The Dive
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The Dive

The Dive
„The Dive“ // Deutschland-Start: 7. Dezember 2023 (Kino)

Inhalt / Kritik

Es hätte ein schöner Ausflug ans Meer werden sollen. Oder genauer: ins Meer. Seit vielen Jahren schon erfreuen sich die beiden Schwestern Drew (Sophie Lowe) und May (Louisa Krause) am Tauchen, sind zusammen unzählige Male in die Tiefe hinabgestiegen. Warum sollte es dieses Mal anders werden? Zumal die Voraussetzungen günstig sind, die Sonne scheint, das Wetter ist stabil. Und doch werden sie den Ausflug bald bereuen. May wird plötzlich in die Tiefe gerissen und unter mehreren Felsbrocken eingeklemmt. Sie hat keine Chance, sich aus dieser Lage zu befreien. Auch Drew ist machtlos. Doch was tun? Auf Hilfe brauchen sie nicht zu hoffen. Schließlich haben sie sich bewusst eine abgelegene Bucht ausgesucht, um dort in Ruhe tauchen zu können. Wenn muss Drew eine Lösung finden. Und das schnell, schließlich wird der Sauerstoff bald aufgebraucht sein …

Thriller in bekannten Gewässern

Bei Filmremakes dürften die meisten an Hollywood denken. Schließlich ist die Traumfabrik dafür bekannt, bewährte Stoffe wieder und wieder und wieder zu verwenden, um möglichst sicher Geld zu verdienen. Aber auch in Deutschland gab es im Laufe der letzten Jahre eine ganze Reihe solcher Neuverfilmungen. Dabei orientierte man sich bevorzugt am europäischen Ausland. So bildete für Der Vorname der gleichnamige französische Film die Vorlage. Das perfekte Geheimnis wiederum basiert auf dem italienischen Phänomen Perfetti Sconosciuti – Wie viele Geheimnisse verträgt eine Freundschaft?. Und auch bei The Dive wird eine bereits bekannte Geschichte ein zweites Mal erzählt. Dieses Mal stand der schwedische Titel Breaking Surface – Tödliche Tiefe Pate, der vor einigen Jahren auf Festivals zu sehen war und inzwischen auch fürs Heimkino veröffentlicht wurde.

Im Gegensatz zu den meisten dieser deutschen Remakes handelt es sich hierbei jedoch nicht um eine Komödie. Stattdessen werden hier Fans von Thrillern angesprochen. Wer das Original bereits kennt, weiß schon ziemlich genau, was einen erwartet. In beiden Fällen ist eine Schwester unter Wasser gefangen, während die andere nach einem Ausweg suchen muss. Die Spannung bei The Dive besteht folgerichtig in der Frage, ob es den zweien gelingen wird, die Situation zu lösen. Dass dies unter hohem Zeitdruck erhöht, verschlimmert die Sache noch weiter. In Ruhe abwarten oder auf Hilfe hoffen, ist keine Option. Dafür reicht die Luft nicht. Fieberhaft sucht Drew nach einer Möglichkeit, probiert mal das eine, mal das andere, während die Uhr unerbittlich mitläuft.

Idyllisch und düster zugleich

Hin und wieder geht Regisseur und Co-Autor Maximilian Erlenwein (Stereo) einen anderen, als es sein schwedischer Kollege getan hatte. Beispielsweise verbringt er mehr Zeit mit der Schwester, die im Wasser gefangen ist. Während diese bei der schwedischen Version recht kurz kommt, hat die deutsche Neuinterpretation ihr mehr Raum zugesprochen. Am Grundprinzip ändert das jedoch wenig. Gleiches gilt für die Internationalisierung: The Dive schielt stärker auf ein weltweites Publikum und arbeitet deshalb mit einem englischsprachigen Ensemble. Ob das viel bringt, darüber kann man sich jedoch streiten. So sind die beiden Schauspielerinnen nicht übermäßig bekannt. Die Dialoge sind auch eher spärlich, weshalb der Sprachfaktor keine übermäßig große Rolle spielt.

Zumindest optisch gibt es aber einen größeren Unterschied. Die nordische Variante spielte in einer eisigen Umgebung und war an vielen Stellen betont düster. The Dive nimmt uns mit in eine Gegend, die deutlich freundlicher und heller ist. Geradezu idyllisch sieht das sogar aus. Das könnten manche als Rückschritt empfinden, schließlich geht auf diese Weise ein Teil der beklemmenden Atmosphäre verloren. Gleichzeitig sorgt der Thriller, der auf dem Filmfest München 2023 Premiere feierte, auf diese Weise für einen reizvollen und irgendwie gemeinen Kontrast. Gerade weil das hier eigentlich ein Urlaubssetting ist, ist es so bitter, dass May dem Tod ins Auge blickt. In deutschen Krimis wird gern der Kontrast zwischen schönen Landschaften und düsteren Geschichten genutzt. Hier funktioniert das ebenso gut, weshalb der Film neben den bewährten Stärken des Originals eine Menge zu bieten hat, wofür es sich lohnt einmal vorbeizuschauen.

Credits

OT: „The Dive“
Land: Deutschland, Malta
Jahr: 2023
Regie: Maximilian Erlenwein
Drehbuch: Maximilian Erlenwein, Joachim Hedén
Musik: Volker Bertelmann, Raffael Seyfried
Kamera:  Frank Griebe
Besetzung: Louisa Krause, Sophie Lowe

Bilder

Trailer

Interview

Ihr wollt mehr über den Film erfahren? Wir hatten die Gelegenheit, uns mit Regisseur Maximilian Erlenwein zu unterhalten. Im Interview zu The Dive sprechen wir über die Herausforderungen beim Dreh und seine eigenen Erfahrungen beim Tauchen.

Maximilian Erlenwein [Interview]

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The Dive
fazit
„The Dive“ ist natürlich nicht grundlegend anders als das schwedische Original „Breaking Surface“, wenn zwei Schwestern bei einem Tauchausflug ums Überleben kämpfen müssen. Aber die Spannung ist ähnlich hoch. Größter Unterschied ist noch, dass die beklemmende Stimmung des Eises einer freundlichen Meeresatmosphäre gewichen ist – was den Todeskampf fast noch gemeiner werden lässt.
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