Code Name Banshee
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Code Name Banshee

„Code Name Banshee“ // Deutschland-Start: 28. Oktober 2022 (DVD/Blu-ray)

Inhalt / Kritik

Banshee (Jaime King) kennt keine Angst. Das wäre in ihrer Berufssparte aber auch unpraktisch. Erst arbeitete sie als Söldnerin mit dem CIA, bis es zu einem blutigen Zwischenfall kam, bei dem ihr Vater gestorben ist.  Inzwischen ist sie als Auftragskillerin tätig und kooperiert hierfür mit dem Computer-Spezialisten Kronos (Aleksander Vayshelboym). Das gemütliche Meuchelleben wird jedoch eines Tages auf den Kopf gestellt, als Greene (Tommy Flanagan) vor ihr steht. Der war seinerzeit für das Massaker verantwortlich und will nun um jeden Preis Caleb (Antonio Banderas) ausfindig machen. Für sie ist das ein guter Anlass, sich selbst auf die Suche nach ihrem ehemaligen Mentor zu machen, der nach dem besagten Zwischenfall fünf Jahre zuvor untergetaucht ist …

Schwacher Auftritt eines Stars

Eigentlich ist Antonio Banderas ein großer Star, der sich nach einer langen Karriere seine Rollen aussuchen kann. Und so spielt er mal in Blockbustern wie Uncharted mit, aber auch in Arthouse-Titeln. Für Leid und Herrlichkeit wurde er 2020 das erste Mal für einen Oscar nominiert. Und doch finden sich in seiner jüngeren Filmografie immer mal wieder Missgriffe, bei denen nicht klar ist, was den Spanier dazu veranlassen konnte, Teil des Projekts zu werden. Dabei handelt es sich meistens um irgendwelche B-Movie-Wegwerf-Actionthriller, die so billig sind, dass eigentlich auch finanzielle Motivationen nicht wirklich als Erklärung dienen können. Das neueste Beispiel für diese unrühmlichen Spätwerke ist Code Name Banshee, bei dem er in die Rolle eines Auftragskillers schlüpft.

Das hat er schon zuvor getan in seiner Laufbahn. Dieses Mal sind jedoch weniger seine eigenen Schießkünste gefragt, da er mit Anfang 60 wohl doch langsam zu alt dafür wird. Also begnügt er sich mit einer Mentorenrolle und überlässt seiner jüngeren Kollegin Jaime King die Bühne. Das mag galant sein. Für das Publikum ist das hingegen eine eher unerfreuliche Nachricht. Zwar hat die Schauspielerin selbst Actionerfahrung gesammelt und spielte beispielsweise in Escape Plan 3: The Extractors mit. Ihr mangelt es jedoch an der physischen Präsenz, um wirklich in dieser Rolle zu überzeugen. An manchen Stellen scheint es ihr schon schwer genug zu fallen, die Waffen überhaupt zu tragen – vom Benutzen ganz zu schweigen.

Tödlich langweilig

Überhaupt sind die Actionszenen nicht unbedingt eine Stärke des Films. Regisseur Jon Keeyes (The Survivalist – Die Tage der Menschheit sind gezählt, Rogue Hostage) hat sich sicherlich Mühe gegeben, um das Publikum mit den diversen Schusswechseln und anderen bedrohlichen Situationen den Atem zu rauben. Wahrscheinlicher aber ist, dass die Atemlosigkeit einem herzhaften Gähnen weicht. Code Name Banshee ist ein völlig uninspirierter Film, der die temporeichen Momente nicht wirklich zu nutzen versteht. Das ist auch deshalb ärgerlich, weil die Momente relativ selten sind. Immer mal wieder wird das Geschehen unterbrochen, um den Jahre zurückliegenden Wendepunkt voranzutreiben, sei es in Gesprächen oder Flashbacks. Manchmal wird auch einfach nur viel gequatscht.

Wenn denn der Inhalt dieser Dialoge wenigstens in irgendeiner Form interessant wäre. Drehbuchautor Matthew Rogers liefert da aber auch einfach keine gute Vorlage für die beteiligten Schauspieler und Schauspielerinnen. Offensichtlich war er der Ansicht, dass er möglichst viel Mystery-Elemente einbauen sollte. Das Gefühl, dass da jemand einer ganz großen Wahrheit auf der Spur ist. Stattdessen ist Code Name Banshee aber nicht mehr als das Abarbeiten der üblichen Klischees. Das wird dann irgendwann so langweilig, dass man den Figuren selbst einen Auftragskiller hinterherschicken möchte, nur um nicht länger mit diesem drögen Inhalt gefoltert zu werden. Das muss man auch erst mal schaffen, einen Film rund um Assassine derart zäh zu gestalten, dass die größte Bedrohung die einer tödlichen Langeweile ist.

Credits

OT: „Code Name Banshee“
Land: USA
Jahr: 2022
Regie: Jon Keeyes
Drehbuch: Matthew Rogers
Musik: Rob
Kamera: Austin F. Schmidt
Besetzung: Jaime King, Antonio Banderas, Tommy Flanagan, Catherine Davis, Kim DeLonghi

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Code Name Banshee
fazit
„Code Name Banshee“ handelt zwar von mehreren Auftragskillern, ist letztendlich aber vor allem tödlich langweilig. Die Geschichte kommt nie in Schwung, obwohl sie besonders mysteriös sein soll. Die Actionszenen sind auch nicht sehenswert, zumal die Protagonistin irgendwie fehl am Platz wirkt.
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