The Enforcer
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The Enforcer

„The Enforcer“ // Deutschland-Start: 8. Dezember 2022 (DVD/Blu-ray)

Inhalt / Kritik

Bislang hatte Cuda (Antonio Banderas) eher weniger Probleme damit, Verbrechen zu begehen. Viele Jahre war er als solcher unterwegs, was ihn am Ende auch ins Gefängnis brachte. Frisch aus diesem entlassen, versucht er, wieder ein Verhältnis zu seiner entfremdeten Tochter Lola (Vivian Milkova) aufzubauen. Stattdessen landet er aber wieder bei der Unterweltchefin Estelle (Kate Bosworth) und soll in deren Auftrag Stray (Mojean Aria) trainieren, der als illegaler Straßenkämpfer ihre Aufmerksamkeit erregt hat. Schließlich kann diese immer wieder brutale Männer gebrauchen, die für sie Geld eintreiben. Doch es ist vor allem Billie (Zolee Griggs), die ihm nicht aus dem Kopf geht, eine Teenagerin, die auf die schiefe Bahn zu geraten droht und ihn an seine Tochter erinnert. Als sie auf einmal verschwindet, setzt er alles daran, sie wieder ausfindig zu machen und zu retten …

Hinein in die Abgründe

Eigentlich sollte man meinen, dass Antonio Banderas so viel als Schauspieler erreicht hat, dass er sich inzwischen seine Rollen aussuchen kann. So spielte er in gefeierten Arthouse-Titeln ebenso mit wie in Blockbustern, der Spanier ist bis heute einer der bekanntesten Filmexporte seines Landes. Und doch ist er seit einiger Zeit in Genrefilmen zu sehen, die einen an seiner beruflichen Situation zweifeln lassen. Der Thriller Pfad der Rache war eine absolute Katastrophe bei dem Versuch, Spannung und Philosophie zu verbinden. Code Name Banshee grenzte ebenfalls an Zumutung, obwohl das Szenario rund um mehrere Auftragsmörder Potenzial hatte. Im Vergleich dazu ist The Enforcer noch der beste dieser Titel. Aber das muss nicht wirklich viel heißen.

Schon die Ausgangslage ist dabei kaum erwähnenswert. Mal wieder versucht ein Verbrecher, seine böse Vergangenheit hinter sich zu lassen und ein neues Leben anzufangen. Zumindest ein paar Minuten, wenn er sich um seine Tochter kümmern will, bevor er dann doch wieder mit der alten Arbeit weitermacht. Etwas überraschend spielt Lola später praktisch keine Rolle mehr, sondern dient nur als Motivation, warum sich Cuda für eine wildfremde Teenagerin einsetzt. Das kann man jetzt glauben oder nicht. Eigentlich ist auch das nicht so wirklich wichtig, weil sich The Enforcer nicht entscheiden kann, ob es nun um diese Jugendliche, um Cuda oder sein Protegé gehen soll, der selbst ein bisschen in der Welt gestrandet ist und nur das Mittel der Gewalt kennt. Ob er nun Leute in illegalen Kämpfen verprügelt oder auf diese Weise Schulden eintreiben soll, ist ihm egal.

Das lange Warten auf Spannung

Angesichts des allgegenwärtigen Verbrechens und der Gewaltbereitschaft sollte man meinen, dass es da richtig bald kracht. Stattdessen muss das Publikum aber ewig warten, bis es hier mal wirklich losgeht. Die Figuren stehen im Mittelpunkt, weniger die Handlung. Das muss dann nicht automatisch bedeuten, dass der Film nichts taugt, auch wenn dieser als etwas verkauft wird, das er nicht ist. Gravierender ist, dass The Enforcer bei dem, was er ist, auch nicht überzeugt. Da wird dann zwar versucht, ein bisschen mehr Tiefgang zu liefern, als es bei dem Szenario oft der Fall ist. Der Versuch scheitert aber an den grauenvollen Dialogen, wobei im Einzelfall darüber gestritten werden darf, ob es nun das Drehbuch ist oder die mäßige Synchronisation, die das Unglück verursachen.

Andere Punkte sind da schon gelungener. So hat Regisseur Richard Hughes das Ganze schon recht stimmungsvoll inszeniert, da sind immer mal wieder sehenswerte Momente dabei. Nur spannend ist The Enforcer eben nicht. Das liegt zum einen an der besagten Ereignislosigkeit. Aber auch die Besetzung mit Kate Bosworth (Force of Nature) war nicht ganz glücklich. So soll diese eine besonders furchteinflößende Unterweltgröße sein, hat aber mehr von einer Karikatur. Warum die vielen gestandenen Kerle so vor ihr kuschen, wird nie wirklich klar. Ebenso wenig, warum einen das überhaupt interessieren sollte. Aufgrund der schönen Bilder ist das hier streckenweise sicher passabel. Das allein reicht aber nicht aus, um in diesem umkämpften Segment wirklich hervorzustechen.

Credits

OT: „The Enforcer“
Land: USA
Jahr: 2022
Regie: Richard Hughes
Drehbuch: W. Peter Iliff
Musik: Giorgio Giampà
Kamera: Callan Green
Besetzung: Antonio Banderas, Mojean Aria, Kate Bosworth, Alexis Ren, Zolee Griggs, 2 Chainz

Bilder

Trailer

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The Enforcer
fazit
„The Enforcer“ erzählt mal wieder die Geschichte eines Verbrechers, der sich bessern will. Obwohl der Film als Actionthriller verkauft wird, konzentriert er sich mehr auf die Figuren. Erst sehr spät geht es überhaupt mal los. Das wäre in Ordnung, wenn der Film wirklich etwas über diese Figuren zu erzählen hätte. Aber auch in der Hinsicht ist das hier ziemlich ernüchternd.
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