Der Tod kommt nach Venedig TV Fernsehen Das Erste ARD Mediathek
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Der Tod kommt nach Venedig

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„Der Tod kommt nach Venedig“ // Deutschland-Start: 6. August 2022 (Das Erste)

Inhalt / Kritik

Es ist ein trauriger Anlass, der Anna (Alwara Höfels) und ihren elfjährigen autistischen Sohn (Filip Wyzinski) von Wien nach Venedig führt: Ihr Mann Lukas Albrecht (Roman Binder), der als Restaurator für ein Museum arbeitete, ist in einem Kanal ertrunken. Für Commissario Santo (Rudy Ruggiero) steht fest, dass es sich um einen tragischen Unfall handelt, der nicht weiter verfolgt werden muss. Doch Anna ist misstrauisch, zu vieles passt für sie nicht. Während der mit ihr befreundete Galerist Rafael (Christopher Schärf) versucht, ihr bei allem beizustehen, gerät sie bald mit Lukas’ Arbeitgeberin Alexandra von Reuten (Julia Stemberger) aneinander. Denn ausgerechnet ein wertvolles Botticelli-Gemälde, an dem Santo gerade arbeitete, ist spurlos verschwunden …

Schöne Bilder aus Italien

Krimis im deutschen Fernsehen haben oft – neben dem offensichtlichen der Erzeugung von Spannung – noch einen zweiten Zweck: Das Publikum soll bei der Suche nach dem Mörder oder der Mörderin noch ein bisschen verreisen dürfen und dabei etwas Urlaubsstimmung mit in die eigenen vier Wände nehmen. Gerade bei ARD-Produktionen findet sich das sehr oft, seien es die Reihen Der Barcelona-Krimi, Der Kroatien-Krimi oder Der Bozen-Krimi. Und das gilt nun auch für Der Tod kommt nach Venedig. Dabei handelt es sich zwar nicht um den Auftakt einer neuen Reihe, die Geschichte ist wirklich auf einen Einzelfilm beschränkt. Das Prinzip ist dem der oben genannten Titel aber schon sehr ähnlich.

Die Aufnahmen aus der berühmten italienischen Urlaubsdestination gehören dann auch ohne jeden Zweifel zu den Höhepunkten von Der Tod kommt nach Venedig. Schon die ersten Szenen, wenn der Restaurator auf der Flucht ist, bis er letztendlich in den Kanal fällt und dort von einem Boot erfasst wird, können sich sehen lassen. Und auch später hat der mit Krimis erfahrene Regisseur Johannes Grieser (Ein starkes Team: Sterben auf Probe, Tatort: Die Unsichtbare) Auge und Händchen, um die Stadt in Szene zu setzen. Hinzu kommt, dass der Film im Kunstumfeld spielt, was natürlich mit einigen weiteren erlesenen Bildern einhergeht. Wenn wir uns nicht gerade in schicken Gebäuden aufhalten, werfen wir einen Blick auf Gemälde. Fürs Auge ist also schon einiges geboten.

Als Krimi ziemlich langweilig

Das Kunstthema sorgt ebenfalls für ein kleines Alleinstellungsmerkmal. Klar, wertvolle Gemälde oder andere Kunstgegenstände kommen in diesem Genre immer mal wieder vor. In den humorvollen Heist-Movie-Klassikern Topkapi und Wie klaut man eine Million? soll jeweils in ein Museum eingebrochen werden. Komisch ist an Der Tod kommt nach Venedig zwar nichts, der Film nimmt sich sehr ernst. Dafür gibt es ein paar interessante Passagen rund um das Kunstgeschäft und auch die Arbeit an Gemälden. Sie sind jedoch recht kurz, dienen mehr dazu, für ein bisschen Flair und Abwechslung zu sorgen während der Mörderjagd. Wer mehr als das möchte, der ist hier fehl am Platz.

Das Problem des Films ist aber nicht, dass dieser Aspekt nicht weiter verfolgt wird. Vielmehr ist die Mörderjagd an sich ein großer Schwachpunkt. So wird viel zu früh klar, was genau da gespielt wurde und wer hinter allem steckt. Auch bei den Figuren kann Der Tod kommt nach Venedig nicht punkten. Das liegt weniger an den soliden schauspielerischen Leistungen. Das Drehbuch hat aber sowohl beim Kriminalfall wie auch bei der Figurenzeichnung nur Klischees zu bieten. Beim wichtigsten Aspekt eines Krimis, der Spannung, versagt der Film daher. Da kann auch eine späte Zuspitzung nichts mehr ändern. Die TV-Produktion, die beim Filmfest Emden-Norderney 2022 Premiere feierte, ist trotz der schönen Bilder so nichtssagend, dass man den Samstagabend vielleicht doch lieber mit etwas anderem verbringen sollte.

Credits

OT: „Der Tod kommt nach Venedig“
Land: Deutschland, Österreich
Jahr: 2022
Regie: Johannes Grieser
Drehbuch: Stefan Wild
Musik: Robert Schulte Hemming
Kamera: Enzo Brandner
Besetzung: Alwara Höfels, Christopher Schärf, Filip Wyzinski, Roman Binder, Leonardo Nigro, Katia Fellin, Julia Stemberger

Bilder

Filmfeste

Filmfest Emden-Norderney 2022

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Der Tod kommt nach Venedig
Fazit
„Der Tod kommt nach Venedig“ punktet mit einem schönen Setting. Auch der Ausflug in die Kunstwelt ist ein Vorteil im Vergleich zu anderen Genrebeiträgen. Der Kriminalfall an sich ist aber langweilig und vorhersehbar. Auch bei den Figuren wurde nichts dafür getan, dass man hier bis zum Ende dranbleiben müsste.
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