
Ian (Alex Pettyfer) hat sein Leben dem Schreiben gewidmet. Das klappt aber schon länger nicht mehr, der Schriftsteller leidet unter einer üblen Schreibblockade – sehr zum Ärger seines Agenten, der endlich einen neuen Roman braucht. Dass Ian seine Freundin, die er eigentlich heiraten wollte, mit einem anderen Mann erwischt, macht sein Leben auch nicht unbedingt einfacher. Um auf andere Gedanken zu kommen, beschließt er deshalb, allein nach Italien zu fahren, um dort auf der Olivenfarm zu bleiben, die Giacomo (Andy Garcia) mit seiner Tochter Ariana (Eva De Dominici) betreibt. Bald reist ihm seine Tante Audrey (Toni Collette) hinterher, aus Sorge um ihren kriselnden Neffen …
Liebe nach Schema F
Es gehört zu den Standardszenarien in Liebesfilmen: Die Hauptfigur macht zu Beginn die schockierende Erfahrung, betrogen worden zu sein, und tritt deshalb erst einmal die Flucht nach vorn an. Gefühlt fängt jedes zweite Herzkino auf diese Weise an. Insofern darf einem Under The Stars sehr bekannt vorkommen. Wobei die Liebeskomödie zumindest in einer Hinsicht anders ist. Fast immer sind es Frauen, die an einen treulosen Kerl geraten und deshalb wieder aufgebaut werden müssen. Hier ist es ein Mann. Wobei dieser – auch das unterscheidet den Film von den vielen ähnlich gelagerten – nicht ganz unschuldig ist an seiner misslichen Lage. Schließlich hatte er zuvor die Beziehung vernachlässigt, war zu sehr mit dem Buch beschäftigt, das nicht zustande kommt.
Dass der Film von einem Autor handelt, dem nichts einfällt, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Schließlich gilt das auch für Victoria Vinuesa, die das Drehbuch verfasst hat. Zwar muss man sich über das Ergebnis nicht annähernd so sehr ärgern wie über See You On Venus – Meine Reise zu dir, dessen Skript ebenfalls von Vinuesa stammt. Bei Under The Stars wird beispielsweise darauf verzichtet, auf ähnlich zynische Weise Schicksalsschläge zu missbrauchen. Man wird auch von solchen Kalendersprüchen verschont, mit denen bei dem obigen Film Tiefgang vorgegaukelt wurde. Statt solcher Ärgernisse ist hier eher Langeweile angesagt, wenn sich der kriselnde Autor und die Farmertochter näherkommen. Denn da wird nur mal wieder nach dem Schema F vorgegangen.
Langweiliges Paar
Es gelingt Regisseurin Michelle Danner (The Runner – Du kannst nicht allem entfliehen, was du getan hast) auch nicht so wirklich, aus dem Ensemble mehr herauszuholen. Die bessere Paarung ist dabei noch die von Giacomo und Audrey, die im weiteren Verlauf eine größere Rolle spielt. Das liegt auch an der Besetzung, zumindest nimmt man dieser ab, dass sie irgendwie Spaß bei der Sache hatte. Das Hauptpaar hingegen fällt dadurch auf, dass es so farblos ist. Da entsteht in Under The Stars keine nennenswerte Chemie. Attraktiv sind Alex Pettyfer und Eva De Dominici zweifelsfrei. Aber es hätte doch noch ein bisschen mehr gebraucht, damit man sich für das Schicksal der beiden Figuren interessiert. Etwas, das einen nicht ganz so sehr langweilt.
An manchen Stellen macht der Film durch das Setting wieder einiges wett. Zwar sind die Bilder nicht ganz so malerisch wie in No Place to be Single, einer weiteren Liebeskomödie, die in Italien spielt. Aber das Ganze hat doch einen gewissen rustikalen Charme. Ein Faible hierfür vorausgesetzt, könnte man also schon auf seine Kosten kommen. Es gibt sicherlich auch schlimmere Liebeskomödien als diese hier. Als Argument, sich Under The Stars anzuschauen, ist das aber etwas dürftig. Dieses Segment ist so überlaufen, jedes Jahr werden unzählige neue Filme gedreht, die in eine ähnliche Richtung gehen. Da hätte es schon mehr gebraucht, um bestehen zu können. So sehr man sich das auch wünschen würde, es findet sich einfach kein überzeugendes Argument, warum man nun ausgerechnet diesen Genrevertreter anschauen sollte und nicht einen von den beliebigen anderen.
OT: „Under The Stars“
Land: USA, Italien
Jahr: 2026
Regie: Michelle Danner
Drehbuch: Victoria Vinuesa
Musik: Andrea Guerra
Kamera: Pierluigi Gigi Malavasi
Besetzung: Alex Pettyfer, Eva De Dominici, Toni Collette, Andy Garcia
Amazon (DVD „Under The Stars“)
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