Olivia TV Fernsehen ZDF Streamen online Mediathek Video on Demand DVD kaufen
© ZDF/Thomas Leidig/Bjørn Haneld/Florida Film
Olivia TV Fernsehen ZDF Streamen online Mediathek Video on Demand DVD kaufen
„Olivia“ // Deutschland-Start: 13. Mai 2026 (ZDF)

Inhalt / Kritik

Schon als Kind eckte Oliver Knöbel (Arian Wegener) oft an. Dass der Junge gern Frauenkleider trägt, ist für seine Mutter Evelin (Annette Frier) nicht nachvollziehbar. Daran wird sich auch nichts ändern, als Jugendlicher wie Erwachsener steht für Oliver (jetzt: Johannes Hegemann) fest, dass er lieber als Frau durchs Leben tritt. Das bringt ihm erneut viel Ärger ein, auch in seiner neuen Wahlheimat Hamburg wird er angefeindet und ausgegrenzt. Erst als er Lilo Wanders (Stephan Kampwirth) kennenlernt und diese ihm die Möglichkeit gibt, öffentlich aufzutreten, findet der Transvestit einen Weg, sich auszudrücken. Aus dem zurückhaltenden Oliver wird die schillernde Olivia Jones …

Die Lebensgeschichte der Drag Queen

Für die einen ist es ein großer Spaß, für die anderen eine nicht nachzuvollziehende Irritation: Travestie. Schon die Vorstellung, dass Menschen im falschen Körper geboren wurden und sich als das andere Geschlecht empfinden, ist für manche unverständlich. Wenn sich Leute als das andere Geschlecht verkleiden, wird es richtig kurios – zumal das oft komplett überzeichnet ist. Die Paradiesvögel versuchen nicht wirklich, als Frau durchzugehen, sondern werden zu Kunstfiguren. Manche werden damit zu Stars. International ist da vor allem RuPaul zu nennen, der auch hierzulande zahlreiche Fans hat. In Deutschland zählt zweifelsfrei Olivia Jones, eine aus zahlreichen TV-Produktionen und anderen Veranstaltungen bekannte Dragqueen, zu den prominentesten Beispielen.

Olivia befasst sich aber weniger mit den großen Zeiten des Ruhms, als Jones zu einem allgegenwärtigen Phänomen wurde. Vielmehr beleuchtet der ZDF-Film den schwierigen Weg dorthin. Zunächst liegt der Fokus auf dem privaten Bereich. Travestie in den 1980ern in einer kleinen Stadt? Da braucht es nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, wie das gewesen sein muss. Wobei man relativ wenig vom Umfeld des Protagonisten mitbekommt. Der Film beschränkt sich auf das schwierige Verhältnis zur Mutter. Viel mehr Leute scheint es im Leben von Oliver nicht gegeben zu haben. Insofern ist es schade, dass über dieses Verhältnis offensichtlich nicht viel zu sagen war. Evelin kann damit nichts anfangen, reagiert mit einer Mischung aus Scham und Unverständnis. Irgendwann ändert sich das, ohne dass man aber wüsste warum.

Gut gespielt, aber oberflächlich

Interessanter ist die berufliche Laufbahn, wenn wir einen Blick hinter die Kulissen werfen. Der Travestiebetrieb ist geprägt von einer Mischung aus Solidarität und Rivalität. Während manche Olivia mit offenen Armen empfangen, reagieren andere sehr ablehnend, geradezu feindselig. Der Film nimmt sich aber auch in der Hinsicht nicht die Zeit, das genauer zu beleuchten und greifbar zu machen. Die Kolleginnen sind nicht mehr als Gastauftritte, von denen nicht viel übrigbleibt. Die interessantesten Begegnungen sind andere. Ob es das schwierige Verhältnis zu Thorsten Trapp (Jeremy Mockridge) ist, der mit der Situation überfordert ist, oder das Love Interest Enno Leander (Dennis Svensson), der Film wird da auch zu einem Zeitporträt.

Das sind die Punkte, die einen Blick wert sind. Das Drama, das auf dem Filmfest Hamburg 2025 Premiere hatte, ist zudem aber auch stark gespielt. Johannes Hegemann (In Liebe, Eure Hilde) tritt gleichermaßen selbstbewusst wie zerbrechlich auf, überzeugt in den schrillen Momenten wie auch denen, wenn es nachdenklicher wird. Zum Teil kann er damit den oberflächlichen Inhalt und die farblose Inszenierung ausgleichen. Mehr als Mittelmaß ist Olivia aber nicht geworden. So markant die Travestiekünstlerin ohne Zweifel ist, so wenig bemerkenswert ist der Film über ihr Leben geworden.

Credits

OT: „Olivia“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Till Endemann
Drehbuch: David Ungureit
Musik: Jens Grötzschel
Kamera: Bjørn Haneld
Besetzung: Johannes Hegemann, Arian Wegener, Angelina Häntsch, Daniel Zillmann, Jeremy Mockridge, Victor Schefé, Dennis Svensson, Martin Brambach, Matthias Bundschuh

Bilder

[tab;Filmfeste]

Filmfest Hamburg 2025

Kaufen / Streamen

Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision, ohne dass für euch Mehrkosten entstehen. Auf diese Weise könnt ihr unsere Seite unterstützen.




(Anzeige)

Olivia
fazit
„Olivia“ erzählt aus dem Leben der Travestiekünstlerin Olivia Jones, konzentriert sich dabei auf den beschwerlichen Weg zum Ruhm. Das Drama ist gut gespielt und hat einige interessante Themen, bleibt aber zu oft an der Oberfläche. Die Inszenierung ist zudem recht farblos geworden.
Leserwertung0 Bewertungen
0
5
von 10