
Als Leiter eines satanischen Kults ist Malcolm Graves (Michael Des Barres) zu jedem Opfer bereit – sein eigener Sohn Jonathan inklusive. Dem will aber dessen Mutter Anastasia (Victoria Catlin) nicht tatenlos zusehen, weshalb sie an seiner Stelle im Rahmen eines Rituals getötet wird. 25 Jahre später ist aus Jonathan ein erwachsener Mann (Peter Liapis) geworden. Mit den Machenschaften seines Vaters hat er nichts zu tun. Als dieser stirbt, nimmt Jonathan dennoch das Erbe des Hauses an und zieht dort mit seiner Freundin Rebecca (Lisa Pelikan) ein. Kaum haben sie sich dort niedergelassen, versuchen Jonathan und seine Freunde sich an einem eigenen Ritual, nur so aus Spaß. Doch dieses Partyspiel hat unerwartete Folgen …
Können die weg?
Die 1980er waren so etwas wie die Hochphase von Horrorfilmen um kleine Monster, die ebenso hässlich wie gefährlich sind. Das bekannteste Beispiel ist sicherlich Gremlins – Kleine Monster, das 1984 zu einem echten Überraschungshit wurde und heute noch Kultstatus genießt. Letzteres gilt auch für die Horrorkomödie Critters – Sie sind da!, die 1986 erschienen ist. Zwischen diesen beiden waren aber auch noch die Ghoulies, die sich 1985 das erste Mal zeigten. Wie die beiden obigen Kollegen waren sie schon recht erfolgreich und brachten mehrere Teile hervor. Dabei waren die Vorzeichen gar nicht so gut. Genauer hätte der Film eigentlich als erster der drei herauskommen sollen. Finanzielle Schwierigkeiten führten aber zu einer Verspätung, weshalb er gern mal als Kopie des obigen Hits beschrieben wird.
Das ist aber nicht nur der Entstehungsgeschichte wegen unfair. Auch inhaltlich trifft der Vorwurf nicht so wirklich. Zwar sind sich die Titel der beiden Filme ähnlich, in beiden kommen hässliche kleine Monster vor. Letztere sind in Ghoulies aber erstaunlich unwichtig. Wer darauf hofft, dass hier vergleichbar zu den beiden obigen Kollegen die Titelfiguren auf blutige Weise alle möglichen Menschen töten, sieht sich getäuscht. Es geht gar nicht um diese Wesen, die heraufbeschworen werden. Tatsächlich sind die Kreaturen so unwichtig für die Handlung, dass man sie auch einfach hätte weglassen können, ohne dass dies viel bewirkt hätte. Das hilft einerseits, diesen Filmen von den anderen zu unterscheiden. Aber es ist schon Verschwendung, diese Figuren einzuführen und dann so wenig mit diesen anzufangen.
Weder spannend noch lustig
Stattdessen ist Ghoulies ein okkulter Horrorfilm, wo es um die Anbetung Satans geht. Das ist nicht automatisch verkehrt, man kann auch daraus etwas machen. Nur weiß man hier nie so wirklich, was Regisseur und Co-Autor Luca Bercovici eigentlich erzählen möchte. So wird der Vater als Antagonist eingeführt, verschwindet dann, nur damit der Sohn weitermacht. Dabei ist aber unklar, ob er jetzt selbst ein Antagonist ist. Und wenn ja, wer ist der Protagonist? Bis zum Schluss schlingert die Geschichte umher, bringt Besessenheit ins Spiel, Beschwörungen, nur um dann doch anders weiterzumachen. Da fehlt einfach ein roter Faden und eine wirkliche Dramaturgie.
Das hätte trotz allem unterhaltsam sein können. Ist es aber nicht, zumindest nicht wirklich. Was dem Film vermutlich gut getan hätte, wäre mehr Humor. Zwar liest man hier und da, dass das eine Horrorkomödie sein soll. Wenn ja, dann versteckt diese ihren Humor aber sehr gut. Spannend ist das Ergebnis auch nicht, obwohl theoretisch mehrere Menschen in Lebensgefahr schweben. Denn dafür sind einem diese einfach zu egal. Ein bisschen punktet Ghoulies noch mit einem Do-it-yourself-Charme, die billige Inszenierung ist weit von dem großen Vorbild entfernt. Nur hätte der Film dafür auch trashiger sein müssen, damit das wirklich funktioniert. So bleibt ein ziemlich langweiliges Beispiel für einen 80er-Jahre-Creature-Horror, das nicht ohne Grund ein wenig in Vergessenheit geraten ist.
OT: „Ghoulies“
Land: USA
Jahr: 1985
Regie: Luca Bercovici
Drehbuch: Luca Bercovici, Jefery Levy
Musik: Richard Band, Shirley Walker
Kamera: Mac Ahlberg
Besetzung: Peter Liapis, Lisa Pelikan, Michael Des Barres, Scott Thomson, Mariska Hargitay, Jack Nance
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