Ticket ins Leben Aimons-nous vivants
© Caroline Bottaro

Ticket ins Leben

Ticket ins Leben Aimons-nous vivants
„Ticket ins Leben“ // Deutschland-Start: 28. Mai 2026 (Kino)

Inhalt / Kritik

Als Chansonsänger ist Antoine Toussaint (Gérard Darmon) eine große Berühmtheit geworden, die gesamte Nation lag ihm zu Füßen. Doch inzwischen ist er in die Jahre gekommen. Die Leute erkennen ihn immer seltener, er weiß auch schon nicht mehr, wann er sein letztes Lied geschrieben hat. Vor allem aber die gesundheitlichen Probleme, die das Alter mit sich bringt, machen ihm zu schaffen. Einen Schlaganfall hat er schon hinter sich, weshalb er das mit den Auftritten auf der Bühne doch lieber bleiben lassen sollte. Aber was bleibt jemandem, der sein Leben lang Musik gemacht hat, dann noch? Nichts, zumindest seiner Meinung nach. Also hat der Franzose den Beschluss gefasst, in die Schweiz zu fahren und dort Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen. Dabei hat er aber nicht mit Victoire (Valérie Lemercier) gerechnet, die er während der Zugfahrt kennenlernt und die ihn anschließend nicht mehr in Ruhe lässt …

Wozu leben?

Die meisten Menschen werden sich die Frage irgendwann einmal stellen: Was genau macht ein Leben eigentlich lebenswert? Gerade in jungen Jahren beginnt die Suche nach dem Glück und dem persönlichen Weg, dieses zu finden. Doch nicht wenige müssen sich irgendwann die gegenteilige Frage stellen: Ab wann ist ein Leben nicht mehr lebenswert? Besonders schwerkranke Menschen, bei denen das Leid irgendwann die Freude übertrifft, entwickeln dann zuweilen den Wunsch, vorzeitig und selbstbestimmt ihr Leben zu beenden. In den letzten Jahren hat es daher eine ganze Reihe von Filmen gegeben, in denen die Hauptfiguren ins Ausland fahren – meistens in die Schweiz –, um dort Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen. Ob Und morgen Mittag bin ich tot (2013), Toni und Helene (2024), They Will Be Dust (2024) oder Bon Voyage – Bis hierher und noch weiter (2025), die Liste ist lang. Mit Ticket ins Leben ist sie jetzt noch etwas länger geworden.

Das grundsätzliche Szenario dürfte einem daher bekannt vorkommen, wie die anderen Filme auch ist das hier eine Art Roadmovie, bei dem viel darüber gesprochen werden darf, wozu man eigentlich lebt und was im Leben wirklich zählt. Während einige Filme das als reines Drama umsetzen und dabei gern die Beziehungen der Figuren näher beleuchten, nähern sich andere dem Stoff mit Humor an. Ticket ins Leben gehört in die zweite Kategorie. Der Film ist dabei sogar noch etwas leichter, als es andere Komödien aus dem Bereich sind. Denn während die meisten von Menschen erzählen, die tatsächlich schwerkrank sind und deswegen ohnehin nicht mehr viel Zeit haben, da ist das bei Antoine nicht der Fall. Er hat „nur“ seinen Lebensinhalt verloren. Das Risiko für weitere Schlaganfälle ist da, aber es ist kein definitives Schicksal.

Fokus auf den Figuren

Regisseur und Co-Autor Jean-Pierre Améris (Wie das Leben manchmal spielt, Familie zu vermieten) interessiert sich auch gar nicht so sehr für das Thema Tod. Vielmehr legt er sein Augenmerk auf die beiden Hauptfiguren und das Verhältnis zwischen ihnen. Und zumindest in der Hinsicht unterscheidet sich Ticket ins Leben tatsächlich von anderen thematisch ähnlichen Filmen. Normalerweise wird die Hauptfigur von ihr bekannten Menschen begleitet, sei es Familie oder der Freundeskreis. Hier ist es, vergleichbar zu Toni und Helene, eine Zufallsbekanntschaft. Eine, die nur wenig mit der Hauptfigur gemeinsam hat. Der Humor des Films beruht maßgeblich auf dem starken Kontrast zwischen dem griesgrämigen Sänger und der nervtötenden Frau.

Gespielt das ist gut, Valérie Lemercier (Aline – The Voice of Love) und Gérard Darmon (Das perfekte Geschenk) schaffen die Balance, anstrengend und zugleich doch Identifikationsfigur zu sein. Das ist auch deshalb wichtig, weil der Ablauf der Geschichte ziemlich vorhersehbar ist. Zwar kommt es zwischendurch schon zu der einen oder anderen skurrilen Situation. Im Großen und Ganzen weiß man hier aber durchaus die ganze Zeit, was als nächstes geschehen wird. Wenn einen das nicht stört, ist Ticket ins Leben durchaus einen Blick wert, selbst wenn es die französische Komödie nicht ganz schafft, sich innerhalb dieses Segments wirklich hervorzuheben. Tatsächliche Erkenntnisse gibt es keine, Szenen, die einem sehr zu Herzen gehen, sucht man auch vergeblich.

Credits

OT: „Aimons-nous vivants“
Land: Frankreich
Jahr: 2025
Regie: Jean-Pierre Améris
Drehbuch: Marion Michau, Jean-Pierre Améris
Musik: Stéphane Moucha
Kamera: Pierre Milon
Besetzung: Valérie Lemercier, Gérard Darmon, Patrick Timsit, Alice de Lencquesaing, Aurélien Cavagna

Bilder

Trailer

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Ticket ins Leben
fazit
In „Ticket ins Leben“ will ein in die Jahre gekommener Sänger nur in Ruhe sterben, wird dabei aber von einer nervtötenden Zufallsbekanntschaft gestört. Der Film lebt dabei von den beiden Hauptfiguren, ansonsten ist die französische Komödie recht vorhersehbar.
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