L’Affaire Bojarski Der perfekte Schein – Der Fall Bojarski
© 2025 Guy Ferrandis - Le Bureau Films - Les Compagnons du Cinema_PROGRESS Filmverleih

Der perfekte Schein – Der Fall Bojarski

„Der perfekte Schein – Der Fall Bojarski“ // Deutschland-Start: 30. Juli 2026 (Kino)

Inhalt / Kritik

Wie viele andere Polen auch hat Jan Bojarski (Reda Kateb) während des Zweiten Weltkriegs seine Heimat verlassen. Am Ende landet er in Frankreich, wo er hofft, sich eine neue Existenz aufzubauen. Doch der Ingenieur findet einfach keine Einstellung, seine Versuche, sich als Erfinder zu behaupten, führen zu nichts. Wie soll er da sich und seine Frau Suzanne (Sara Giraudeau), die er in seiner Wahlheimat kennengelernt hat, ernähren können? In seiner Not geht er dazu über, Geldnoten zu fälschen. Darin ist er sehr begabt, seine Blüten sind kaum von den Originalen zu unterscheiden. Das wiederum ruft den Kommissar André Mattei (Bastien Bouillon) auf den Plan, der fest entschlossen ist, den Fälscher zu schnappen und hinter Gitter zu bringen …

Die Geschichte eines berühmten Fälschers

True Crime und kein Ende. Klar, schon früher war da die Faszination für reale Verbrechen. Immer wieder wurden Filme gedreht, die sich solcher annehmen, darunter etwa der starbesetzte Kult-Thriller Zodiac – Die Spur des Killers. Auch das oscargekrönte Monster erzählte die Geschichte einer tatsächlichen Serienkillerin.  Doch das hat sich in den letzten Jahren noch einmal deutlich gesteigert. Vor allem im Streamingbereich wimmelt es vor Filmen und Serien, die sich alte Fälle schnappen und für das Publikum aufarbeiten. Nun schafft es mit Der perfekte Schein – Der Fall Bojarski auch mal wieder ein solcher True-Crime-Filme in die hiesigen Kinos. Allerdings sollte man dabei nicht mit falschen Erwartungen ein Ticket kaufen, da der Film in mehrfacher Hinsicht in eine andere Richtung geht.

Beispielsweise ist bei dem Porträt des Geldfälschers Jan Bojarski einiges mal wieder fiktionalisiert oder es wird spekulativ, wo eindeutige Antworten fehlen. So weiß man schlicht nicht, was genau seine Frau Suzanne von all dem wusste. Eine solche Fiktionalisierung ist nicht wirklich etwas Ungewöhnliches, die meisten biografischen Filme nehmen das mit der Wahrheit nicht ganz so genau, verdichten einiges oder dichten etwas neu hinzu. Der perfekte Schein – Der Fall Bojarski ist in der Hinsicht ein Biopic wie andere auch. Wer einen solchen Anspruch mitbringt, ist hier falsch. Der Film will primär unterhalten und setzt dabei auf verschiedene Mittel. Da ist zum einen das Familienleben, welches von den illegalen Machenschaften beeinflusst wird. Auch wenn Frau und Kinder anfangs nichts ahnen, liegt da doch ein Schatten über dem Familienleben.

Sehenswertes Porträt

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal: Regisseur und Co-Autor Jean-Paul Salomé (Eine Frau mit berauschenden Talenten) macht den Kriminellen zu einem Protagonisten. Zwar wird Jan Bojarski nicht völlig von Schuld freigesprochen, das Fälschen von Geldnoten ist und bleibt ein Verbrechen. Der perfekte Schein – Der Fall Bojarski zeigt aber eindeutig Sympathien für den Polen, der aufgrund fehlender Papiere in Frankreich keine Perspektive hat. Auch wenn das Porträt mit der Zeit ambivalenter wird und die Fälschungen auch Ausdruck einer gewissen Eitelkeit sind: Das Publikum soll mit ihm mitfiebern, soll auf seiner Seite stehen, während er sich ein Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei liefert. Die anderen Figuren sind weniger ausgearbeitet, haben eher eine Funktion, als dass sie wirkliche Charaktere sind.

In der Hinsicht sollte man also nicht zu viel erwarten. Und auch bei der Spannung heißt es, sich mit weniger zu begnügen. Überraschungen gibt es keine, selbst wenn man die Geschichte nicht kennt, weiß man, wie das ablaufen wird. Actionszenen sind in Der perfekte Schein – Der Fall Bojarski zudem rar gesät. Und wenn doch mal etwas in diese Richtung passiert, dann wirkt das irgendwie deplatziert, so als hätte man das aus einem ganz anderen Film rauskopiert. Als Porträt eines einfallsreichen Mannes ist das Krimidrama hingegen auf jeden Fall sehenswert. Man reist hier gern in die Vergangenheit und verfolgt über Jahre hinweg, wie der Protagonist mit der Situation umgeht und dabei ebenso verblüffende wie fragwürdige Entscheidungen trifft.

Credits

OT: „L’Affaire Bojarski“
Land: Frankreich
Jahr: 2025
Regie: Jean-Paul Salomé
Drehbuch: Jean-Paul Salomé, Bastien Daret
Musik: Mathieu Lamboley
Kamera: Julien Hirsch
Besetzung: Reda Kateb, Sara Giraudeau, Bastien Bouillon, Pierre Lottin

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Der perfekte Schein – Der Fall Bojarski
fazit
„Der perfekte Schein – Der Fall Bojarski“ erzählt die Geschichte eines polnischen Flüchtlings, der in Frankreich zu einem berühmten Geldfälscher wurde. Das Krimidrama zeichnet seinen Protagonisten zwar mit etwas Ambivalenz, bringt diesem insgesamt aber viel Sympathie entgegen. Hochspannend ist das nicht, sehenswert aber durchaus.
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