
Die deutsche Archäologin Simone Fechter (Luisa Gaffron) war für Ausgrabungen nach Italien gereist. Doch was als Dienst für die Wissenschaft gedacht war, entwickelt sich zunehmend in einen Albtraum. Ihr Doktorvater und Ausgrabungsleiter Thilo Kräutner (Daniel Christensen) ist verschwunden, sie selbst fühlt sich verfolgt. Als sie kurze Zeit später ebenfalls verschwindet, fühlt sich Karla Lorenz (Natalia Wörner) verantwortlich und sucht die Hilfe von Commissario Ricarda Motte (Clelia Sarto). Die ist zur gleichen Zeit mit dem Mord an einem einheimischen Grabungshelfer beschäftigt. Könnte dies mit dem spektakulären Fund einer etruskischen Kriegerfigur zusammenhängen?
Grenzüberschreitung aus Prinzip
Seit etwas mehr als zehn Jahren wird inzwischen Die Diplomatin ausgestrahlt. Ungewöhnlich an der ARD-Krimireihe ist dabei, dass hier mal nicht die Polizei im Mittelpunkt steht oder sonst jemand, dessen Beruf irgendwie mit der Aufklärung von Verbrechen zu tun hat, sondern jemand, der in der Politik tätig ist. Dem Publikum gefällt das, weshalb seither immer mal wieder neue Filme erscheinen, die in verschiedenen Ländern spielen. Offensichtlich plant man, in Zukunft alle Geschichten in Italien anzusiedeln. Zumindest wurde vergangenes Jahr mit Die Diplomatin in Rom: Tod einer Nonne der offizielle Reihentitel um das „in Rom“ ergänzt, obwohl schon die vorherigen Teile die ewige Stadt als Schauplatz hatten. Mit Gefährliche Lügen kommt nun der zweite Film heraus seit der Umbenennung, es ist der neunte der Gesamtreihe.
Am Konzept hat sich, Schauplatz hin oder her, natürlich nichts getan. Erneut geht es darum, dass irgendeine deutsche Person in Schwierigkeiten gerät und die Protagonistin es als ihre persönliche Mission ansieht, diese zu retten. Dass sie damit regelmäßig Grenzen überschreitet, ist klar, daran hat man sich gewöhnt. Und oft liegen irgendwelche Verschwörungen oder finstere Machenschaften vor, die nach und nach enthüllt werden. Bei Die Diplomatin in Rom: Gefährliche Lügen ist das nicht anders. Während es bei vielen Krimis darum geht, ein einzelnes Verbrechen aufzuklären und nach der Tatperson zu suchen, der klassische Whodunit eben, ist es hier vielmehr ein ganzes Netz. Geht es um größere Themen, geht es um mehr.
Zu viel auf einmal
Das thematische Umfeld der Archäologie ist dabei ganz interessant und sicherlich auch nach wie vor relevant. Schließlich treffen hier Vergangenheitsforschung und Fragen kultureller Identität auf die gute alte Gier. Während für manche solche antiken Schätze einen ideellen Wert haben, sind andere nur daran interessiert, was man damit verdienen kann. Die Diplomatin in Rom: Gefährliche Lügen beleuchtet dabei auch Graubereiche, wenn nicht immer die Grenze zwischen Bewahrung und Diebstahl klar definiert ist. Zu viel sollte man dann aber doch nicht erwarten. Das ist hier vor allem als Unterhaltungsfilm gedacht, bei dem das Publikum mitfiebern soll. Deswegen werden die Diskussionen nicht sonderlich vertieft, allenfalls angeschnitten.
Der Unterhaltungsfaktor ist dabei ordentlich, ohne jedoch wirklich höhere Sphären zu erreichen. Das liegt auch daran, dass sich der Film zu sehr in verschiedenen Strängen verheddert. Da geht es mal um Raubkunst, dann um einen neuen Fund, um Mord und die Suche nach verschwundenen Menschen. Und auch Jan Horava (Alexander Beyer), eigentlich ein tschechischer Kommissar, darf seine vor einigen Folgen begonnene Geschichte um einen folgenreichen Anschlag fortsetzen. Dadurch passiert in Die Diplomatin in Rom: Gefährliche Lügen zwar ständig etwas, der Film kommt aber nur wenig voran. Das Ergebnis ist nicht so spannend, wie es eigentlich sein sollte. Das etwas andere Setting, welches fast schon eine Abenteueratmosphäre mit sich bringt, sorgt in der Reihe für Abwechslung. Aber es gab schon interessantere Geschichten.
OT: „Die Diplomatin in Rom: Gefährliche Lügen“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Anna-Katharina Maier
Drehbuch: Christian Schnalke
Musik: Chris Bremus
Kamera: Josef Mittendorfer
Besetzung: Natalia Wörner, Clelia Sarto, Alexander Beyer, Langston Uibel, Luisa Gaffron, Juergen Maurer, Daniel Christensen, Max von Pufendorf
Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision, ohne dass für euch Mehrkosten entstehen. Auf diese Weise könnt ihr unsere Seite unterstützen.
(Anzeige)











