Willow 1988
© Lucasfilm

Willow

Willow 1988
„Willow“ // Deutschland-Start: 15. Dezember 1988 (Kino) // 12. April 2013 (DVD)

Inhalt / Kritik

Bislang war das Leben bei den Nelwyns eigentlich recht ruhig gewesen. Das ändert sich jedoch eines Tages, als mitten während der Vorbereitungen für ein großes Fest wilde Bestien auftauchen und für Chaos sorgen. Der Grund ist schnell herausgefunden: Willow (Warwick Davis), der davon träumt, einmal ein großer Magier zu werden, hat kurz vorher ein menschliches Baby gefunden und aufgenommen. Und eben hinter diesem Baby ist Bavmorda (Jean Marsh) her. Schließlich wurde der Königin und mächtigen schwarzen Zauberin vorhergesagt, dass dieses ihren Untergang herbeirufen würde. Während Willow sich auf die Reise begibt, um das Kleinkind zurück in die Hände der Menschen zu geben, schickt Bavmorda ihre Tochter Sorsha (Joanne Whalley) los, eine starke Kriegerin, um den Säugling zu finden. Dabei kreuzen sich die Wege mit denen von Madmartigan (Val Kilmer), der sich in einer unglücklichen Lage befindet und eigentlich nur seine Ruhe haben möchte …

Ein Fantasyabenteuer mit klassischen Wurzeln

Für Fantasyfans waren die 1980er eine Hochphase der Kinogeschichte, zahlreiche Abenteuer, die heute Kultstatus genießen, wurden in dem Jahrzehnt gedreht. Ob nun Die unendliche Geschichte oder Die Reise ins Labyrinth, Legende oder Conan – Der Barbar, da waren schon einige Werke dabei, die heute noch für nostalgisch schimmernde Augen sorgen. Ebenfalls Teil dieser Reihe ist Willow. Zwar waren die Kritiken seinerzeit nicht unbedingt euphorisch. Die Zahlen an den Kinokassen konnten sich dafür sehen lassen, am Ende spielte der Film rund das Vierfache seines Budgets wieder ein. Zum Teil dürfte das auch an dem großen Namen dahinter gelegen haben. Schließlich ging die Geschichte auf George Lucas zurück, der mit seinen Star Wars Filmen sowie Indiana Jones die damalige Dekade entscheidend mitprägte und zu einem Synonym für das Blockbusterkino geworden war. Zwar führte er hier nicht Regie, auch das Drehbuch überließ er anderen. Der Name zog aber auch so.

Wie bei den anderen Werken des Filmemachers ist Willow eine Verneigung vor klassischen Abenteuern. Hier wandte er sich der alten Welt der Märchen und Legenden zu, die er auf seine Weise zusammenführte. Zwerge, die ein Mädchen vor einer bösen Königin retten? Da fällt einem beispielsweise Schneewittchen und die sieben Zwerge ein. Dazu kommen aus Fabeln bekannte Gestalten wie Brownies oder Trolle. Das Motiv einer wild zusammengewürfelten Schar aus Leuten, die eigentlich nicht wirklich heldenhaft sind und doch über sich hinauswachsen müssen, gehört sowieso zum Standard des Genres. Lucas und Drehbuchautor Bob Dolman, der die Visionen von Lucas konkretisierte, bedienten sich am reichen Fundus, ohne diesem sehr viel Eigenes hinzuzufügen. Da war sein Ausflug in weit entfernte Galaxien doch mit deutlich spannenderen Kreaturen bevölkert.

Ein bisschen generisch

Das ist dann auch das eine größere Problem des Films: Für einen Vertreter des Fantasygenres ist die Geschichte nicht sonderlich fantasievoll geworden und beschränkt sich an zu vielen Stellen darauf, das Bewährte zu wiederholen. Das andere Manko ist, dass bei Willow das Abenteuergefühl eher unterentwickelt ist. Im Vergleich zu Der Herr der Ringe, bei dem die Gemeinschaft weite Strecken zurücklegen muss und dabei die unterschiedlichsten Orte entdeckt, hat man hier nicht den Eindruck, eine größere Welt zu erkunden. Trotz einer an und für sich ausreichend großen Laufzeit von etwas mehr als zwei Stunden wird da etwas wenig geboten. Inhaltlich ist der Film zu oft mit den Figuren beschäftigt als dem Grund, weshalb die Figuren unterwegs sind.

Das bedeutet nicht, dass man damit nicht seinen Spaß haben kann. Treu dem Prinzip des Buddy Movies folgend gibt es hier zwei Protagonisten, die unterschiedlicher nicht sein könnten, dennoch aber zusammenarbeiten müssen. Der Film nutzt das komische Potenzial solcher Konstellationen auch gerne aus. Manchmal neigt das ein bisschen sehr zur Albernheit. Aber da sind schon amüsante Momente dabei. Grundsätzlich überzeugt auch die Aufmachung des Films. Natürlich sind in den über 30 Jahren nicht alle Spezialeffekte gleich gut gealtert, der Kampf gegen eine seltsame zweiköpfige Bestie ist heute zum Beispiel kein erfreulicher Anblick. Besser sieht es bei den Schauplätzen oder auch den Kostümen aus, die bis heute funktionieren. Im Vergleich zu einigen der eingangs genannten Genre-Zeitgenossen ist Willow sicher eher zweite Wahl. Aber es hat schon seine Gründe, weshalb der Film vielen ans Herz gewachsen ist und etwas unerwartet Jahrzehnte später mit der gleichnamigen Disney+ Serie fortgesetzt wurde.

Credits

OT: „Willow“
Land: USA
Jahr: 1988
Regie: Ron Howard
Drehbuch: Bob Dolman
Geschichte: George Lucas
Musik: James Horner
Kamera: Adrian Biddle
Besetzung: Warwick Davis, Val Kilmer, Joanne Whalley, Billy Barty, Jean Marsh

Bilder

Trailer

Filmpreise

Preis Jahr Kategorie Ergebnis
Academy Awards 1989 Bester Tonschnitt Ben Burtt, Richard Hymns Nominiert
Beste Spezialeffekte Dennis Muren, Michael J. McAlister, Phil Tippett, Christopher Evans Nominiert
Goldene Himbeere 1989 Schlechtester Nebendarsteller Billy Barty Nominiert
Schlechtestes Drehbuch Bob Dolman, George Lucas Nominiert

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Willow
fazit
„Willow“ war seinerzeit ein größerer Kinoerfolg und ist auch heute noch einen Blick wert. Im Vergleich zu einigen anderen Fantasyabenteuern aus der damaligen Zeit ist die Geschichte um zwei ungleiche Helden, die ein Baby vor der bösen Königin beschützen müssen, aufgrund der doch recht generischen Elemente dennoch nur zweite Wahl.
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