertheit, die Kostüme, die Musik – unter anderem ist Madonna mit ihrem Hit Into the Groove zu hören –, das hier ist an vielen Stellen fast schon so etwas wie die Quintessenz der damaligen Zeit. Die Sache mit den Kontaktanzeigen in einer Zeitung sorgen für etwas zusätzliches nostalgisches Flair. Da sich dauernd die Ereignisse überschlagen und irgendetwas passiert, ohne eben die Geschichte voranzubringen, kann man sich hier gemütlich zurücklehnen und seinen Spaß haben bei dieser turbulenten Odyssee durch New York City.

Credits

OT: „Desperately Seeking Susan“
Land: USA
Jahr: 1985
Regie: Susan Seidelman
Drehbuch: Leora Barish
Musik: Thomas Newman
Kamera: Edward Lachman
Besetzung: Madonna, Rosanna Arquette, Aidan Quinn, Mark Blum, Laurie Metcalf, Robert Joy, Anna Levine, Will Patton, Peter Maloney

Bilder

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Susan … verzweifelt gesucht
fazit
In „Susan ... verzweifelt gesucht“ träumt eine gelangweilte Frau von einem aufregenden Leben und wird mit einer anderen verwechselt. Die turbulente Komödie macht auch Jahrzehnte später noch Spaß, gefällt durch seinen unbekümmerten 80er-Jahre-Charme. Inhaltlich darf man jedoch nicht viel erwarten.
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