
Kommissarin Valessa Matkovic (Romina Küper) folgt noch immer ihrer geheimen Mission und will Drago Varga (Felix Klare) stellen, der eine Reihe von Frauen vergewaltigt haben soll, aber nie überführt werden konnte. Stascha Novak (Jasmin Gerat) muss derweilen einen Mordfall aufklären: Die Wasserleiche einer jungen Frau wird angespült, bei der es sich um die Kellnerin Jasna der Beachbar von Luka Staric (Christian Kuchenbuch) handeln könnte. Steckt Varga möglicherweise auch dahinter? Während sich die Ereignisse überschlagen und die Geschichte unerwartete Wendungen nimmt, muss Novak sich mit der neuen Kollegin zusammenraufen. Denn eigentlich traut sie dieser nicht …
Nicht viele Rätsel
Weiter geht es mit Der Kroatien-Krimi. Vergangene Woche meldete sich die beliebte ARD-Krimireihe nach einer mehr als zwei Jahre dauernden Pause mit einem neuen Film zurück. Mord am Jadro handelte von dem Mord an einem Marmeladenhersteller, führte zudem mit Valessa eine neue Kollegin ein, welche Emil Perica beerben sollte. Und weil das bei deutschen Krimis inzwischen wohl dazugehört, kommt die Neue mit ganz viel Ballast. Dass die Kommissarin eine eigene Geschichte verfolgt, wurde früh klar. Es wurden aber nicht alle Fragen beantwortet, der Fall verhedderte sich bei dem Versuch, einen Mord mit den anderen Aspekten zu verknüpfen. Gefahr im Verzug, der 18. Film der Reihe, tut dies jetzt und führt damit die angefangenen Stränge zu einem Ende.
Eine Warnung aber vorweg: Das Ende könnte für manche unbefriedigend sein. So wird zwar aufgeklärt, was geschehen ist. Kurz vor Schluss kommt es aber zu einer überraschenden Wendung, durch die angedeutet wird, dass da noch mehr folgen könnte. Falls ja, muss sich das Publikum aber gedulden, da die Reihe jetzt wieder pausiert. Vermutlich wird es erst nächstes Jahr weitergehen. Wobei zumindest kein Rätsel ungelöst bleibt. Aber in der Hinsicht ist Der Kroatien-Krimi: Gefahr im Verzug sowieso genügsam. Normalerweise sind diese Filme ja klassische Whodunits, bei denen herausgefunden werden muss, wer eine Tat begangen hat. Hier wird aber keine wirkliche Alternative zu Varga aufgebaut, weshalb nicht viel gegrübelt werden muss.
Die Grenzen der Polizeiarbeit
Das heißt nicht, dass hier nichts zu erzählen wäre. So ist ein Thema, das sich durch die Folge zieht, die Frage, wie weit man als Polizei gehen darf und sollte, um einen Verbrecher aus dem Verkehr zu ziehen. Immer mal wieder wird es in deutschen Fernsehkrimis befremdlich, wenn Regeln irgendwie nur für die anderen gelten sollen. Da ist es doch irgendwie gut, wenn zumindest mal über das Thema gesprochen wird. Dennoch ist Der Kroatien-Krimi: Gefahr im Verzug nicht frei von ärgerlichen Szenen, wenn sich die Frauen fragwürdig verhalten. Manchmal wird es sogar richtig dämlich und man darf sich fragen, wie solche Menschen überhaupt eine derartige Position erlangen konnten. Dass man auch bei diesem Beruf zuweilen emotional agiert, ist zwar nicht verkehrt, es sind dann doch alles Individuen und keine Roboter. Aber es gibt Grenzen.
Dass die Folge letztendlich trotzdem nicht besser geworden als die vorherige, liegt auch daran, dass die Geschichte nicht sonderlich spannend geworden ist. So wird der Vergewaltiger zwar souverän schmierig von Tatort-Kommissar Felix Klare gespielt. Die Figur selbst ist aber nur ein überzeichnetes Stereotyp. Auch sonst ist das hier inhaltlich nicht sonderlich einfallsreich geworden. An manchen Stellen versucht man das zwar zu überspielen, indem es zu brenzligen Situationen kommt. Der Kroatien-Krimi: Gefahr im Verzug ist zuweilen mehr Thriller als Krimi. Tatsächlich spannend wird es dabei aber nicht, da das meiste eben den erwarteten Wegen folgt. Statt Nervenkitzel steht Langeweile an, weshalb man auch diese Woche den Fernseher ausgeschaltet lassen kann.
OT: „Der Kroatien-Krimi: Gefahr im Verzug“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Carolina Hellsgard
Drehbuch: Christoph Darnstädt
Musik: Titus Vollmer
Kamera: Patrick Orth
Besetzung: Jasmin Gerat, Romina Küper, Felix Klare, Christian Kuchenbuch, Linda Blümchen, Samuel Finzi, Kasem Hoxha, Max Herbrechter
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