Dragon Quest VII Reimagined
© Square Enix

Dragon Quest VII

„Dragon Quest VII Reimagined“ // Deutschland-Start: 5. Februar 2026

Inhalt / Kritik

Sie gehören ohne Zweifel zu den wichtigsten Rollenspielreihen der Welt: Final Fantasy und Dragon Quest. Beide starteten in den 1980ern in Japan auf dem Nintendo Famicom. Beide wurden anfangs auch in den USA veröffentlicht, während Europa in die Röhre blickte. Und beide hatten ihren größten Erfolg mit dem jeweils siebten Teil, der auf der ersten PlayStation debütierte. Dabei können diese unterschiedlicher kaum sein. Während Final Fantasy VII mit seinen computerberechneten Hintergründen und den aufwendigen Zwischensequenzen auch den Westen im Sturm eroberte, erstmals auch Europa, da wirkte das später veröffentlichte Dragon Quest VII wie aus der Zeit gefallen. Zwar hatte man auch dort an der Optik gefeilt, es gab jetzt eine drehbare, isometrische 3D-Welt. Dennoch, visuell lagen Welten zwischen den beiden Spielen, die seinerzeit noch Konkurrenten waren, bevor Square und Enix miteinander verschmolzen.

Emotionales Insel-Hopping

Aber auch spielerisch hatte man sich 14 Jahre nach dem ersten Teil Dragon Quest nur wenig weiterentwickelt. Noch immer reiste man durch die Welt, kämpfte auf Schritt und Tritt gegen Monster, die meisten als Zufallsbegegnung. Die Kämpfe waren wie immer. Man schaute aus der Egoperspektive gegen die Sprite-Gegner und wählte aus einem Menü Punkte wie Angriff oder Verteidigung. Das war nicht sehr aufregend, dafür waren die Kämpfe immer sehr schnell vorbei, weil man sich auf das Nötigste konzentrierte. Die größte Neuerung war, dass Dragon Quest VII wechselbare Jobklassen einführte, wie man sie von dem Konkurrenten seit Final Fantasy III immer mal wieder kannte. Grundsätzlich durften die Partymitglieder jeden Job übernehmen, ob nun klassische wie Kämpfer und Kleriker oder auch ungewöhnlichere wie Pirat und Gladiator. Das machte tatsächlich Spaß, die meisten dürften viel Zeit damit verbracht haben, gezielt die Klassen zu steigern, um an die fortgeschrittenen zu kommen.

Doch was das Spiel wirklich auszeichnete und zu etwas ganz Besonderem machte, das war die Geschichte. Sicher, es lief zwar schon darauf hinaus, dass ein paar Neulinge die Welt retten müssen vor einer großen Gefahr. Doch während sonst die Welt bereits existiert, wird sie in Dragon Quest VII auf gewisse Weise erst erschaffen. Genauer reist die Truppe nach einem recht langen Einstieg auf eine unbekannte Insel, ohne zuerst zu merken, dass dies die Vergangenheit ist. Erst, wenn dort ein Abenteuer überstanden ist, welches meistens bedeutet, den Menschen vor Ort zu helfen, taucht die Insel in der Gegenwart auf. Während die Rahmengeschichte um den Kampf gegen das Böse die einzelnen Unter-Abenteuer miteinander verbindet, stehen diese für sich selbst. Die Geschichten sind dabei sehr abwechslungsreich und oft erstaunlich traurig.

Geduld, bitte

Dragon Quest VII ist damit eines der eher seltenen Rollenspiele, die man tatsächlich für die Geschichte selbst spielt. Allerdings braucht es dafür schon Geduld. Tatsächlich ist das Game geradezu berüchtigt für seine Länge. Bis es mal richtig losgeht und das eigentliche Abenteuer beginnt, dauert es eine Weile. Die besagten Jobklassen kommen sogar erst deutlich später ins Spiel, was bei einem derart integralen Bestandteil ungewöhnlich ist. So oder so, 100 Stunden Spielzeit muss man locker einrechnen. Wer gern erforscht und Sidequests verfolgt, darf noch einige Dutzend mehr einplanen. Bei den späteren Versionen für das 3DS bzw. vor allem die Reimagined-Ausgabe für aktuelle Konsolen wurde kräftig gekürzt, das ist alles nicht mehr so exzessiv wie seinerzeit. Geduld braucht es dennoch, eben weil es hier gilt, eine ganze Welt zu rekonstruieren und unzähligen Schicksalen zu folgen.

Welche der drei Fassungen man spielt, ist natürlich immer ein wenig Geschmackssache, da sie alle ihre Vorzüge und Nachteile haben. Der gekürzte Inhalt bei Reimagined wird durch einige Neuerungen und Verbesserungen wieder wettgemacht. Das betrifft einerseits die Optik, die jetzt wirklich sehr schön ist und dabei trotzdem den Charme der Designs von Manga-Legende Akira Toriyama bewahrt hat. Spielerische Änderungen gibt es bei den Jobklassen, wenn wir jetzt immer zwei auf einmal haben. Auch die Zufallsbegegnungen wurden größtenteils eliminiert. Zusammen mit den automatischen Siegen, wenn man auf deutlich schwächere Monster trifft, macht das den Ablauf doch deutlich entspannender. So oder so ist Dragon Quest VII einer der großen Klassiker im Bereich der JRPGs und ein Vierteljahrhundert später noch immer sehr spielenswert.

Credits

OT: „Dragon Quest VII“
Land: Japan
Jahr: 2000 (Original), 2013 (Remake), 2026 (Reimagined)
Director: Manabu Yamana
Producer: Yukinobu Chida
Designer: Yuji Horii
Artist: Akira Toriyama
Musik: Koichi Sugiyama
Publisher: Enix (Original), Square Enix (Remake / Reimagined)
Entwickler: Heartbeat (Original), Nintendo 3DS (Remake), Nintendo Switch, Nintendo Switch 2, PlayStation 5, Xbox Series X/S, PC (Reimagined)

Bilder

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Dragon Quest VII
fazit
In „Dragon Quest VII“ muss eine Truppe durch die Zeit reisen, um verschollene Inseln zurückzuholen. Das Spiel bietet sowohl im Original wie auch in der Reimagined-Variante klassische JRPG-Unterhaltung. Ein Klassiker ist der Teil wegen der vielen tollen Einzelgeschichten, die sehr abwechslungsreich sind – und zum Teil erstaunlich traurig.
Leserwertung0 Bewertungen
4.5