Peripherie Peripheral Amazon Prime Video
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Peripherie – Staffel 1 (Folge 1-2)

Peripherie Peripheral Amazon Prime Video
„Peripherie“ // Deutschland-Start: 21. Oktober 2022 (Amazon Prime Video)

Inhalt / Kritik

Richtig aufregend ist das Leben von Flynne Fisher (Chloë Grace Moretz) nicht gerade. Wenn sie nicht gerade in einem 3D-Drucker-Laden arbeitet, kümmert sie sich um ihre kranke Mutter Ella (Melinda Page Hamilton). Die einzige Abwechslung sind die Virtual-Reality-Spiele, bei denen sie größeres Talent hat. Zunächst scheint auch das neue Spiel, welches ihr Bruder Burton (Jack Reynor) mitgebracht hat, eines dieser Spiele zu sein. Doch kaum hat sie das experimentelle Headset aufgesetzt, merkt sie, dass an der Geschichte offensichtlich mehr dran ist. Nicht nur dass es sich deutlich realer anfühlt als sonstige Spiele. Es ist tatsächlich realer, da sie auf diese Weise Menschen aus der Zukunft spielt …

Zeitreise mal anders

William Gibson gehört zweifelsfrei zu den bekanntesten und einflussreichsten Science-Fiction-Autoren der letzten Jahre. Seine Geschichten, die maßgeblich das Subgenre des Cyberpunk mitgeprägt haben, sind Kult. Umso eigenartiger ist, dass er filmisch bislang keine nennenswerte Rolle spielte, obwohl sich seine Bücher eigentlich dafür anbieten würden. Adaptionen seiner Werke sind selten. Und wenn überzeugten sie nicht: Die 1995er Verfilmung Vernetzt – Johnny Mnemonic wurde zum Desaster. Der Plan, den 1984 veröffentlichten Roman Neuromancer auf die große Leinwand zu bringen, scheiterte vorzeitig, mehrfach sogar. Immerhin: Vincenzo Natali (Cube), einer von mehreren Regisseuren, die im Laufe der Zeit an dieser Adaption beteiligt waren, darf einige Folgen der Amazon Prime Serie Peripherie inszenieren, die erste Gibson-Adaption seit vielen Jahren.

Genauer stand der 2014 erschienene Roman The Peripheral Pate. Darin verbindet der Autor einige typische Cyberpunk-Elemente wie der starke Technologie-Fokus und eine dystopische Zukunftsvision mit dem Element der Zeitreise. Zu diesem Zweck wechselt die Geschichte zwischen zwei Zeitebenen, die dennoch miteinander verbunden sind. Das ist bei der Serie natürlich genauso, wenn es neben dem Geschwisterpaar Fisher noch Wilf Netherton (Gary Carr), der aus dieser besagten Zukunft kommt und bald auch im Leben von Flynne herumpfuscht. Während die meisten Zeitreisegeschichten davon handeln, dass eine oder mehrere Figuren für eine ganze Weile in einer anderen Zeit unterwegs sind, sei es Vergangenheit oder Zukunft, da geschieht in Peripherie beides mehr oder weniger gleichzeitig mit wechselseitigen Auswirkungen.

Was heißt schon real?

Gleichzeitig gibt es zwischen der Realität und dem vermeintlichen Spiel Grenzüberschreitungen, wodurch nicht klar ist, was genau überhaupt noch real ist. Das sorgt gerade anfangs für Neugierde, weil man doch gern wissen möchte, was da genau dahintersteckt. Peripherie setzt da auf einen Mystery-Faktor, wenn das Publikum gemeinsam mit der Protagonistin herauszufinden versucht, was es mit den eigenartigen Beobachtungen auf sich hat, die sie beim Aufsetzen des Headsets macht. Richtig weit kommt die Geschichte bei den ersten beiden der acht Folgen der Staffel noch nicht, zumal da auch noch die persönlichen Geschichten eingebaut werden müssen. Gerade das Verhältnis zwischen den Geschwistern dient immer mal wieder als Kontrast, wenn das Menschliche auf das Technologische trifft.

Das ist auf jeden Fall ganz schick dargestellt, das Budget bei Peripherie dürfte schon etwas höher gewesen sein. Die Ausflüge in die Zukunft können sich sehen lassen. Die ganz große Spannung stellt sich aber noch nicht ein, da abgesehen von der Gleichzeitigkeit die Serie bislang aus bekannten Versatzstücken besteht und noch keine wirkliche eigene Identität aufbauen konnte. Chloë Grace Moretz bleibt zudem bislang eher blass als Hauptfigur, was gerade dann auffällt, wenn man sie mit anderen Kollegen und Kolleginnen aus dem Ensemble vergleicht.

Credits

OT: „The Peripheral“
Land: USA
Jahr: 2022
Regie: Vincenzo Natali, Alrick Riley
Drehbuch: Scott B. Smith, Jamie Chan, Greg Plageman
Idee: Scott B. Smith
Vorlage: William Gibson
Musik: Mark Korven
Kamera: Stuart Howell, Roberto Schaefer
Besetzung: Chloë Grace Moretz, Gary Carr, Jack Reynor, Eli Goree, Charlotte Riley, JJ Feild, Adelind Horan, T’Nia Miller, Alex Hernandez

Bilder

Trailer

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Peripherie – Staffel 1 (Folge 1-2)
fazit
„Peripherie“ hat einen interessanten Umgang beim Faktor Zeit, wenn Zeitreisen hier etwas anders funktionieren. So richtig spannend ist die Geschichte um zwei Geschwister und ein besonderes Headset zum Auftakt noch nicht, macht aber zumindest neugierig genug, zumal die Serie schick inszeniert ist.
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5.2
6
von 10