Meet Cute Amazon Prime Video
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Meet Cute – Mein täglich erstes Date

Meet Cute Amazon Prime Video
„Meet Cute – Mein täglich erstes Date“ // Deutschland-Start: 25. November 2022 (Amazon Prime Video)

Inhalt / Kritik

Als sich Sheila (Kaley Cuoco) und Gary (Pete Davidson) eines Abends in einer Bar über den Weg laufen, funkt es ziemlich schnell zwischen den beiden. Sie können sich über alles Mögliche unterhalten, erfreuen sich an den Drinks und verbringen gemeinsam eine schöne Zeit. Vor allem Sheilas Humor imponiert Gary, etwa wenn sie von ihren Erfahrungen mit einer Zeitmaschine erzählt. So behauptet sie, im Nagelstudio von June (Deborah S. Craig) eine Möglichkeit gefunden zu haben, in die Vergangenheit zu reisen. Und diese nutzt sie, um sich jeden Tag mit Gary zu treffen und ihr Date aufs Neue zu erleben. Ein Witz, klar, davon ist er überzeugt. Dabei ahnt er nicht, dass sie dabei tatsächlich die Wahrheit sagt und diesem einen Date noch viele weitere erste Dates folgen werden …

Ein Date bis in alle Ewigkeit

Das durch Und täglich grüßt das Murmeltier bekannt gewordene Motiv der Zeitschleife wurde in den letzten Jahren von zahlreichen Filmen und Serien aufgegriffen. Dabei ist die Bandbreite an Genres beachtlich. Ob der Thriller Another Monday, das Drama Souls oder auch die romantische Komödie Palm Springs, sie greifen alle auf das Prinzip zurück, dass eine oder mehrere Figuren einen Tag wieder und wieder erleben. Bei Meet Cute, das hierzulande exklusiv bei Amazon Prime Video erhältlich ist, ist das grundsätzlich ähnlich. Auch hier erfahren wir von einer jungen Frau, die ein und denselben Abend viele Male erlebt. Genauer wiederholt sie Tag für Tag ein Date, geht mit einer Zufallsbegegnung wieder und wieder aus.

Der Unterschied: Hier ist das eben nicht zufällig. Wo bei den obigen Filmen und Serien die Figuren unfreiwillig in dieser Zeitschleife gefangen sind und nach einem Weg suchen, diese wieder zu verlassen, da sind die Wiederholungen hier eine bewusste Entscheidung. Den Grund dafür liefert Meet Cute erst mit der Zeit. Das erste, tatsächlich zufällige Date geschah an dem Tag, an dem Sheila – Vorsicht Spoiler – sich das Leben nehmen wollte. Die gemeinsame Zeit mit Gary brachte ihr wieder diese Ahnung vom Glück zurück, die ihr so lange gefehlt hat. Ihn treffen zu können, bedeutet für sie, wieder Lebensmut zu haben. Einen Sinn zu finden. Einen Grund morgens aufzustehen. Und so versucht sie krampfhaft an diesem Glück festzuhalten, ist es doch das einzige, das für sie Bedeutung hat.

Überraschend tragisch und nachdenklich

Auch wenn der Film an vielen Stellen als typische Zeitschleifen-RomCom bezeichnet wird, wirklich passen tut das nicht. Schon die Ausgangslage ist deutlich ernster. Selbstmord ist nicht gerade ein typischer Startpunkt für romantische Gefühle und auch Komik – obwohl beides in Meet Cute anfangs eine große Rolle spielt. Die Ängste und das zwanghafte Verhalten von Sheila wird zunächst zwar als leicht schrullig beschrieben. Doch je mehr Zeit wir mit ihr verbringen, umso tragischer wird ihre Figur. Sie ist zudem weit davon entfernt, die heldenhafte Sympathieträgerin zu sein, die man in diesem Genre üblicherweise vorfindet. Nicht allein dass sie Gary wiederholt zu einem Date bringt und ihren Wissensvorteil gnadenlos ausnutzt. Sie beginnt zudem, ihn nach eigenen Vorstellungen zu manipulieren.

Das Ergebnis ist ein überraschend nachdenklicher Film, der zahlreiche Themen anschneidet und auf eine Weise bewegend ist, wie man sie nicht erwartet hätte. Beispielsweise sind die Manipulationsversuche von Sheila eine gute Gelegenheit, um ganz grundsätzlich über den Wunsch zu reden, andere nach eigenen Vorstellungen zu formen. Auch die Frage, inwieweit andere die Grundlage für das eigene Glück bilden können, drängt sich hier auf. Wer sich Meet Cute nur wegen der Beschreibung als Liebeskomödie anschaut, kommt hingegen weniger auf seine Kosten. Die ersten Szenen sind zwar schon süß und charmant und man sieht den beiden gern zu. Die eigentliche Stärke des Films liegt aber darin, wenn hinter der unbeschwerten Fassade zunehmend das Traurige zum Vorschein kommt.

Credits

OT: „Meet Cute“
Land: USA
Jahr: 2022
Regie: Alex Lehmann
Drehbuch: Noga Pnueli
Musik: Stephen Lukach
Kamera: John Matysiak
Besetzung: Kaley Cuoco, Pete Davidson, Deborah S. Craig

Trailer

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Meet Cute – Mein täglich erstes Date
fazit
„Meet Cute“ beginnt als charmante Liebeskomödie um zwei Menschen, die sich zufällig in einer Bar treffen. Nur dass es eben nicht zufällig ist. Je mehr man von diesem Film sieht, umso mehr verwandelt er sich in ein nachdenkliches Drama um eine Zeitreisende, die krampfhaft am Glück festhält und dabei das Wesentliche übersieht.
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