Bloodsport
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Bloodsport

Bloodsport
„Bloodsport“ // Deutschland-Start: 9. Juni 1988 (Kino)

Inhalt / Kritik

Seit vielen Jahren schon ist es der Traum von U.S. Army Captain Frank Dux (Jean-Claude Van Damme), seinem Mentor und Trainer Senzo Tanaka eine große Ehre zu erweisen, im Kumite seine Kampfkunst unter Beweis zu stellen. Dieses alljährlich stattfindende Turnier versammelt Repräsentanten verschiedener Kampfstile und -schulen, die sich in einem für seine Brutalität bekannten Wettkampf miteinander messen. Veranstaltet wird das Turnier von der „Bruderschaft des Schwarzen Drachen“, einer Geheimorganisation, die sich und die Teilnehmer äußerster Geheimhaltung verpflichtet sowie Verbindungen zu den chinesischen Triaden in Hongkong unterhält. Entgegen dem Wunsch seiner Vorgesetzten bei der Armee reist Frank so nach Hongkong, wo er sich für das Turnier einschreibt und gemeinsam mit dem hünenhaften Boxer Ray Jackson (Donald Gibb) anfreundet.

Bereits nach den ersten Kämpfen stehen die Favoriten des Turniers fest, haben doch nicht nur Dux und Jackson durch ihre Leistungen begeistert, sondern ebenso der Kämpfer Chong Li (Bolo Yeung), ein furchteinflößender Kontrahent, der bereits mehrere seiner Gegner krankenhausreif geschlagen und damit deren Karriere beendet hat. Während Frank versucht, sich auf seine nächsten Gegner zu konzentrieren, wird eine Konfrontation mit Li immer wahrscheinlicher, doch zugleich muss er den Beamten der Armee entkommen, die seine Spur aufgenommen haben und ihn wieder zurück in die USA bringen wollen.

Wahrheit und Fiktion

Das Label „Nach einer wahren Geschichte“ wird bekanntlich recht freigiebig vergeben, besonders wenn man sieht, wie viele Produktionen ganz unterschiedlicher Genres dieses für sich beanspruchen. Im Falle von Bloodsport, nach Karate Tiger einer der ersten Filme, in denen Jean-Claude van Damme seinen Einstand als Martial-Arts- und Actionstar geben durfte, wirkt dieses Attribut jedoch sehr zweifelhaft und so verwundert es auch nicht weiter, dass die Aussagen des wahren Frank W. Dux über seinen Triumph bei einem ähnlichen Kumite wie jenes, welches wir im Film sehen, sogar bei Regie und Hauptdarsteller Skepsis auslösten. Dennoch tat dies dem Erfolg des Filmes keinen Abbruch, gilt Bloodsport doch bis heute als einer der bekanntesten Werke in der Karriere des Belgiers.

Die Idee von Wahrheit und Fiktion bei einem Film wie Bloodsport anzuwenden, erscheint schon nach wenigen Minuten mehr als fragwürdig, was durchaus keine Kritik an dem Werk von Regisseur Newt Arnold ist. Das Drehbuch folgt dabei einer Formel, die man bereits zur Genüge aus dem Martial-Arts- oder dem Actiongenre her kennt, und setzt den Schwerpunkt vor allem auf jene Kampfszenen, von denen man in der zweiten Hälfte mehr als genügend zu sehen bekommt. Mittels einer Vielzahl von Montagen und einer Zahl an Popsongs wird die Entwicklung von Frank Dux begleitet, sein Training und wie er immer besser wird, sowie seine Streifzüge durch Hongkong, welche die verschiedenen Seiten der Millionenmetropole gekonnt verdeutlichen. Besonders auf der visuellen Ebene wirkt dies touristisch bis hin zu oberflächlich, scheint aber im Kontext einer solchen Produktion nicht weiter tragisch. Gleiches gilt für die dramatischen Szenen, die von Van Damme wie auch einigen der anderen Darsteller ein Talent einfordern, was nur wenig zur Verfügung steht.

Ein Kampf der Stile und Philosophien

Anders sieht dies dann schon aus, wenn man sich die Szenen während des Kumite sowie die Kämpfe an sich anschaut. Dank einer guten Choreografie, an der sogar der echte Frank Dux einen nicht geringen Anteil hatte, wird in diesen Szenen einen wesentlich überzeugendere Geschichte erzählt, was auch erklärt, warum Van Damme und andere Beteiligten so viel Wert auf deren Umsetzung legten. Inszeniert werden die Begegnung verschiedener Stile, Philosophien und gar Ideologien, bei der insbesondere die Begegnung des Westens und des Ostens, der „Ersten“ und der „Dritten Welt“ im Vordergrund steht. Die einzelnen Kämpfe werden somit nicht nur Bestehensproben für die Kontrahenten an sich, sondern zugleich für jene Werte, die sie repräsentieren. In diesem Kontext wirkt jemand wie Dux, der durch sein Äußeres und seinen Akzent wie eine Mischung aus beiden Welten gilt, des Ostens wie auch des Westens, als ein sehr interessanter Protagonist, was in Van Dammes Darstellung durchaus zu merken ist.

Neben den schauspielerischen Leistungen in diesen Szenen sind es dann die Bilder von Kameramann David Worth und den Schnitt Carl Kress’ und Michael J. Duthie, welche gerade die zweite Hälfte, die sich auf das Abschneiden Dux’ beim Kumite konzentriert, auch aus heutiger Sicht sehr überzeugend wirken lässt.

Credits

OT: „Bloodsport“
Land: USA
Jahr: 1988
Regie: Newt Arnold
Drehbuch: Christopher Cosby, Mel Friedman, Sheldon Lettich
Musik: Paul Hertzog, Stan Bush
Kamera: David Worth
Besetzung: Jean-Claude Van Damme, Donald Gibb, Leah Ayres, Norman Burton, Forest Whitaker, Bolo Yeung, Philip Chan

Trailer

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Bloodsport
Fazit
„Bloodsport“ ist eine besonders in der zweiten Hälfte sehr gelungener und unterhaltsamer Martial-Arts-/Actionfilm. Insbesondere die Physis seines Hauptdarstellers und die Kampfchoreografien machen Newt Arnolds Film zu einem bis heute noch überzeugenden Genrebeitrag, auch wenn man was alle andere Komponenten angeht, nicht besonders viel Tiefgang zu erwarten hat.
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von 10