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Kopf hoch!

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„Kopf hoch!“ // Deutschland-Start: 22. April 2026 (arte)

Inhalt / Kritik

Die Freude ist groß bei Emma (Karin Viard) und ihrem Freund Simon (Laurent Lucas), erwarten sie doch ihr erstes Kind. Umso schockierender ist aber auch, als sie bei einer Untersuchung erfahren, dass Emma Brustkrebs hat. Dieser muss dringend behandelt werden, der Arzt rät ihr zu der üblichen Kombination aus Bestrahlung und Chemotherapie. Nur geht das nicht bei einer Schwangerschaft, weshalb sie ihr Kind abtreiben muss. Für Emma bricht eine Welt zusammen. Soll sie wirklich ihr Kind aufgeben, um auf diese Weise vielleicht ihr eigenes Leben retten zu können? Als sie sich eine Zweitmeinung einholt, erfährt sie, dass es noch eine Alternative gibt, die jedoch wenig erprobt ist und bei der unklar ist, was dabei herauskommt …

Verarbeitung eigener Erfahrungen

Es gibt Entscheidungen im Leben, die eigentlich gar nicht zu treffen sind, weil sie zu unmenschlich sind. Von einer solchen erzählt Kopf hoch!, ein französisch-belgisches Drama, welches bereits 1999 erschienen, aber erst mehr als ein Vierteljahrhundert später danke arte auch mal in Deutschland zu sehen ist. In diesem verarbeitet die isländisch-französische Regisseurin und Co-Autorin Sólveig Anspach ihre eigenen Erfahrungen mit Brustkrebs. Diese Krankheit verfolgte sie im Anschluss weiter. Tatsächlich starb sie 2015 sogar an dieser. Ihr letzter Film Der Effekt des Wassers befand sich seinerzeit in der Postproduktion und wurde erst nach ihrem Tod durch die Zusammenarbeit anderer fertiggestellt.

Sich mit diesem Hintergrundwissen Kopf hoch! anzuschauen, der Debütfilm von Anspach, macht die Geschichte natürlich noch einmal bedrückender. Aber auch so geht einem das Drama zu Herzen. Filme über schwerkranke Menschen sind natürlich allgemein nie ganz einfach. Das Thema an sich bringt das mit sich. Hier wird es jedoch noch einmal schlimmer, wenn gleichzeitig die Schwangerschaft ansteht, indirekt also auch um das Leben des Kindes gekämpft werden muss. Wobei der Film das Dilemma relativ schnell abhakt. Wo andere vielleicht noch mehr Zeit darauf verwendet hätten, die Protagonistin verzweifeln und zweifeln zu lassen, da ist der Entschluss hier relativ früh gefasst. Gezeigt wird der anschließende Kampf des Paares, nicht die Vorgeschichte.

Nüchtern und doch bewegend

Dieser wird ziemlich nüchtern gezeigt. Oft neigen Filme dazu, solche Szenarien emotional ausschlachten zu wollen. Ungenierte Manipulation ist dabei keine Ausnahme, das Publikum soll zu Tränen gerührt werden. Bei Kopf hoch! ist das eben anders. Dass Anspach mehrere Jahre lang überwiegend Dokumentarfilme gedreht hat, zeigt sich auch bei ihrem ersten fiktionalen Werk. Tatsächlich ist es vor allem das Engagement von Karin Viard (Adieu Chérie – Trennung auf Französisch), die darauf verweist, dass das hier ein Spielfilm ist. Sie ist es natürlich auch, die im Mittelpunkt des Geschehens steht. Ihr Mann und das Umfeld, ebenso das medizinische Personal, sie alle spielen eine wichtige Rolle in ihrem Leben. Aber es ist doch ihre Geschichte, der Rest ist nur Hintergrunddoku.

Ein bisschen mehr hätte man zumindest über das Paar gern erfahren. Dieses wird doch relativ bald auf den Schicksalsschlag und die schwere Prüfung reduziert. Der Film konzentriert sich darauf, wie sich die Geschichte weiterentwickelt, weniger auf die Menschen an sich. Das heißt aber nicht, dass der Faktor Mensch ganz fehlt. Gerade in den intimeren Momenten etwa um Mutter und Tochter wird es schon bewegend. Und man fiebert natürlich mit, drückt den beiden die Daumen, dass trotz der Umstände alles gut wird. Sehenswert ist Kopf hoch! der Film auf jeden Fall – und eine Erinnerung an eine Regisseurin, die zu früh gestorben ist und der nicht genügend Zeit blieb, ihr Talent zu nutzen.

Credits

OT: „Haut les coeurs!“
Land: Frankreich, Belgien
Jahr: 1999
Regie: Sólveig Anspach
Drehbuch: Sólveig Anspach, Pierre Erwan Guillaume
Musik: Olivier Manoury, Martin Wheeler
Kamera: Isabelle Razavet
Besetzung: Karin Viard, Laurent Lucas, Julien Cottereau, Claire Wauthion, Philippe Duclos, Charlotte Clamens

Bilder

Trailer

Filmfeste

Cannes 1999
BFI London Film Festival 1999

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Kopf hoch!
fazit
„Kopf hoch!“ handelt von einer schwangeren Frau, die an Krebs erkrankt und irgendwie versucht, trotzdem ihr Kind zu kriegen. Das von eigenen Erfahrungen inspirierte Drama ist sehenswert, erzählt nüchtern und doch bewegend von einem großen und schwierigen Kampf. Man erfährt aber nicht so wahnsinnig viel über die Figuren.
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