The Woddafucka Thing
© Finimondo Productions

The Woddafucka Thing

„The Woddafucka Thing“ // Deutschland-Start: 25. Januar 2024 (Kino)

Inhalt / Kritik

Sweety (Dela Dabulamanzi) ist es leid, mit ihrer Arbeit bei einem Radiosender kaum etwas zu verdienen. Sie hätte gern mal richtig Geld! Dummerweise wird ein todsicherer Coup für sie zum Desaster. Anstatt abzuräumen, steht sie auf einmal mit 150.000 Euro Schulden da, die der Boss (Emilio De Marchi) eher gestern als morgen zurück haben will. Mit ihren Sorgen ist sie nicht allein. Auch die beiden Halbbrüder Gino (Carlo Loiudice) und Ninja (Marc Philipps) stecken in finanziellen Schwierigkeiten. Wenn es ihnen nicht gelingt, sehr schnell viel Geld herbeizuschaffen, werden sie ihre Karateschule schließen müssen. Also schließen sich die drei zusammen und fassen einen Plan, wie sie gemeinsam aus dieser Misere kommen können. Ein richtig großes Ding soll das werden …

Eine etwas andere Krimikomödie

Kein Genre dürfte in Deutschland ähnlich oft bedient werden, wie das des Krimis. Gerade bei den öffentlich-rechtlichen Sendern gibt es kein Entkommen davor. Da gibt es unzählige konkurrierende Reihen und Serien, bei denen ständig Nachschub produziert wird. Hinzu kommen Einzeltitel, die ebenfalls dazwischengeschoben werden. Und wenn mal nichts Neues kommt, etwa wenn gerade Sommerpause ist oder ein Sportevent das Fernsehprogramm durcheinanderwirbelt, werden die ganzen Wiederholungen ausgepackt. Da ist die Lust zunächst gering, wenn mit The Woddafucka Thing auch noch ein Film in die Kinos kommt, bei dem es um Verbrechen geht. Wenn dann auch noch alles in Schwarzweiß gehalten ist, womit im Independentbereich oft bewiesen werden soll, wie künstlerisch begabt man ist, sind die Vorzeichen so richtig trübe.

Und doch wäre es schade, wenn man dem Film aufgrund solcher Äußerlichkeiten keine Chance geben würde. Denn schon nach kurzer Zeit stellt sich heraus, dass dieser etwas ganz Eigenes ist. So handelt es sich mehr um eine Komödie als einen wirklichen Krimi. Zwar geht es darum, Verbrechen zu begehen. Das Motiv des einen großen Coups ist in dem Genre sehr bewährt. Doch anders als etwa Asbest, das selbst in den überzogenen Momenten in der eigenen Ernsthaftigkeit ertrinkt, wird das bei The Woddafucka Thing kaum ernstgenommen. Das fängt schon damit an, dass hier mal nicht mit Drogen gehandelt wird oder wertvollem Schmuck. Stattdessen werden Modelleisenbahnen zum begehrten Handelsobjekt, verbunden mit jeder Menge krimineller Energie.

Sympathisch schräg

Aber auch bei den Figuren hält sich Regisseur und Drehbuchautor Gianluca Vallero nicht ans Raster. Stattdessen hegt der ursprünglich aus Italien stammende Filmemacher offensichtlich Sympathien für schräge Gestalten. Die Leute haben in The Woddafucka Thing schon ihre Macken und Neurosen. Das können Ängste sein, andere neigen hingegen zu Ausbrüchen. In dem Film treffen schon ein paar echte Gestalten aufeinander. Dabei kann es dann auch gern mal etwas krachen, einige sind echt nicht auf den Mund gefallen. Eindruck hinterlässt dabei vor allem die bislang eher wenig bekannte Schauspielerin Dela Dabulamanzi, die gern mit irgendwelchen Sprüchen um sich wirft, die sie wohl irgendwo aufgeschnappt hat. So wie es in dem Film allgemein ein Sammelsurium aus Ideen und Elementen gibt.

Das verfolgt dann zwar nicht unbedingt immer ein nachzuvollziehendes Ziel. Ob es nun unerwartete Farbtupfer sind oder Seitenhiebe auf eine rassistische Gesellschaft, irgendwie gibt es hier alles mal. Erlaubt ist, was Spaß macht. Aber auch wenn man nicht unbedingt immer ein Konzept hinter allem erkennen kann, am Ende geht alles überraschend gut auf. The Woddafucka Thing mag für ein Publikum, das einen klassischen Krimi sehen will, eher weniger geeignet sein. Wer aber eine Vorliebe für schräge Krimikomödien hat, bei denen einem vieles bekannt vorkommt, aber doch irgendwie anders ist, wird hier gut unterhalten. Im Kontext eines zur Gleichförmigkeit neigenden deutschen Angebots ist dieser eigenwillige Gangsterfilm eine Wohltat.

Credits

OT: „The Woddafucka Thing“
Land: Deutschland
Jahr: 2022
Regie: Gianluca Vallero
Drehbuch: Gianluca Vallero
Musik: Fab Beat, Funky Fella
Kamera: Francisco Dominguez
Besetzung: Dela Dabulamanzi, Carlo Loiudice, Marc Philipps, Emilio De Marchi, Cem Sultan Ungan, Daniel Steiner, Sithembile Menck, Robert Kovacic

Bilder

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The Woddafucka Thing
fazit
„The Woddafucka Thing“ sieht zunächst nach einem typischen deutschen Indie-Krimi aus. Dabei ist der Film deutlich eigenwilliger, gefällt durch schräge Figuren und andere originelle Einfälle. Auch wenn da manchmal etwas beliebig zusammengeworfen wird, das Ergebnis macht Spaß und ist eine Wohltat im gleichförmigen deutschen Kino.
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