Dark Nature
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Dark Nature

Dark Nature
„Dark Nature“ // Deutschland-Start: 29. September 2023 (DVD / Blu-ray)

Inhalt / Kritik

Sechs Monate sind vergangen, seitdem Joy (Hannah Emily Anderson) den Absprung aus ihrer Beziehung geschafft hat. Gerade noch rechtzeitig, denn ihr Freund Derek (Daniel Smith Arnold) zeigte immer wieder Anfälle von Gewalt. Als er ihren Hund tötete, war es zu viel, sie wollte einfach nur noch weg, egal wie. Doch auch der zeitliche Abstand hat nicht ausgereicht, um ihr Trauma bereits verarbeiten zu können. Und so überredet sie ihre beste Freundin Carmen (Madison Walsh), an einer speziellen Wanderung teilzunehmen. Unter der Leitung von Carol Dunley (Kyra Harper) sollen Joy, Shaina (Roseanne Supernault) und Tara (Helen Belay) durch die abgelegenen Wälder laufen und sich dabei ihren Ängsten stellen, die sie mitgenommen haben. Doch so heilsam wie erhofft ist das nicht, denn da scheint noch etwas außer ihnen durch die Gegend zu streifen …

Unterwegs mit der Angst

Horrorfilme zielen fast immer auf die Ängste des Publikums ab und versuchen auf die eine oder andere Weise, diese für sich selbst zu nutzen. Das kann die Angst sein, die von dunklen Orten ausgeht. Vielleicht wird mit dem Motiv des Kontrollverlustes gespielt. Immer wieder beliebt sind auch Ängste vor Tieren, beispielsweise Spinnen (Vermin) oder Haien. Dann und wann gibt es aber auch Genrebeiträge, in denen die Angst als solche thematisiert wird. Beispiele hierfür sind etwa The Boogeyman oder Fear Dot Com, bei dem die Menschen von ihren größten Ängsten heimgesucht werden. Und auch Dark Nature baut seinen Schrecken darauf auf, dass die Figuren mit ihren Ängsten konfrontiert werden, die sich in ihnen festgekrallt haben.

Grundsätzlich ist das keine schlechte Idee, erlaubt es doch, die unterschiedlichsten Bedrohungen einzubauen. Außerdem führen diese Psychosen dazu, dass man nie ganz sicher sein kann, was genau eigentlich in den Wäldern passiert. Denn wer seine Ängste nicht in Griff hat, der bildet sich schnell mal etwas ein. Der wird im Zweifelsfall vielleicht auch nicht ernst genommen, was im falschen Moment tödlich sein kann. In der ersten Hälfte wird das in Dark Nature ganz effektiv genutzt. Die Kombination aus inneren Abgründen und der weitläufigen Waldlandschaft inmitten der kanadischen Wildnis funktioniert. Wenn in der Wahrnehmung von Joy überall Derek auftaucht und sie sich von ihm verfolgt fühlt, geht das mit einem schön fiesen Gefühl der Paranoia einher.

Konkret uninteressant

Weniger interessant ist der Film, wenn es um mehr geht als Psychosen und aus der eingebildeten Gefahr eine reelle und konkrete wird. Zum einen ist die Abwechslung während dieser Passagen nicht besonders hoch, das läuft alles nach einem sehr ähnlichen Prinzip ab. Es ist zudem kein originelles Prinzip, man hat da doch immer wieder das Gefühl, das alles schon woanders gesehen zu haben. Und auch das Ende begeistert nicht gerade. Zwar ist es einerseits löblich, wenn Dark Nature versucht, die verschiedenen Stränge zusammenzuführen und einen gemeinsamen Abschluss zu ermöglichen. Das Symbol ist aber schon ein bisschen plump. Da wäre sicherlich ein spannenderes und kreativeres Finale drin gewesen, selbst mit den begrenzten Mitteln.

Insgesamt reicht es bei dem Film daher auch nur fürs Mittelfeld. Die Idee, das Horrorgenre zur Aufarbeitung von Traumata zu nutzen, hatten in den letzten Jahren ziemlich viele. Gerade erst zeigte No One Will Save You, wie so etwas aussehen kann. Wem dieser Film zu versponnen und wenig konkret war, kann es hiermit versuchen. Da sind schon immer mal wieder sehenswerte Szenen dabei, die einen Blick rechtfertigen. Regisseurin und Co-Autorin Berkley Brady hat zumindest ein Gespür für Stimmungen. Das Ensemble und das Setting haben daran einen entscheidenden Anteil. Wer Lust auf eine Mischung aus Psycho- und Folk-Horror hat, kann es versuchen, auch wenn Dark Nature eher weniger geeignet ist, dauerhaft in Erinnerung zu bleiben.

Credits

OT: „Dark Nature“
Land: Kanada
Jahr: 2022
Regie: Berkley Brady
Drehbuch: Berkley Brady, Tim Cairo
Musik: Kyan Bayani
Kamera: Jaryl Lim
Besetzung: Hannah Anderson, Madison Walsh, Roseanne Supernault, Helen Belay, Kyra Harper, Daniel Smith Arnold

Bilder

Trailer

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Dark Nature
fazit
„Dark Nature“ beginnt stimmungsvoll, wenn eine Gruppe von Frauen durch abgelegene Wälder wandert, und sich dabei ihren Ängsten und Traumata zu stellen. Sobald es aber konkret wird, enttäuscht der Horrorfilm eher. Insgesamt reicht es daher trotz vereinzelt sehenswerter Szenen nur fürs Mittelmaß.
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