Lotte & Totte: Min første ven
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Lotte & Totte

„Lotte & Totte“ // Deutschland-Start: 20. August 2026 (Kino)

Inhalt / Kritik

Lotte versteht die Welt nicht mehr. Schlimm genug, dass ihre Eltern sich nur noch um ihren jüngeren Bruder kümmern und kaum noch Zeit für sie haben. Seinetwegen sind sie auch noch umgezogen, weg von dem Hochhaus, rein in ein Einfamilienhaus. Da haben sie zwar mehr Platz, statt eines Spielplatzes gibt es aber nur noch eine alte Schaukel. Und vor allem sind da keine Kinder. Mit wem soll sie denn spielen? Doch dann macht die 4-Jährige die Bekanntschaft von Totte. Der ist nicht nur so alt wie sie und heißt fast genauso. Es macht auch richtig viel Spaß, Zeit mit ihm zu verbringen. Während Lotte mit ihm Freundschaft schließt und auch dessen Oma toll findet, kommt es aber zu einem Zwischenfall, der alles zu zerstören droht …

Ein Kinderfilm auf Augenhöhe

Was macht eigentlich einen guten Kinderfilm aus? Das ist gar nicht so einfach zu beantworten. Klar, er sollte der Zielgruppe entsprechend etwas einfacher aufgebaut sein und dabei gleichzeitig Spaß machen. Oft sehen Filmschaffende das aber als Anlass, eine Mischung aus Slapstick-Humor und seichter Popmusik zu kreieren. Zu erzählen haben die Filme dann meist nichts. Dass es auch anders geht, zeigt Lotte & Totte. Denn der dänische Animationsfilm mag eine recht kleine Produktion sein, zeigt aber vielen großen Kollegen, wie man das anstellt. Denn hier wird nicht von oben herab bestimmt, was Kinder zu mögen haben. Man begibt sich vielmehr auf Augenhöhe und fragt sich, wie die Jungen und Mädchen die Welt sehen und was sie tatsächlich bewegt.

Schon die Ausgangssituation ist eine, mit der sich sicherlich viele Kinder werden identifizieren können. Wer als Einzelkind aufwächst, versteht oft nicht, warum sich vieles auf einmal ändert, wenn jüngere Geschwister da sind. Wenn Lotte vorschlägt, den Bruder zurückzugeben, damit sie wieder in das Hochhaus zurückkönnen, ist das natürlich egoistisch und absurd. Aber es entspricht eben der Kinderlogik. Und auch später, wenn es in Lotte & Totte zu einem Zwischenfall kommt, der die neue Freundschaft bedroht, ist es nicht schwierig, da mitzufühlen und sich in den Ereignissen irgendwo selbst zu sehen. Die Adaption einer Romanreihe der schwedischen Autorin Gunilla Wolde ist nah dran an der Erlebniswelt und erzählt im Großen und Ganzen eine realistische Geschichte.

Eine (fast) alltägliche Geschichte

Der Film nimmt dabei ernste Themen auf, verpackt diese aber in einen schönen und leichten Film. Da ist zwar leider eine klischeehafte dramatische Zuspitzung zum Ende hin, die immer ein bisschen billig ist, weil sie künstlich eine Besinnung auf das Wesentliche erzwingt. Ansonsten gefällt Lotte & Totte aber durch die Darstellung einer beginnenden Freundschaft zwischen zwei Kindern. Die beiden machen keine außergewöhnlichen Erfahrungen, erleben keine Abenteuer. Es reicht ihnen, wenn sie zusammen im Garten spielen, sich verkleiden oder am Strand herumtollen. Der dänische Familienfilm zeigt die Freude einer solchen Begegnung, aber auch, wie einfach das alles sein kann. Das wirkt fast schon ein bisschen aus der Zeit gefallen, wie hier viele Elemente der Gegenwart überhaupt keine Rolle spielen.

Die Optik ist dabei gefällig. Man strebt hier einen Zeichentricklook an, der ebenfalls so wirkt, als wäre er aus einer früheren Epoche. Aber er ist auch sehr stimmungsvoll. Die Hintergründe mögen alle etwas einfacher gebaut sein, als man das aus den CGI-Blockbustern der US-Konkurrenz kennt. Aber die gemalte Anmutung ist sehr angenehm. Lotte & Totte arbeitet zudem mit ausdrucksstarken Figuren, gerade bei den Gesichtern wurde schon einiges getan. Da der Film mit einer Laufzeit von gerade einmal einer Stunde Länge zielgruppengerecht kurz geworden ist, ist das hier ein gelungener Film, wenn man mal wieder etwas für den Nachwuchs sucht. Und es wäre dem Geheimtipp, der auf einigen Festivals zu sehen war, zu wünschen, dass er in den regulären Kinos tatsächlich sein Publikum findet.

Credits

OT: „Lotte & Totte: Min første ven“
Land: Dänemark
Jahr: 2026
Regie: Mia Fridthjof
Drehbuch: Mia Fridthjof
Vorlage: Gunilla Wolde
Musik: Kristian Eidnes Andersen

Bilder

Trailer

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Lotte & Totte
fazit
In „Lotte & Totte“ muss sich ein Mädchen wohl oder übel mit dem neuen Zuhause arrangieren und schließt dabei Freundschaft mit dem Nachbarjungen. Es gelingt dem Animationsfilm schön, aus Sicht von Kindern zu erzählen. Das ist visuell ansprechend und inhaltlich gelungen, nur die klischeehafte Zuspitzung hätte es nicht gebraucht.
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