Mord im Mittsommer: Olivia TV Fernsehen ZDF Streamen online Mediathek DVD
© ZDF/Johan Paulin

Mord im Mittsommer: Olivia

Mord im Mittsommer: Olivia TV Fernsehen ZDF Streamen online Mediathek DVD
„Mord im Mittsommer: Olivia“ // Deutschland-Start: 28. Mai 2023 (ZDF)

Inhalt / Kritik

Völlig aufgelöst taucht die Jugendliche Nathalie (Vilda Schubert) bei der Polizei auf und möchte ihre Freundin Olivia (Adja Krook) als vermisst melden. Doch so richtig ernst nimmt die Geschichte dort niemand. In ihrer Not weiß sie sich daher nicht anders zu helfen, als in einer Turnhalle mehrere Schüler und Schülerinnen als Geisel zu nehmen, bis ihr jemand zuhört und ihr hilft. Unter den Kindern befindet sich auch Tor (Kassel Ulving), der Sohn des Polizisten Alexander (Nicolai Cleve Broch). Und auch die Staatsanwältin Nora (Alexandra Rapaport) hat einen Bezug zu der Geschichte. Schließlich handelt es sich bei Olivia um die Großcousine ihres Assistenten Pär (Anton Lundqvist). Doch was ist wirklich mit der Jugendlichen geschehen? Und was hat es mit der Anwältin Johanna (Meliz Karlge) auf sich?

Ein Krimi ohne viel Rätsel

Halbzeit bei der aktuellen Staffel der ZDF-Krimireihe Mord im Mittsommer dem Ende zu. Nachdem es im Auftakt Angelica um eine spurlos verschwundene Ehefrau ging sowie einen Meisterdieb, der sich in die Sache einmischt, handelte Lili von der Frau eines Golfprofis, die bei einem gemeinsamen Bootsauflug von Bord ing. Mit Olivia steht nun der dritte Film der Staffel an, auch dieses Mal geht es – der Folgen-Titel verrät es bereits – um eine Frau, bei der ein Verbrechen geschehen ist. Die Woche drauf steht dann schließlich Nadia an, die vierte von sechs Episoden. Die Tradition der Staffel, eine weibliche Figur pro Folge in den Mittelpunkt der Ermittlungen zu stellen, wird also konsequent beibehalten.

Das klingt interessant, führt aber dazu, dass das schon ein wenig eintönig ist. Gleich dreimal in Folge dreht sich alles um eine verschwundene Frau. Wobei es dieses Mal keinen Ehemann gibt, der im Verdacht steht, etwas damit zu tun zu haben. Stattdessen gibt es eine Partnerin. Und die kämpft so verzweifelt darum, dass jemand die Vermisste sucht, dass sie kaum als Täterin in Frage kommt. Und noch eine Gemeinsamkeit hat Mord im Mittsommer: Olivia mit de beiden direkten Vorgängern: Viel zu rätseln ist nicht. Man versuchte nicht einmal, Alternativen zur jeweils schuldigen Person aufzubauen. Im Gegenteil: Früh wird verraten, wer hinter allem steckt. Auch das Motiv ist schnell klar. Wer einen Krimi einschaltet in der Hoffnung, die eigenen grauen Zellen auf die Probe zu stellen, wird hier enttäuscht.

Teils spannend, teils unglaubwürdig

Dafür bewegt man sich wie schon bei den zwei ersten Folgen stärker in Richtung Thriller. Zu diesem Zweck verwendet man gleich zwei Motive, die fest mit diesem Genre verbunden werden. Das eine ist die Entführung, das andere eine Geiselnahme. In beiden Fällen soll das Publikum mitfiebern, wie das Ganze ausgeht und ob das Opfer freikommt. So weit, so bekannt. Ungewöhnlich ist bei der konkreten Ausgestaltung jedoch, dass beides zusammenhängt. Vor allem ist die Geiselnahme ambivalenter, da hier mal kein Verbrecher an allem Schuld ist, sondern eine verzweifelte Jugendliche, die sich nicht anders zu helfen weiß. Mord im Mittsommer: Olivia erinnert da an Tatort: Die Zeit ist gekommen. Auch dort war die Geiselnahme das Ergebnis anderer Probleme.

Diese Passage ist dabei die spannendste, nicht nur wegen dieser Ambivalenz. Der Rest des Films ist leider deutlich weniger sehenswert. Zum einen ist die Geschichte ziemlich konstruiert und umständlich, glaubwürdig ist das alles nicht. Zudem nervt der Nebenstrang um Alexanders Ehefrau Vicky (Malin Crépin), die am Ende der vorangegangenen Staffel zurückgekehrt ist und die seither nur noch Probleme macht. Klar, bei einem Krimi bleibt oft nicht die Zeit, um Nebenschauplätze genauer zu erzählen. Wenn jemand aber darauf reduziert wird, einfach nur ständig zu meckern, dass der Mann seine Arbeit macht, während man selbst nichts macht, dann kann man sich das auch sparen. Dafür sorgt Mord im Mittsommer: Olivia gegen Ende hin noch mal für Nervenkitzel. Fans kommen auf ihre Kosten, der Rest sieht hier einen durchschnittlichen Genrevertreter.

Credits

OT: „Morden i Sandhamn: Olivia“
Land: Schweden, Deutschland
Jahr: 2022
Regie: Niklas Ohlson
Drehbuch: Sara Heldt, Johan Widerberg
Vorlage: Viveca Sten
Musik: Fredrik Emilson
Kamera: Mats Axby
Besetzung: Alexandra Rapaport, Nicolai Cleve Broch, Vilda Schubert, Mattias Fransson, Anton Lundqvist, Adja Krook, Malin Crépin, Anton Forsdik, Julius Fleischanderl, Kassel Ulving

Bilder

Kaufen / Streamen

Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision, ohne dass für euch Mehrkosten entstehen. Auf diese Weise könnt ihr unsere Seite unterstützen.




(Anzeige)

Mord im Mittsommer: Olivia
fazit
„Mord im Mittsommer: Olivia“ versucht es gleich doppelt mit der Spannungserzeugung, wenn parallel von einer Entführung und einer Geiselnahme erzählt wird. Das Ergebnis überzeugt aber nur zum Teil. Hin und wieder gibt es tatsächlich Nervenkitzel, die Geschichte taugt dafür nicht sehr viel.
Leserwertung12 Bewertungen
4.5
5
von 10