Fang mich doch! TV Fernsehen ZDF Streamen online Mediathek Video on Demand DVD kaufen
© ZDF/Stefan Erhard

Fang mich doch!

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„Fang mich doch!“ // Deutschland-Start: 31. August 2026 (ZDF)

Inhalt / Kritik

Georg (Jan Krauter) und Mara Sommer (Pina Bergemann) haben es geschafft: Ihre Tochter Bernadette (Elise Lindner) wurde in der Kita aufgenommen! Das liegt aber auch daran, dass es Georg nicht so genau nimmt mit der Wahrheit. So darf niemand erfahren, dass er arbeitslos ist und seine Frau als Putzfrau arbeitet. Stattdessen lässt er alle glauben, dass er ein erfolgreicher BWLer aus reichem Haus ist. Dieses Image veranlasst die anderen auch, ihm einen Platz im Vorstand der Kita zu überlassen, die Finanzen inklusive. Und die sind überraschend üppig: Mehrere 100.000 Euro schlummern auf dem Konto. Zumindest noch. Denn Georg hat Gefallen an einem Leben gefunden, wo Geld keine Rolle spielt, weshalb er immer mehr von den Ersparnissen für seine eigenen Zwecke missbraucht …

Die Sehnsucht nach einem besseren Leben

Eigentlich ist der Montagabend im ZDF ja Krimis vorbehalten, unter anderem laufen dann so beliebte Reihen wie Die Toten vom Bodensee oder Nord Nord Mord. Dieses Mal hat der Sender für diesen Programmplatz aber eine Komödie gewählt, was ein klein wenig überraschend ist. Mag sein, dass dies noch mit der Sommerzeit zusammenhängt, da werden schon mal ein paar Regeln ausgesetzt. Wobei Fang mich doch! durchaus auch Krimielemente hat. Schließlich steht im Mittelpunkt ein Mann, der lügt und betrügt, später auch im großen Stil Geld veruntreut. Kriminelle Machenschaften gibt es also auch dieses Mal. Und doch ist der Film kaum mit dem zu vergleichen, was man sonst immer um diese Zeit zu sehen bekommt.

So gibt es hier keine Rätsel, welche an der Seite des Publikums gelöst werden müssen. Wir müssen nicht spekulieren, wer ein bestimmtes Verbrechen verübt hat und aus welchem Grund. Schließlich sind wir immer live dabei, wenn Georg Gelder veruntreut. Und auch bei dem „warum“ gibt es nicht sehr viel zu klären. Sicher, man hätte vielleicht noch mehr in die Figurenzeichnung investieren können und versuchen können, diese Missetaten zu psychologisieren. Unbedingt notwendig ist das aber kaum. Fang mich doch! beschreibt den Protagonisten als einen Mann, der sich danach sehnt, größer und besser zu sein, mehr angesehen und erfolgreich. So will er sich von Anfang an als jemand anderes verkaufen, versteckt die wenig schmeichelhafte Wahrheit hinter einem breiten Lächeln und viel Charme.

Aus Spaß am Lügen

Das kann man erbärmlich finden, vielleicht sogar verabscheuungswürdig. Ein Vorbild ist Georg sicherlich nicht, am wenigsten für die Tochter. Und doch hat es eine tragische Note, wie da jemand unglücklich in seinem Leben gefangen ist und keinen Weg findet, dieses zu verbessern. Fang mich doch! schafft dabei schon auch ein wenig Identifikationsfläche, wenn der Protagonist sich danach sehnt dazu zu gehören und angenommen zu werden. So falsch seine Schlussfolgerung ist, nachfühlen kann man das schon. Das wäre als Drama durchaus denkbar gewesen. Stattdessen hat man jedoch eine Komödie daraus gemacht, zumindest offiziell handelt es sich um eine solche, wenn die Situation immer weiter eskaliert, das Lügenkonstrukt immer größer wird.

Tatsächlich witzig ist das Ganze nicht. Dafür ist man hier zu halbherzig, es gibt zu wenig komische Situationen, die paar überzeichneten Nebenfiguren sind nicht wirklich amüsant. Und es ist auch nicht so, als wäre der Ablauf der Handlung wirklich überraschend, Anfangs fragt man sich zwar schon, wie weit Georg bei all dem noch gehen wird. Aber im Groben weiß man natürlich, was alles passieren wird. Und doch ist Fang mich doch! eigentlich ganz ordentlich geworden. Man verfolgt hier schon irgendwie gern, wie sich der Protagonist immer weiter verrennt. Aber auch, wie die Kita-Gemeinschaft nach und nach demontiert wird. Denn so toll, wie die Leute denken, sind sie dann doch nicht. Sicher wäre bei der Komödie, die 2025 auf dem Filmfest Hamburg Premiere feierte, mehr Biss drin gewesen. Anschauen kann man sie jedoch auch in dieser Form.

Credits

OT: „Fang mich doch!“
Land: Deutschland
Jahr: 2025
Regie: Ester Amrami
Drehbuch: Elke Rössler
Musik: Can Erdoğan, Beat Solèr
Kamera: Omri Aloni
Besetzung: Jan Krauter, Pina Bergemann, Elise Lindner, Friederike Kempter, Anna Brüggemann, Lara-Sophie Milagro, Claudia Wiedemer, Tobias Oertel

Bilder

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Fang mich doch!
fazit
In „Fang mich doch!“ verstrickt sich ein Mann in der Kita seiner Tochter in einem Lügenkonstrukt, bevor er auch noch Geld unterschlägt. Das ist zwar nicht so komisch, wie es wohl gedacht war. Auch in anderer Hinsicht war mehr möglich. Irgendwie schaut man bei diesem Debakel aber doch gern zu, zumal die Sehnsucht nach Anerkennung Identifikationsfläche schafft.
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