Fight or Flight
© Leonine

Fight or Flight

Fight or Flight
„Fight or Flight“ // Deutschland-Start: 4. Juli 2025 (DVD / Blu-ray)

Inhalt / Kritik

Niemand weiß, wer sich hinter dem Namen Ghost verbirgt. Klar ist nur, dass weltweit Regierungen und Organisationen hinter dem enigmatischen Hacker her sind. Dazu gehören auch Agent Aaron Hunter (Julian Kostov) und Katherine Brunt (Katee Sackhoff) vom CIA, die in dem Mann einen Terroristen sehen, der zur Strecke gebracht werden muss. Als sich in Bangkok die Chance ergibt, eben das zu tun, müssen sie wohl oder übel auf den früheren und reichlich heruntergekommenen Agenten Lucas Reyes (Josh Hartnett) zurückgreifen. Dieser verfolgt die Zielperson auch bis in ein Flugzeug mit dem Ziel Los Angeles. Doch dann wird es erst richtig schwierig. Nicht nur, dass er keine Ahnung hat, wie Ghost eigentlich aussieht. Es sind zudem noch weitere Leute an Bord, welche auf der Suche nach ihm sind – und im Zweifel über Leichen gehen …

Unbekannte Bedrohung über den Wolken

Sie bilden inzwischen fast schon ein eigenes Subgenre im Thriller- und Actionbereich: Filme, die ausschließlich in einem sich bewegenden Fahrzeug spielen. Dabei kommen die unterschiedlichsten Fortbewegungsmittel zum Einsatz, seien es Busse, Züge oder Schiffe. Ganz weit oben auf der Liste stehen aber Flugzeuge. Diese haben – im Gegensatz zu den obigen Transportmitteln – die Besonderheit, dass sie nicht einfach stehen bleiben können, was die Spannung noch weiter erhöht. Die Hauptfiguren sind Gefangene, ein Entkommen ist nicht möglich. Beispiele für solche Filme gibt es daher nicht zu knapp: Ob nun Con Air (1997), Flightplan – Ohne jede Spur (2005), Non-Stop (2014) oder 7500 (2019), die Liste ist lang. Mit Fight or Flight ist sie nun etwas länger geworden.

Dabei geht der Film in mehrfacher Hinsicht in eine etwas andere Richtung als die üblichen Flugzeugstreifen. Zum einen gibt es hier keinen klar definierten Feind, gegen den die Hauptfigur ankämpft. Stattdessen stellt sich heraus, dass an Bord gleich mehrere Leute sind, die es auf ihn bzw. Ghost abgesehen haben. Denn wer auch immer hinter diesem Namen steckt, hat sich in Fight or Flight viele Feinde gemacht, die nur eines gemeinsam haben: Sie wollen den Hacker tot sehen. Wer diese Angreifer genau sind, weiß der Protagonist aber nicht – und damit auch nicht das Publikum. Da der besagte Ghost ebenfalls inkognito unterwegs ist, schreit das geradezu nach einem Katz-und-Maus-Thriller, bei dem viel Rätselraten angesagt ist und auf Schritt und Tritt Gefahr droht. Denn prinzipiell kommen ja alle an Bord dafür in Frage.

Derb und spaßig

Stattdessen macht James Madigan, der hiermit sein Spielfilmdebüt als Regisseur abgibt, aus dem Szenario eine brutale Farce, die auf einen Mix aus Action und Humor setzt. Da wird nicht groß rumgeschlichen oder im Geheimen ermittelt. Vielmehr geht es in Fight or Flight richtig deftig zur Sache und Lucas muss sich mit allen Mitteln zur Wehr setzen, begleitet von markigen Sprüchen und viel Spaß an der Übertreibung. Das erinnert teilweise schon frappierend an Bullet Train, wo ebenfalls Auftragskiller und sonstige Schurken an Bord unterwegs sind. Das Motto: jeder gegen jeden. Geschont wird dabei niemand, die Actionkomödie hat hierzulande auch eine Freigabe ab 18 bekommen. Dass der Protagonist dabei sterben könnte, steht jedoch außer Frage, trotz der Blessuren. Hier geht es um Spaß, nicht um Spannung.

Dass dieser tatsächlich aufkommt, ist maßgeblich Josh Hartnett zu verdanken. Der Schauspieler zeigt nicht nur in den Actionszenen vollen Einsatz, er übernahm alle Stunts selbst. Auch beim Humor und den verbalen Konfrontationen kennt er kein Halten, vergleichbar zu Trap: No Way Out zeigt er einen Hang zum Overacting und ein sehr expressives Schauspiel. Auf diesen gesteigerten Wahnsinn muss man sich einlassen können, intelligent ist an dem Film nichts. Tatsächlich ist er sogar dann am schwächsten, wenn er versucht, eine wirkliche Geschichte zu erzählen und ernste Themen einzubauen. Zum Glück sind diese Passagen aber kurz, Fight or Flight ist insgesamt eine gut gelaunte Hirn-Ausschalt-Nummer, mit der man sich gut die Zeit vertreiben kann.

Credits

OT: „Fight or Flight“
Land: USA
Jahr: 2024
Regie: James Madigan
Drehbuch: Brooks McLaren, D. J. Cotrona
Musik: Paul Saunderson
Kamera: Matt Flannery
Besetzung: Josh Hartnett, Charithra Chandran, Marko Zaror, Katee Sackhoff, Julian Kostov

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Fight or Flight
fazit
In „Fight or Flight“ muss ein heruntergekommener Ex-Agent in einem fliegenden Flugzeug einen unbekannten Hacker finden, während er von Auftragskillern gejagt wird. Das klingt eigentlich nach einem Katz-und-Maus-Thriller, wird hier aber zu einer derben Actionkomödie. Intelligent ist das nicht, macht dafür Spaß, auch wegen eines völlig aufgedrehten Josh Hartnett.
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