Ein starkes Team - Die letzte Reise TV Fernsehen ZDF Mediathek
© ZDF/Katrin Knoke

Ein starkes Team: Die letzte Reise

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„Ein starkes Team: Die letzte Reise“ // Deutschland-Start: 14. Mai 2022 (ZDF)

Inhalt / Kritik

Als am Westhafen die Leiches eines Wachmannes aus dem Wasser gezogen wird, führt eine erste Spur zum Spediteur Dr. Uwe Kunze (Johann von Bülow), dessen Büro in der Nähe ist. Tatsächlich finden sich bald Aufnahmen einer Überwachungskamera, auf der drei mysteriöse Männer zu sehen sind, die etwas mit dem Fall zu tun haben könnten. Einer davon sticht Otto Garber (Florian Martens) und Linett Wachow (Stefanie Stappenbeck) besonders ins Auge. Handelt es sich dabei wirklich um Ben Kolberg (Kai Lentrodt), ein ehemaliger Kollege, der jahrelang zu ihrem Team gehörte? Dass er zur Gegenseite übergelaufen ist, können sich die zwei nicht vorstellen. Umso wichtiger ist es für sie, in der Sache zu ermitteln …

Rückkehr eines alten Bekannten

Moment, kenne ich den nicht? Das denken sich nicht nur Garber und Wachow als sie das Bild von Kolberg sehen. Auch das Publikum daheim könnte diesen kennen, zumindest wenn es schon ein wenig länger Ein starkes Team schaut. Von 2005 bis 2017 übernahm Kai Lentrodt bereits die Rolle des Polizisten. 39 Mal war er zu sehen, bevor er mit Treibjagd aus der ZDF-Krimireihe ausstieg. Dass er nun auch in Die letzte Reise einen erneuten Auftritt hat, dürfte für Fans überraschend kommen. Groß angekündigt war eine Rückkehr nicht. Wer erst später eingestiegen ist, muss sich deshalb jedoch nicht sorgen. Vorkenntnisse sind in dem Sinn nicht notwendig, der Film steht für sich selbst. Allerdings hat es einen deutlich größeren emotionalen Faktor, wenn man mit der Figur etwas anfangen kann und auf diese Weise stärker mitfiebert.

Bemerkenswert ist weiterhin an der Folge, dass sie sich von dem bewährten Whodunnit-Krimi-Prinzip lösen. Wo es üblicherweise darum geht, unter mehreren Verdächtigen den oder die Täterin zu finden, da ist bei Ein starkes Team: Die letzte Reise das meiste von Anfang an klar. Die ersten Minuten mögen noch verwirrend sein, wenn zunächst nicht klar ist, wer da wer ist und worum es bei diesem Geschäft eigentlich geht. Aber das klärt sich recht schnell. Der Mord an dem Wachmann wird sogar gezeigt, da hat das Publikum von Anfang an einen Wissensvorsprung. Die Spannung besteht deshalb nicht in der Frage, wer die Tat begangen hat, sondern wie es mit den Menschen weitergeht. Wer einmal so kaltblütig mordet, tut dies meistens auch mehrfach. Wird es noch jemanden erwischen? Kommt Ben heil davon?

 

Über weite Strecken ist Ein starkes Team: Die letzte Reise deshalb auch mehr Thriller als Krimi. Vor allem in der zweiten Hälfte soll das Publikum auf die Folter gespannt werden, was der brutale Killer macht und ob der verdeckt ermittelnde Ben auffliegt. Das ist ziemlich geradlinig und ohne größere Schnörkel. Der auf TV-Krimis spezialisierte Drehbuchautor Leo P. Ard verzichtet auf nennenswerte Nebenhandlungen oder Wendungen. Selbst der Twist gegen Ende hin ist nicht wirklich einer, sondern sollte von einigermaßen erfahrenen Zuschauern und Zuschauerinnen früh erkannt werden. Im Gegensatz zur recht verwinkelten Geschichte bei Abgestürzt, dem vorangegangenen Fall, kann man hier mehr oder weniger auf Durchzug schalten.

Das kann natürlich funktionieren, wenn man auf diese Art Film Lust hat. Regisseur Herwig Fischer (Der Alte: Tod am Kliff) macht bei der Inszenierung zudem nicht wirklich etwas verkehrt. Er macht aber auch nichts, was Ein starkes Team: Die letzte Reise von den vielen anderen Genrevertretern unterscheiden würde, die ganz ähnliche Geschichten zu erzählen haben. Während die fürs Fernsehen produzierten Mördersuche-Krimis keine große Konkurrenz aus den Kinos zu fürchten haben, wo kaum vergleichbare Filme mehr laufen, muss sich dieses Werk aber mit solchen messen lassen, die für die große Leinwand gedacht sind. Dass die Fernsehvariante dagegen ein bisschen ärmlich aussieht, liegt in der Natur der Sache. Fans der Reihe können deshalb reinschauen, vor allem wenn sie die alten Folgen mit Ben kennen. Der Rest muss nicht unbedingt dabei sein.

Credits

OT: „Ein starkes Team: Die letzte Reise“
Land: Deutschland
Jahr: 2022
Regie: Herwig Fischer
Drehbuch: Leo P. Ard
Musik: Axel Donner
Kamera: Roman Nowocien
Besetzung: Florian Martens, Stefanie Stappenbeck, Arnfried Lerche, Matthi Faust, Jaecki Schwarz, Eva Sixt, Kai Lentrodt, Isabel Thierauch, Johann von Bülow, Oscar Ortega Sánchez

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Ein starkes Team: Die letzte Reise
Fazit
„Ein starkes Team: Die letzte Reise“ bedeutet ein Wiedersehen mit einem früheren Teammitglied, worüber sich Fans freuen dürfen. Der Rest muss hier nicht unbedingt reinschalten, da der Thriller um einen Undercover-Einsatz weder inhaltlich noch inszenatorisch genug macht, um gegen vergleichbare Filme, gerade aus dem Kino, bestehen zu können.
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