Monsieur Blake zu Diensten Complètement cramé
© Ricardo Vaz Palma - Bidibul Productions

Monsieur Blake zu Diensten

„Monsieur Blake zu Diensten“ // Deutschland-Start: 21. Dezember 2023 (Kino) // 25. April 2024 (DVD)

Inhalt / Kritik

Eigentlich wollte der Engländer Andrew Blake (John Malkovich) nur ein wenig Urlaub in dem Anwesen von Nathalie Beauvillier (Fanny Ardant) machen. Dort hatte er seine inzwischen verstorbene Frau Diana kennengelernt, der er hinterhertrauert. Da dies jedoch nicht so klappt wie gedacht, nimmt er eine Stelle als Butler an, nur für ein paar Tage. Haushälterin und Köchin Odile (Émilie Dequenne) ist in die Geschichte eingeweiht, was sie aber nicht daran hindert, ihm immer wieder Vorschriften zu machen und herumzukommandieren. Auch sonst ist das Leben für den erfolgreichen Unternehmer gewöhnungsbedürftig. Doch nach einem holprigen Start kommt er den beiden, Hausmädchen Manon (Eugénie Anselin) sowie dem Gärtner Philippe Magnier (Philippe Bas) näher …

Ein Film der schönen Gefühle

Ein wenig musste man John Malkovich ja schon aufgeben. Zumindest war es erschreckend mitanzusehen, für welche Direct-to-Video-Wegwerfproduktionen sich der zweifach oscarnominierte Charakterdarsteller in den letzten Jahren so hergegeben hat. Dieses Jahr sieht es da schon besser aus. So war der US-Amerikaner vor einigen Monaten in dem satirischen Seneca als selbstverliebter Philosoph zu sehen, wo er endlich mal wieder in einem Kinofilm sein schauspielerisches Talent unter Beweis stellen durfte. Nun kehrt der Veteran ein zweites Mal auf die große Leinwand zurück. Doch auch wenn Monsieur Blake zu Diensten ebenfalls humorvolle Passagen enthält, sind die zwei Filme kaum miteinander zu vergleichen.

Anstatt sich über die Figuren lustig zu machen, sind sie bei Regisseur und Co-Autor Gilles Legardinier wohl eine Herzensangelegenheit. Sein Roman, den er hier selbst verfilmte, trägt auch den Titel Monsieur Blake und der Zauber der Liebe. Da ist klar, dass das hier nicht sonderlich böse wird, sondern auf schöne Gefühle abzielt. Der Titel ist jedoch etwas irreführend. Zwar könnte man meinen, dass es in dem Film um eine romantische Annäherung von dem falschen Butler und der Hausherrin in Geldnöten geht. Tatsächlich kommen sich die beiden auch näher, aber das bleibt auf einer platonischen Ebene. Zwischen anderen Figuren wird es im Lauf der 110 Minuten schon mehr funken, wobei Blake ein bisschen Hilfestellung gibt. Aber auch das ist nie der Mittelpunkt der Geschichte, sondern nur ein Thema unter vielen.

Träumerei ohne viel Tiefgang

Tatsächlich ist gar nicht ganz klar, was der Film eigentlich sein will. Anfangs meint man noch, es mit einer Verwechslungskomödie zu tun zu haben. Danach kommt ein bisschen Fish-out-of-Water-Humor, wenn der vorgebliche Butler auf einmal unter einfachsten Bedingungen leben muss. Dann ist da der besagte Aspekt der Liebe. Außerdem muss die langsam verarmende Hausherrin irgendwie Geld auftreiben, um das Anwesen halten zu können. Letzteres ist immer eine dankbare Vorlage für Humor, siehe seinerzeit Pack den Tiger schnell am Schwanz. Es wäre schön gewesen, wenn Legardinier das und andere Punkte noch ein bisschen mehr genutzt hätte für mehr reine Komik. Monsieur Blake zu Diensten will sich da nie ganz festlegen, zumal es hier offensichtlich auch gar nicht zwangsläufig darum ging, das Publikum zum Lachen zu bringen.

Stattdessen ist die französisch-luxemburgische Coproduktion ein Wohlfühlfilm, an dessen Ende alle glücklicher sein sollen. Dass es am Ende auch noch auf Weihnachten zugeht, passt da gut dazu. Ebenso, dass der Film selbst kurz vor Weihnachten in die Kinos kommt. Die besinnlich-versöhnliche Note der Komödie tut gut, auch wenn der Nährstoffgehalt dem von Zuckerguss entspricht. Man hat hier nicht wirklich etwas gelernt, die Figuren sind auch nicht übermäßig interessant. Aber es ist doch ein netter Film: Monsieur Blake zu Diensten kann man sich gut anschauen, wenn draußen mal wieder alles trübe und unfreundlich ist. Hier darf man noch träumen, von Schlössern, unvergänglicher Liebe und eine Freundschaft, die keine Klassen kennt.

Credits

OT: „Complètement cramé“
Land: Frankreich, Luxemburg
Jahr: 2023
Regie: Gilles Legardinier
Drehbuch: Gilles Legardinier, Christel Henon
Vorlage: Gilles Legardinier
Musik: Erwann Chandon
Kamera: Stéphane Le Parc
Besetzung: John Malkovich, Fanny Ardant, Émilie Dequenne, Eugénie Anselin, Philippe Bas, Christel Henon

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Monsieur Blake zu Diensten
fazit
„Monsieur Blake zu Diensten“ ist eine nette Wohlfühlkomödie um einen Unternehmer, der sich als Butler ausgibt, um noch einmal in Erinnerungen an seine tote Frau schwelgen zu dürfen. Die Roman-Adaption kann sich nicht wirklich entscheiden, was sie sein will. Tiefgang hat das auch nicht. Aber manchmal reicht ein bisschen besinnliche Realitätsflucht.
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von 10