In and Out
© Tobis Film

In & Out

In and Out
„In & Out“ // Deutschland-Start: 29. Januar 1998 (Kino) // 31. Mai 1999 (DVD)

Inhalt / Kritik

Howard Brackett (Kevin Kline) ist Lehrer für englische Literatur und ein herzensguter Mensch, wie er im Buche steht. Nachdem ein ehemaliger Schüler von ihm im Filmgeschäft groß herauskommt, erinnert sich Bracket gern an den mittlerweile großen Star zurück. Die Rede ist dabei von dem Frauenschwarm Cameron Drake (Matt Dillon), der im Begriff ist, einen Oscar in der Kategorie Bester Hauptdarsteller für seine Rolle als Homosexueller abzustauben. Alle Welt verfolgt das Spektakel live im Fernsehen, inklusive Brackett und dessen bessere Hälfte Emily Montgomery (Joan Cusack), die er bald heiraten will. Der Abend wird für Brackett jedoch zu einem Fiasko, als Drake in seiner Dankesrede ihm als Homosexuellen dankt. Die Tage und Wochen bis zur Hochzeit entwickeln sich fortan zu einem Chaos sondergleichen.

Satire und Persiflage

Filme über Homosexualität räumen mittlerweile Jahr für Jahr ordentlich mit Vorurteilen in der Hinsicht auf. Zuweilen sind da mitunter sogar regelrechte Filmperlen dabei, denke man zuletzt nur an The world to come zurück, der vor Poesie und Feingefühl nur so strotzt. Schaut man Jahre zurück, so wird man um In & Out aus dem Jahr 1997 in der Hinsicht nicht herumkommen, der das Ganze schon damals mit einem sehr gelungenen Humor ordentlich auflockerte. Das Kernthema sieht dabei recht simpel aus: Jeder, ganz besonders die Schüler von dem gutherzigen Lehrer, versuchen nun herauszufinden, was an dem nachgesagten Gerücht dran ist, aber auch, was einen schwulen Mann ausmacht. „Smart, gut gekleidet, anständiger Mensch – Schwul!“ heißt es da an einer Stelle, was direkt mit dem Gelächter der Mitschüler quittiert wird. Durch all diese Satire, die sich wie ein roter Faden durch den Film zieht, ist die Botschaft des Films schnell ersichtlich: In welcher fast schon lachhaften Welt lebten und leben wir teilweise immer noch, in der Schwulen das Leben zur Hölle gemacht wird?

Realitätskonstruktion dank der Medien

Die Kritik in Hinblick auf Fernsehen, unzählige Journalisten und selbst der Oscar-Verleihung, kommt dabei nicht zu kurz, sind diese für all dieses Spektakel auch mitverantwortlich. Die Komödie findet dadurch jede Menge Ansatzpunkte, um auf die systemischen Macken aufmerksam zu machen. Dadurch, dass es zu keinem Zeitpunkt zu ernst wird, verdient sich der Film weitere Punkte. Nicht selten stellt sich das Gefühl ein, dass sich Regisseur Frank Oz selbst heute noch ein hämisches Grinsen über die unfassbare Ignoranz der Menschen nicht verkneifen kann. Während andere Filme dem Publikum erklären wollen, was Maskulinität und Femininität bedeutet, schreit In & Out förmlich danach, nicht alles zu konservativ, kategorisch und vor allem borniert zu sehen und ist damit eine eindeutige Filmempfehlung.

Konsequent

Das Ganze kommt zwar besonders gegen Ende hin nicht gänzlich ohne Sentimentalität aus, funktioniert in der Gesamtheit aber doch ziemlich gut. Dies ist auch den Synchronsprechern zu verdanken, wenn David Nathan (deutsche Stimme von Johnny Depp oder Christian Bale) und Arne Elsholtz (deutsche Stimme von Tom Hanks und Bill Murray) ihre Stimmen zum Besten geben. Am meisten bleibt jedoch der Humor hängen, der am besten in den musikalischen Szenen zum Tragen kommt. Besonders überrascht auch das Ende, bei dem man doch vermutet, dass es ein Happy End mit Hochzeit wird. Auch hier untergräbt der Film die Konventionen und zeigt sich letztlich ziemlich konsequent, ohne ein klischeehaftes Ende.

Credits

OT: „In & Out“
Land: USA
Jahr: 1997
Regie: Frank Oz
Drehbuch: Paul Rudnick
Musik: Marc Shaiman
Kamera: Rob Hahn
Besetzung: Kevin Kline, Joan Cusack, Matt Dillon, Debbie Reynolds, Wilford Brimley, Shalom Harlow, Bob Newhart, Tom Selleck

Bilder

Trailer

Kaufen / Streamen

Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision, ohne dass für euch Mehrkosten entstehen. Auf diese Weise könnt ihr unsere Seite unterstützen.



(Anzeige)

In & Out
Fazit
"In & Out" zeigt eine zu jeder Zeit lachhafte Welt, in der Homosexualität als etwas Schokierendes abgetan wird. Da dies mit jeder Menge Satire und Humor auf die Spitze getrieben und intelligent verpackt wird, stellt sich die Komödie als sehenswert heraus.
Leserwertung0 Bewertungen
0
7
von 10